Nicht mehr von dieser Welt: Deutsche Bischöfe halluzinieren über den Flüchtlingssegen

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Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx (Foto:Imago/Lindenthaler)

Gestern noch am Abgrund, heute schon einen Schritt weiter: Evangelische und katholische Kirche in Deutschland zementieren ihren Realitätsverlust und feiern die seit 2015 mehr oder weniger pausenlos anhaltende Flüchtlingswelle als großen gesellschaftlichen Erfolg – für Deutschland, für sich selbst. Und, das obwohl beide – die Staat und Kirche – auf dem absteigenden Ast sind. Ein klarer Fall von durchgeknallter Ökumene.

Während die Gläubigen allerdings die Möglichkeit haben, aus den Amtskirchen auszutreten und davon auch in Scharen Gebrauch machen, ist dies beim Staat nicht so ohne weiteres möglich (obwohl es ja auch hier schon praktische Empfehlungen von Politikern gab, z.B. wem es nicht passt, der möge halt auswandern). Auf Gedeih und Verderb müssen die meisten daher in der angestammten Heimat miterleben, wie ihnen Land und Leute von Tag zu Tag buchstäblich fremder werden, wie eine Politik aus dem Tollhaus ihre Interessen verrät und sie immer stärker zur Kasse bittet, um „Solidarität“ und „Hilfe“ zu leisten – stets nur für andere, nicht für die eigenen Bürger.

Bei den Kirchen ist eine ähnliche Tendenz zu beobachten und hier macht sich der Interessenverrat durch die Verlagerung des Hauptaugenmerks von religiösen und seelsorgerischen Fragen hin zur zunehmenden aktiven Einmischung in gesellschaftspolitische Streitthemen bemerkbar. Das Jenseitige ist démodé, es geht ums Hier und Jetzt – damals auf der Balkanroute, heute im Mittelmeer. Statt Glaube zählt Haltung, statt Frömmigkeit das politisch korrekte Gewissen.

Und dazu gehört auch das sture Beschwören von längst durch die Realität widerlegten Dogmen zu Migration und Asyl. Für die  Kirchen sind Flüchtlinge nicht nur ausnahmslos Flüchtlinge, weil sie es selbst von sich behaupten, sondern sie sind auch die besseren Menschen. Goldstücke darf man sie nicht mehr nennen, weil das zynisch wäre, doch sie dass sie etwas brächten, das „wertvoller als Gold“ sei (wie einst SPD-Einpeitscher Martin Schulz trötete), haben die Kirchen verinnerlicht.

„Zuversicht statt Angst“

Da verwundert es nicht, dass sie jetzt eine rundum „positive Zwischenbilanz zur Flüchtlingswelle von 2015“ gezogen haben, wie das „Neue Ruhrwort“ unter Berufung auf die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) meldet: Bundeskanzlerin Angela Merkel hätte mit ihrer Devise „Wir schaffen das“ im Spätsommer 2015 die „absolut richtige Botschaft“ gefunden und „Mut gemacht“. Dem schloss sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, an: „Wer politische Verantwortung trägt, muß Zuversicht verbreiten und nicht Angst.“ Zu Letzterem gehört längst auch das Benennen unbequemer Wirklichkeiten, die sogenannte „Faktenhetze“. Davon wollen die Kirchenchefs natürlich nichts hören.

Sie flüchten lieber selbst – und zwar in ihre wolkigen Elfenbeintürme, wo sie die „Erfolgsstory Integration“ rekapitulieren, wie sie sie sehen: Rund die Hälfte der damals Gekommenen sei heute in Arbeit oder Ausbildung, begeistert sich Bedford-Strohm – 500.000 Menschen. „Davon hätten viele vor fünf Jahren nicht zu träumen gewagt mit Blick auf die notwendigen Qualifikationen und Sprachkenntnisse“. Und der katholische Münchner Kardinal Reinhard Marx ergänzte laut „Junge Freiheit„: „Auch die von manchen Untertönen begleiteten Befürchtungen, daß dadurch die Kriminalitätsrate in Deutschland steigen würde, haben sich nicht bewahrheitet.“

Beides ist so falsch wie die frisierten, selektiv herangezogenen Statistiken, die derartigen Behauptungen zugrundegelegt werden. Die Zahl der formal „Beschäftigten“ besagt nichts darüber, dass sie auch weiterhin Sozialleistungen erhalten; Aufstocker oder geringfügig Beschäftigte fallen unter diese Berechnung nämlich ebenso, wie „Ausbildung“, staatliche Fortbildungskurse, Weiterbildungsmaßnahmen und von den Jobcentern finanzierte Praktika, für deren formale Dauer die Betreffenden dem „Arbeitsmarkt“ oder dem Bereich „Berufsausbildung“ zugezählt werden.

Frisierte Zahlen zur allseitigen Erbauung

Die tatsächlichen Zahlen sehen selbstverständlich völlig anders aus: Die echten Flüchtlinge und Asylbewerber nämlich, die entweder anerkannt oder geduldet werden, machen gerade einmal 40,1 Prozent aller hier registrierten „Schutzsuchenden“ aus – das ist die Gesamtschutzquote; die Mehrheit von 60 Prozent hat diesen Status überhaupt nicht. Sofern es sich bei den Anerkannten und Geduldeten um „Kriegsflüchtlinge“ handelt, so dürfte dies seit 2015 eigentlich nur Menschen aus Syrien und Afghanistan betreffen, wo die Verhältnisse wegen Krieg und Terror tatsächlich einen Schutzanspruch begründeten. Ausgerechnet von diesen sind zwei Drittel bis drei Viertel – bei den Syrern sind es über 75 Prozent – von Hartz-IV abhängig – und zwar trotz der Taschenspielertricks des Staates, die von den Kirchen naiv nachgebetet werden.

Stattdessen haben die Kirchen ganz andere Sorgen: „Bedroht wird unser Gemeinwesen nicht von Migranten, sondern von Rechtsaußen“, predigt Marx, und beruft sich auf den kürzlich veröffentlichten Verfassungsschutzbericht. Dass seine gläubigen Schäfchen da persönlich ganz andere Alltagserfahrungen und Wahrnehmungen haben dürften, ficht ihn nicht an. Für diese Pfaffen heißt es daher: Mehr Migranten ins Land, damit Rechtsaußen ausgedünnt wird. Es ist die praktische Umsetzung des defätistischen Links-Mantras „Lass uns mit diesen Deutschen nicht allein!“.

Bedford-Strohm macht bereits Nägel mit Köpfen – und steigt bekanntlich ab kommendem Monat aktiv ins Schleppergewerbe ein, samt kircheneigenem „Rettungsschiff“ (der Sea-Watch 4), das den fortgesetzten Rechtsbruch im Mittelmeer und den Nachschub an „geschenkten Menschen“ professionell vorantreiben will. Wer sich fragt, ob dies die Aufgabe einer traditionsreichen christlichen Kirche sein soll, setzt sich aus Sicht dieser Haltungshohepriester schon dem Verdacht des Rassismus aus. Laut Bedford-Strohm soll es sogar zu „Kircheneintritten wegen der Seenotrettung“ gekommen sein: „Die Leute sagten, ich bin stolz auf meine Kirche“, so der bayerische Landesbischof gegenüber KND. Sollte dies tatsächlich jemand von sich gegeben haben, dann muss er allerdings noch verstrahlter sein als die Kirchenbosse selbst. (DM)

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