Widerlicher Videodreh: Düsseldorfs SPD-OB Geisel und sein antisemitischer Rapper-Freund Farid Bang

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OB Geisel und sein antisemitische Rapper-Freund (Bild Geisel: Michael Gstettenbauer, siehe Link, CC BY-SA 4.0) - Farid Bang (Bild: Wikipedia, CC BY-SA 2.0)

Düsseldorfs SPD-Oberbürgermeister Thomas Geisel fand nichts- aber auch gar nichts dabei, den sexistischen, homophoben und antisemitischen Deutschrapper Farid Bang den migratischen Jugendlichen seiner Stadt als Vorbild zu präsentieren und ihnen so – lächerlich genug – die Corona-Regeln näher bringen zu lassen. Mitten drin statt nur dabei im antisemitschen Videodreh: Geisel selbst. Nun hagelte es Kritik, auch deshalb weil behauptet wurde, die jüdische Gemeinde der Stadt sei vor dem Machwerk konsultiert worden.

„Mein Körper ist definierter als von Auschwitzinsassen“. So nur ein Auszug aus den antisemitischen, frauenfeindlichen und hetzerischen Textzeilen des marokkanischstämmigen Rappers Farid Hamed El Abdellaoui – alias Farid Bang. Nach einer Zusammenarbeit mit dem Rapper Kollegah wurden gegen die beiden Gestalten 2018 wegen Volksverhetzung ermittelt. Obwohl auch Düsseldorfs SPD-Oberbürgermeister Thomas Geisel über den Prollrapper informiert gewesen sein dürfte, hatte er Bang gebeten, in Vorbildfunktion ein Video mit ihm zu drehen, um so die migrantische „Partyszene“ in Düsseldorf über das Thema Corona aufzuklären. Vorher hatte Geisel u.a. auch die Haus-und-Hofband von Bundespräsident Steinmeier – die kurz vor der Pensionierung stehenden Toten Hosen – angefragt. Die hatten das Angebot aber abgelehnt.

Nun hagelte es nicht nur an der antisemitschen Personalwahl des OBs massiv Kritik. Auf Bild-Anfrage hatte die Stadt erklärt, dass Geisel im Vorfeld der Veröffentlichung Kontakt zur jüdischen Gemeinde aufgenommen habe, um ihnen von den Videoplänen zu berichten. „Es gab von Seite der Gemeinde zumindest uns gegenüber keine Einwände“, so die zitierte Antwort aus dem Rathaus.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Presseaussendung verneint die Jüdische Gemeinde Düsseldorf jedoch, vorher konsultiert worden zu sein: „Ich kann bestätigen, dass weder eine schriftliche noch eine mündliche Anfrage der Stadt Düsseldorf über ein Video der Stadt mit dem Rapper Farid Bang bei uns eingegangen ist“, so Gemeindedirektor Michael Rubinstein.

Jüdische Gemeinde Düsseldorf (Bild: Twitter)

Danach ruderte wiederum Düsseldorfs Stadtsprecher zurück und gab das Bauernopfer: Irrtümlicherweise sei er nach einem Gespräch mit dem OB davon ausgegangen, dass dieser mit Offiziellen der Gemeinde gesprochen habe. „Insoweit war das mein Fehler. Diese Irritation mit der Jüdischen Gemeinde ist von unserer Seite allerdings durch Schriftwechsel bereits ausgeräumt worden“.

Auch die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) – im Amt der Antisemitismus-Beauftragte der NRW-Landesregierung auf ihren Ruhestand wartend – vermeldet Kritik. Auf Twitter postet sie mit dem Vermerk: „Wer so etwas sagt, ist kein „wilder Junge“, sondern menschenverachtend. #FaridBang kann kein Vorbild sein. OB Geisel sendet ein fatales Signal“ ein Farid-Bang-Sprüchlein:

 

Am Mittwoch hat sich nun OB Geisel zum Video-Happening mit dem asozialen Migranten-Rapper geäußert und zeigt einmal mehr auf, wie Sozialdemokraten ticken: Er wisse, dass Bang eine „ausgesprochen kontroverse Figur“ sei, so Geisel. „Ich halte manches, was er gemacht hat, für widerwärtig“ – der Musiker habe aber seine früheren Texte bereut, so der SPD-Funktionär weiter.

Auf die geplante Veröffentlichung eines gemeinsamen Videos verzichtete Geisel allerdings. Stattdessen veröffentlichte die Stadt ein Video, in dem Farid Bang die Zuschauer alleine anspricht. (SB)

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