„Antirassismus“: Jim Knopf und Christiane die Kindergärtnerin

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Foto: Screenshot/Youtube

In Groß-Flottbek gibt es eine Kita, die von Frau Christiane Kassama geleitet wird. „Jim Knopf wird leider noch oft gelesen“, sagt sie in einem „Zeit“-Interview. Die „Zeit“ wird leider auch noch oft gelesen, sagt meinereiner. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ ist ein bekanntes Kinderbuch von Michael Ende aus dem Jahr 1960. Von Michael Ende stammen auch die weltberühmten Jugendbücher „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“. Die Werke des 1995 verstorbenen Schriftstellers wurden über 30 Millionen Mal verkauft und in 40 Sprachen übersetzt. „Die unendliche Geschichte“ wurde auch in der Verfilmung ein internationaler Kassenschlager.

Weit weniger berühmt als Michael Ende ist Frau Christiane Kassama (56). Die Kindergärtnerin aus Groß-Flottbek bei Hamburg sorgt sich sehr um den Rassismus, der sich in Kinderköpfen festfrißt, wenn sie die Geschichte des kleinen schwarzen Jungen namens Jim Knopf vorgelesen bekommen, der mit dem weißen Lokomotivführer Lukas zusammen auf der Dampflok „Emma“ über die fiktive Insel „Lummerland“ fährt.

Und wie es der schwarze Teufel will: Immer, wenn man bei der „Zeit“ erfährt, daß es jemanden gibt, der solche Sorgen hat, will man die betreffende Person unbedingt interviewen. Auf daß die „Zeit“-Leserschaft erfahre, was eine besonders edle Gesinnung ist, und daß man die besonders edle Gesinnung bei der „Zeit“ ganz besonders schätzt. Also trafen sich der „Zeit“-Interviewer Moritz Herrmann und Christiane Kassama zu einem Gespräch, in welchem Frau Kassama darlegen durfte, weshalb die Lektüre von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ den ganz besonders üblen Rassismus in der Welt perpetuiert.

Christiane K. und Moritz der Interviewer

Verziert ist das Interview mit dem Konterfei von Frau Kassama, 52, Pädagogin. Aus antirassistischen Anstandsgründen verkneife ich mir den Hinweis, daß Frau Kassama rein optisch nicht die hellste ist. Allerdings ist sie noch nicht so dunkel wie Jim Knopf. Ob Moritz der Interviewer farblich so hell ist wie Lukas der Lokomotivführer, entzieht sich meiner Kenntnis. Da gibt es folglich auch nichts, das ich mir aus Anstandsgründen verkneifen müsste. Wenn man ganz besonders ehrlich ist, dann muß man ja auch sagen, daß alle Menschen gleich sind, weswegen es eine rassistische Sauerei ist, daß es die gleichen Menschen in unterschiedlichen Farben gibt. Ob die Natur wohl rassistisch ist? Das wollen wir doch nicht hoffen. Weil wir sonst den Naturschutz nicht länger mehr rechtfertigen könnten. Naturschutz ist aber wichtig.

Bevor es mit dem Interview losgeht, erfährt der „Zeit“-Leser noch mehr über Frau Kassama. Wer Michael Ende gewesen ist, wissen die „Zeit“-Leser nämlich schon. Weil sie besonders schlau sind und in ihrer Kindheit „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gelesen haben. Auch den Folgeband haben sie gelesen. „Jim Knopf und die Wilde 13“. Aber gut, wer ist Frau Christiane Kassama?

Frau Christiane Kassama, 56, ist in Baden-Baden geboren und aufgewachsen. Seit 1985 lebt und arbeitet sie in Hamburg, wo Kassama für eine diskriminierungssensible, rassismuskritische Frühbildung von Kindern in Kita und Vorschule eintritt. Die Pädagogin war früher aktiv in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und organisiert bis heute das Afrikafestival Alafia in Hamburg mit.„, erklärt uns die „Zeit“. – Leben wir nicht in einem wunderbar fortschrittlichen Land? Daß es eine „Intiative Schwarze Menschen in Deutschland“ gibt, beweist, daß wir das vulgäre „Deutscher Negerclub“ hinter uns gelassen haben – und daß die zurückhaltende Vornehmheit gewonnen hat. Sehr schön. Welcher Deutsche würde sich schon gern eine „braune Sau“ schimpfen lassen, wenn er doch eigentlich eine weiße Sau ist, die gern rassistische Bücher von Michael Ende liest?

ZEIT ONLINE: Frau Kassama, Sie werden gebucht, um die Kitas für eine rassismuskritische Bildungsarbeit zu sensibilisieren. Welche Reaktion erleben Sie am häufigsten, wenn Sie vor Erzieherinnen und Erziehern auftreten?

Christiane Kassama: „Boah, wir müssen sofort unsere Bilderbücher überprüfen.“ Das ist meistens der erste Satz. Die Kolleginnen und Kollegen merken plötzlich, was sie jeden Tag vorlesen. Vorher haben sie gedacht: Ach, damit bin ich selbst groß geworden, so schlimm kann das nicht sein. Und dann wachen sie auf. Viele Bilderbücher transportieren unbewusst Klischees und damit Rassismus. Kinder, die von Rassismus betroffen sind, identifizieren sich damit und weiße Kinder wachsen mit dieser Einstellung unbewusst auf.

Halt! Einspruch! So pauschal kann man das nicht sagen. „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ stiften nicht überall eine so rassistische Verwüstung in Kinderköpfen wie in Groß-Flottbek und dem Rest von Deutschland. Vielmehr können Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer anderswo durchaus antirassistische Einstellungen fördern. In den Kindergärten von Kapstadt, Harare und Windhuk zum Beispiel. Die weißen Kinder dort würden durch die Lektüre von Michael Endes Buch lernen, daß die schwarzen Kinder gar nicht so übel sind, wie sie aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen vermutet hatten. Ah, Moment, stimmt: Daß ein weißes Kind in Kapstadt einen Kita-Platz in einem öffentlichen Kindergarten bekommen haben könnte, ist tatsächlich sehr unwahrscheinlich. Aber gut, es scheint hier ausschließlich um deutsche Kindergärten zu gehen. Ob wohl die „Zeit“-Redaktion so etwas wie ein Kindergarten für Erwachsene ist?

Roy BLACK, deutscher Schlagersänger, ca. 1970er Jahre. – Foto: Imago
Schlagersänger Barry WHITE – Foto: Screenshot Youtube
Jim „Black“ Knopf und Lukas „White“ der Lokomotivführer – Foto: Screenshot Youtube

ZEIT ONLINE: Welche Bücher sind es in den Kitas, die ins Altpapier müssen?

(Gut, daß ZEIT-Online nicht wissen wollte, welche Bücher verbrannt werden müssen.)

Kassama: Jim Knopf wird leider noch oft gelesen. Jim Knopf reproduziert viele Klischees, zum angeblich typischen Wesen und Äußeren von Schwarzen. Jim Knopf ist so, wie sich Weiße ein lustiges, freches, schwarzes Kind vorstellen. Auch Pippi Langstrumpf liegt als Buch fast in jeder Kita.

ZEIT ONLINE: Pippi Langstrumpf, die Heldin von Generationen von Kindern, gehört entsorgt?

Kassama: Der Vater von Pippi erzählt von den Ländern, die er bereist hat. Zu jedem Land weiß er eine komische Eigenart. Am Ende zieht er diese Klischees lachend zurück, bloß das Klischee vom Kongo nicht und deshalb bleibt hängen: Im Kongo lügen die Menschen.

Das stimmt ja auch. Im Kongo lügen die Menschen genauso wie sonst überall. Und in Hamburg lügen sie gehäuft, weil dort der „SPIEGEL“ und die „Zeit“ beheimatet sind. Was Pippi Langstrumpf angeht, jene erste moderne Feministin, die sich die Welt „widde-widde-wie sie ihr gefällt“ gemacht hat, ist es so: Schon bevor jemand auf die Idee gekommen ist, Pippi Langstrumpf-Bücher zu verbrennen … im Altpapier zu entsorgen … äh … nicht mehr vorzulesen, gab es unverschämte Eingriffe in den Originaltext von Astrid Lindgren. Pippis Vater war im Original „Negerkönig in der Südsee“. Bevor irgendjemand daran dachte, Pippis Geschichten gar nicht mehr vorzulesen, war seine Berufsbezeichnung schon geändert worden in „Südseekönig“. Wäre ich Astrid Lindgren – ich hätte die Schmierfinken Länge mal Breite verklagt. Ein Negerkönig in der Südsee ist nicht dasselbe wie ein Südseekönig. Eine „Bibel in gerechter Sprache“ ist ein anderes Buch als die Bibel. Und die „Black Lives Matter“-Bewegung ist eine totalrassistisch-marxistische Schrumpfgeistbewegung, von der kein gescheiter Mensch jemals Notiz genommen hätte, wenn sie sich nicht jener Kommunikationsmittel bedienen würde, die Barry White erfunden hat. Wenn es nicht Roy Black gewesen ist.

Das rassistische Geplänkel geht dann noch ein bißchen mehr hin als her in dem „Zeit“- Gespräch von Frau K. und Moritz dem Interviewer, ehe Frau Kassama dann zur Höchstform aufläuft.

Kassama: Ich habe bald nach meinem Antritt dafür gesorgt, dass alle Kolleginnen und Kollegen ein Antirassismustraining machen. Ich hole Menschen in die Kita, die den Blick dafür schärfen, was Rassismus ist. Schwarze mit Rassismuserfahrung, die unsere Kinder natürlich nicht haben, weil sie weiß sind. Alle zwei Jahre ist ein Critical-Whiteness-Training oder ein Antirassismustraining verpflichtend. Unsere Englischlehrerin ist schwarz, wir haben einen kamerunischen Musiker, der mit den Kindern singt. Im Februar habe ich gesagt: Der Black History Month steht an, wie können wir den umsetzen? Eine Kollegin schlug vor, vorübergehend nur Kinderbücher mit schwarzen Hauptfiguren in der Bibliothek zu belassen. Das hat gut funktioniert, gut im Sinne von: Es hat niemand gemerkt. Kein Kind hat ein Buch vermisst. Es war einfach eine große Selbstverständlichkeit. Und genau da wollen wir hin: dass die Hautfarbe keine Rolle spielt. Diversität sollte sich im Spielmaterial wie im Team zeigen, erst dann würden wir in unseren Kitas die Hamburger Gesellschaft spiegeln.

Schade, daß mich Frau Kassama noch nie in eine Kita eingeladen hat. Ich bin nämlich Zeit meines Lebens ein wackerer Antirassist geblieben bis heute. Und das ist nicht gelogen. In meiner Jugendzeit habe ich ein Jahr auf einer englischen Military-High-School in Bloemfontein/Südafrika zugebracht. Damals galt dort noch die Apartheid. Was habe ich mich damals mit Klassenkameraden geprügelt, die nach dem Mittagessen die Salzfässchen über den Essenresten in den Schüsseln und auf den Servierplatten auskippten, damit sie ungenießbar für die schwarzen Küchenhilfen wurden. Was habe ich mir dort Haß zugezogen, weil ich mich mit dem schwarzen Eisverkäufer, der jeden Nachmittag vor dem Internat auftauchte, demonstrativ lange und freundlich unterhalten habe. Was musste ich mir nicht alles anhören, weil ich die Schulpausen mit dem schwarzen Hausmeister in dessen ärmlicher Einraum-Hütte verbrachte.

Interessant war übrigens, daß die Innenwände dieser Hütte schwarz von Ruß gewesen sind. Ungefähr so schwarz, wie Jim Knopf oder das Gesicht von Lukas dem Lokomotivführer, wenn er im Kohlentender der Lok „Emma“ herumgekrochen ist. Der Grund: Obwohl es in der Betonhütte einen Elektroherd gab, bereitete der Hausmeister sein Essen über einer offenen Feuerstelle zu. Ich hatte kein Problem damit, weil ich mir dachte, daß der Hausmeister eben kein weißer Südafrikaner ist und jedes Recht der Welt hat, sein Essen so zuzubereiten, wie er das gerne haben will. Toleranz ist mein zweiter Vorname.

Weil das so ist, und weil ich sehr dafür bin, daß alle Kinder möglichst früh, aber unaufgeregt ein realistisches Bild von der Welt bekommen, plädiere ich nicht nur dafür, keinesfalls die kindgerechte Weltliteratur im Altpapier zu entsorgen. Vielmehr plädiere ich auch noch dafür, daß sie, wenn sie als Schulkinder alt genug sind, etwa zwölf Jahre also, nicht nur das Tagebuch der damals ebenfalls zwölfjährigen Anne Frank lesen, sondern auch ein Buch über den Völkermord in Ruanda, die Biographien von Idi Amin, Robert Mugabe, Bokassa oder Charles Taylor. Alsdann würde ich dafür sorgen, daß die Schulkinder lebhaft darüber diskutieren, ob Julius Malema von den Economic Freedom Fighters in Südafrika womöglich ein übler Rassist sein könnte – und was wohl unter Berücksichtigung der Primaballerina bei der Dresdner Oper von dem schwarzen Spruch zu halten sei, daß Weiße nicht tanzen können.

Außerdem würde ich für einen „Black-Racism-Awareness-Day“ werben. Ebenfalls würde ich dazu anregen, darüber nachzudenken, wie es wohl kommt, daß es in Afrika elektrischen Strom, Staudämme, Eisenbahnen, Krankenhäuser, Impfung und asphaltierte Straßen gibt – und daß im Zuge der Umwandlung von Rhodesien in ein Land namens Zimbabwe überhaupt nichts passiert ist, das mit „gut“ zu beschreiben wäre.

Alsdann würde ich die Kinder darüber nachdenken lassen, welche Tugenden Schwarze wohl adaptiert haben müssen, um so erfolgreich zu werden wie Thomas Sowell, Barack Obama  oder Alexander Puschkin, der schwarze Nationaldichter der Russen. Ich würde mit ihnen darüber diskutieren, ob die Tatsache, daß sich im Stadtwappen von Coburg ein Mohr findet, den Mohr ehrt, oder ob ihn das herabsetzt. Ganz generell würde ich mit ihnen darüber diskutieren, ob nicht die Ansichten von Frau Kassama selbst antiweißer Rassismus der allerübelsten Sorte und unverschämte Geschichtsklitterung sind. Zur Entspannung zwischendurch würde ich mit den Kindern einen Winnetou-Film anschauen und hernach mit ihnen darüber diskutieren, ob Karl May und Albert Schweitzer Rassisten gewesen sind.  Und ob Bücherverbrennungen als cool zu begreifen sind. Darüber würde ich die Kinder auch noch debattieren lassen.

Ansonsten überlege ich mir noch, ob dann, wenn ich die Macht dazu hätte, die fristlose Entlassung von Frau Christiane Kassama, 52, Pädagogin, nicht die erste meiner Amtshandlungen wäre. Es ist einfach das Wissen schwer zu ertragen, daß kleine Kinder in den Hamburger Kitas von Frau Kassama rassistisch verhetzt werden. Rassismus ist nämlich etwas ganz anderes als Realismus. Und Scheinwelten in Kinderköpfen zu installieren, ist recht eigentlich ein ideologisches Verbrechen. Fakt ist: Der ganze schwarze Teil der Menschheit giert nach den Gütern, die er selbst weder erfunden noch produziert hat. Sogar die vielgepriesenen Menschenrechte sind keine schwarze Erfindung.

So, und jetzt setze ich mir einen Kopfhörer auf und lausche meinen Lieblingsmusikern. Die meisten davon sind schwarz. Und es ist absolut nicht so, daß das nichts mit der Musik zu tun hätte, die sie machen. Schwarze Musik ist bestens geeignet, um den Ärger zu vergessen, der sich immer anstaut, wenn man sich vorher das vollsubjektivistische Geschwätz von „Antirassisten“ angetan hat. Wie schön, daß auch Schwarze der ganzen Welt etwas gegeben haben. Es ist nicht weiter schlimm, daß es sich dabei nicht um die Weltraumforschung oder die Mikrotechnologie handelt.

Es gibt kaum etwas rassistischeres als den sogenannten „Antirassismus“ – und es gibt kaum etwas faschistischeres, als den sog. „Antifaschismus“. Und es gibt nichts derartig regressives, wie die internationalistische Linke, die sich für mordsmäßig progressiv hält, obwohl sie seit über einem Jahrhundert an immer denselben Versagerrezepten für „mehr Menschlichkeit“ festhält. Eine absolut lernresistente Bande. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer bleiben. Es lebe der Unterschied!

P.S.: Hier noch ein tolles Lied von Charlotte Dipanda: Bodimbea. Sie wird begleitet von einem der weltbesten Bassisten, Richard Bona. Beide stammen ursprünglich aus Kamerun.

 

 

 

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