Rohrkrepierer Corona-App: An Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten

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Pleitefall Corona-App (Foto:Imago/MiS)

Man hätte fast schon blind darauf wetten können: Wenn etwas so extrem überteuert ist, so dilettantisch vorbereitet und so stümperhaft umgesetzt wurde wie die Corona-Warn-App, dann wäre es ein Wunder gewesen, wenn sie fehlerfrei funktioniert hätte. Doch inzwischen steht fest: Die technischen Handicaps wie Inkompatibilität mit älteren Smartphone-Modellen oder Android-Handys waren wohl nicht der einzige Geburtsfehler.

Denn trotz ihrer aberwitzigen Kosten von 68 Millionen Euro – IT-Experten wiesen darauf hin, dass Entwickler am freien Markt Apps mit vergleichbaren Funktionalitäten in Indien für 5-10.000 Euro einkaufen – war die Corona-Warn-App wochenlang nur begrenzt nutzbar – inklusive massenhaft Fehlern und technischen Störungen. Dass dies erst jetzt auffiel, war dem erfreulichen Umstand geschuldet, dass Corona entgegen der verbreiteten Medienhysterie in der Fläche inzwischen eine weniger als geringe Rolle spielt (und Infektionen außerhalb der punktuellen Hotspots derart selten sind) und ohnehin kaum „Alarme“ anschlugen.

Und das ist dann auch schon das beste, was sich über diese App sagen ließ: Sie kam auf den Markt zu einem Zeitpunkt, zu dem sie – selbst wenn sie funktioniert hätte – bereits vollkommen überflüssig war. Denn die aktuellen Infektionszahlen, darauf wies auch die digitalpolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion, Joana Cotar, heute hin, legen in Deutschland nahe, dass die App augenscheinlich keinen Effekt hat. Nicht von ungefähr wollte oder konnte die Regierung keine Angaben zu den ausgelösten Alarmen machen; bundesweit wurden mickrige 660 Tele-TANs von der App ausgeworfen; optimistische RKI-Schätzungen schließen daher auf 550 Infektionsmeldungen. Dafür wurde – inklusive Werbemaßnahmen ein achtstelliger Millionenbetrag ausgegeben, entsprechend dem ungefähren Wert eines Einfamilienhauses für jede einzelne von der App detektierte Infektion.

Geburtsfehler, Folgefehler, letale Fehler

Sowieso war der epidemiologische Nutzen der Warn-App von Beginn an nicht erwiesen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass die Ergebnisse weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Hinzu kam ein planerischer Schwachpunkt: die wenigsten als Teil einer „Infektionskette“ Ermittelten melden sich freiwillig – denn wer will sich trotz Symptomfreiheit wochenlang in Quarantäne sperren lassen? Derartige „eingebaute“ Logikfehler der App standen von Beginn an fest.

Doch das dieses gepriesene Instrument nun trotz der astronomischen Kosten nicht oder nicht wie gewünscht funktioniert, macht selbst die Befürworter der App sprachlos. Cotar: „Die Bundesregierung hat sich bis auf die Knochen blamiert. Sie hat den Erfolg der Corona-Warn-App an den Downloadzahlen bemessen und sich dafür feiern lassen. Nun zeigt sich, wie unsinnig und peinlich das war. Das alles ist den Bürgern nicht mehr zu erklären.“ Deshalb ist es höchste Zeit, dass die Bundesregierung dem Spuk ein Ende macht – und die App endlich abschaltet. Schon im Interesser der Steuerzahler. (DM)

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