Risiko ganz nach Bedarf: Mehr Tests bringen mehr Neuinfektionen – schon hat das RKI seine „kritischen Zahlen“

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Corona-Test (Foto:Imago/AgenciaEFE)

Die Heraufbeschwörung der nächsten „Welle“ wird in Deutschland immer mehr zum Schmierentheater – und anscheinend hinterfragt niemand die an Volksverdummung grenzende Zumutung, auf welcher Grundlage die vom Robert-Koch-Institut wieder einmal festgestellte „gefährliche Trendwende“ ermittelt wird: Lediglich anhand der Neuinfektionen durch Tests – und eben diese Tests werden derzeit massiv ausgeweitet.

Sowohl eine „stärkere Ausbreitung“ als auch die „kritische Reproduktionszahl“ sind jedoch halt- und bezugslose Aussagen – denn wo mehr getestet wird, wird auch zwangsläufig mehr festgestellt. Würde man umgekehrt alle Tests fortan unterlassen, gäbe es nach derselben Logik kein Corona mehr. Mit dem tatsächlichen Infektionsgeschehen hat all dies nichts zu tun. Dass es in allen Phasen der Infektion eine Dunkelziffer gibt, führt jede Ausweitung von Testkapazitäten zwingend zu mehr delektierten Fällen aus diesem Dunkelfeld.

Aber weil nach wie vor keinerlei repräsentative Tests der Gesamtbevölkerung durch valide Stichproben durchgeführt werden – auch fünf Monate nach Beginn der Pandemie hierzulande nicht -, kann über eine zunehmende oder nachlassende Virusausbreitung eben überhaupt nichts gesagt werden. Nur wenn sich im Rahmen einer solchen statistisch-repräsentativen Untersuchung durch Zufallstest, die allwöchentlich oder dreitägig zu wiederholen wäre, Abweichungen ergäben, könnte man den epidemiologischen Trend bewerten. Die absoluten täglichen Zahlen festgestellter „Neuinfektionen“ hierzu heranzuziehen wäre nur dann sinnvoll, wenn täglich ausnahmslos jede Deutsche getestet würde.

Rechtfertigung für den nächsten „Krisenfall“

Diese statistischen Taschenspielertricks werden von Statistikern seit März moniert, doch erstaunlicherweise ändert sich daran nichts und die Deutschen schlucken diesen Unsinn – selbst wenn auf dieser aussagelosen „Datenbasis“ ganze Lockdowns veranlasst werden, weil willkürliche „Schwellenwerte“ festgelegt werden – bei denen dann punktuelle Massentests (wie etwa die „Hotspots“ in Fleischfabriken oder einzelnen Problemhochhäusern) die gewünschten Fallzahlanstiege liefern, um die Überschreitung und damit den nächsten Krisenfall zu rechtfertigen.

Zur Veranschaulichung: Würde man morgen in einer Stadt keine Verkehrsunfälle mehr zählen, dann hätte dies zur Folge, dass zumindest laut Statistik alle unfallfrei fahren. Beginnt man nun, in einzelnen Straßen die Unfälle zu zählen, kommt es zu einem „Anstieg der Fallzahlen“. Überwacht man nach und nach immer mehr Straßen, so gibt es immer mehr Unfälle. Bezogen auf das Corona-Monitoring müsste man dann von einem „gefährlichen Anstieg“ sprechen und – um in dem Beispiel zu bleiben – dann ein allgemeines Fahrverbot für alle erlassen, sobald eine bestimmte Menge Unfälle erfasst ist. In Wirklichkeit gab es keine Zunahme von Unfällen, lediglich deren Erfassung hat sich geändert.

Es ist deshalb ein schlechter Scherz, wenn einerseits deutsche Ministerpräsidenten die Bürger auffordern, sich viel öfter testen zu lassen – in Bayern soll dies kostenlos und unbegrenzt möglich sein, wenn inzwischen nicht mehr nur in neuralgischen Betrieben oder Wohnanlagen Massentests durchgeführt werden, und auf diese Weise die Positivtests zwangsläufig zunehmen – und andererseits dann das RKI diese Zunahme zur Panikmache heranzieht. So wie gestern: Da faselte das RKI laut „Merkur“ von einer „kritischen Wende“ und appellierte „besorgt“ an die Bevölkerung, sich sorgfältig an die Corona-Schutzmaßnahmen zu halten, „weil die Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden sprunghaft auf 815 angestiegen sind“.

Tests an Flughäfen für Urlauber bringen den ersehnten Anstieg

Sie werden demnächst noch viel stärker ansteigen – wo nun, wie gestern von der amtierenden Vorsitzenden der Gesundheitsministerkonferenz Dilek Kalayci (SPD) angekündigt wurde, an den deutschen Flughäfen künftig Corona-Testzentren eingerichtet werden. Dort sollen Rückreisenden aus den Risikogebieten Gratis-Tests angeboten werden, wobei „auch Rückreisende aus Nicht-Risiko-Ländern“ die Möglichkeit einer kostenlosen Testung haben sollen, so die Berliner Gesundheitsministerin laut „dts Nachrichtenagentur“.

Damit setzt sich die „Streuung“ der ermittelten Fälle weg von einzelnen Schwerpunkten (wie Tönnies oder Wiesenhof) hin in die Breite fort – und genau das will die virologische und politische Pandemielobby, um ihren Dauerreizzustand fortzuschreiben. „Es gibt nicht den einen zentralen Herd, sondern einen allgemeinen Anstieg in der Fläche. Die Infektionsketten sind damit schwieriger nachvollziehbar und nicht so leicht zu unterbrechen“, erklärte gestern Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin im „Spiegel„. Das Resultat sind dann eben die „kritischen Signale“. Ganz wie bestellt. (DM)

 

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