Klimawandel auf den Konten der EU-Bürger

0
Neulich in Brüssel (Foto: Von Marko Aliaksandr/Shutterstock)

Verfolgt man die Argumentationslinien beim ökolinken Siegeszug vergangener Jahre, dann entdeckt man immer wieder eine Unsinnsvokabel namens „Nachhaltigkeit“. Auch jetzt, bei dem nun beschlossenen EU-Corona-Hilfsprogramm, schimmert durch, worum es eigentlich schon länger geht.

Von Hans S. Mundi

Ein Virus wird zur Tarnung missbraucht, der Aufstieg eines neosozialistischen europäischen Staatengebildes geschickt verschleiert. Dabei war doch schon vor Corona die Richtung klar, die Ursula von der Leyen ohne jede Skrupel in ihrer neuen Rolle als Präsidentin der EU-Kommission brutal vorgab: „Green Deal“ – die Grünen synonymisch an der totalen Macht. Und: Das neue EU-Milliardenprogramm soll vor allem „nachhaltig“ und gegen den Klimawandel wirken. Vorwärts, es lebe der Ökosozialismus.

Linke Halluzinationen: EU bis 2050 erstes Öko-Paradies der Welt

Die Europäische Union verpflichtet sich, bis 2050 zum ersten klimaneutralen Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Dafür sind erhebliche Investitionen erforderlich, sowohl vonseiten der EU und des öffentlichen Sektors der Mitgliedstaaten als auch vonseiten des privaten Sektors. Der heute vorgestellte Investitionsplan für den europäischen Grünen Deal, also der Investitionsplan für ein zukunftsfähiges Europa, wird öffentliche Investitionen mobilisieren und dazu beitragen, durch die Finanzinstrumente der EU – insbesondere InvestEU – private Mittel freizusetzen, was zu Investitionen in Höhe von mindestens 1 Bio. EUR führen würde.“

Dieselfahrverbote für Madrid und Barcelona, Windräder am Strand von Gran Canaria

Jetzt nach dem EU-Gipfel bekommen viele wieder das Kleingedruckte nicht mit. Es sollen also wirtschaftlich in Talfahrt befindliche Krisenländer gerettet werden. Das ist so fragwürdig wie unseriös, wenn man dazu gegenüberstellt, was von der Leyen bereits in ihrem „Green Deal“ vorgegeben hatte. Sollen jetzt mit Milliarden in Itailen Fahrradwege bis zur Adria gebaut werden? Soll Frankreich doch noch genötigt werden, all seine Atomkraftwerke abzuschalten? Wird es Spanien helfen, wenn jetzt autofreie Städte und Dieselfahrverbote für Madrid und Barcelona kommen oder Windräder am Strand von Gran Canaria? Merken Sie was? Es blüht der Schwachsinn in schlimmster Blüte….!

Ausdruck der Hybris der Muster-Europäer und Vorbote seines Untergangs

Nun also eine kreditfinanzierte Umverteilung quer durch Europa in Höhe von nur 390 statt 500 Milliarden Euro: Die EU ist die Gemeinschaft der vielen Nullen. Der Zorn und die Wut der deutschen Presse ergießt sich über die „Sparsamen Vier“, jene Staaten, die für 110 Milliarden als Kredite statt Geschenke gekämpft haben. Dabei präsentieren sie die Rest-Vernunft Europas, und dass sie in der Minderheit sind, ist Ausdruck der Hybris der Muster-Europäer und Vorbote seines Untergangs. Denn an dem Kompromiss ist alles falsch: Da ist von „Wiederaufbauhilfe“ die Rede, als ob Corona eine neuartige Bombe sei, die Städte, Fabriken und Straßen vernichtet. Nichts muss wiederaufgebaut werden – alles läuft, wenn die Menschen nur wieder arbeiten dürfen. Und „Sparsamkeit“ fällt einem nicht ein bei einem Betrag von 390 Milliarden, also mehr als ein Zehntel der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung, die jetzt quer durch Europa verteilt werden. Was genau ist daran „sparsam“?

Der unaufhaltsame Niedergang des europäischen Bürgertums

Was Top-Journalist und Wirtschaftsexperte Roland Tichy jetzt als schwarzes Zeichen an die Wand malt, markiert auch den Niedergang des einst wirkungsmächtigen europäischen Bürgertums. Der freie und fleissige, nach Fortschritt strebende Leistungsträger der Gesellschaft, er findet politosch kaum noch statt, ökonomisch wird er unter „Grüne“ oder andere schlicht idiotische „Deals“ gepflügt. Geld her!

Das gemütliche Paradies des Sozialismus zum Greifen nahe

Linke Politiker und Ökonomen lieben die EZB, wie sie Mario Draghi umgestaltet hat und wozu sie seine Nachfolgerin als Präsidentin, Christine Lagarde, weiterentwickelt: Mit der virtuellen Druckerpresse werden Pleitestaaten gerettet, Staatsausgaben finanziert, Sozialleistungen bezahlt und Kapitaleigner durch Null- oder Negativzinsen enteignet. Das bedeutet mehr Staat, weniger Wirtschaft, weniger ökonomischer Zwang, und das alles organisiert über eine EU-Superbehörde, die dem Willen der wankelmütigen Wähler entzogen ist. Schrittweise verwandelt sich die EZB von einer auf Geldwertstabilität ausgerichteten Notenbank in eine Wirtschaftssuperbehörde der EU, die über Kreditvergabe und gezielte Anleihenkäufe „grüne“ und andere politisch erwünschte Investitionen fördert und schlechte, ertragreiche, weil am Konsumentenwillen orientierte, benachteiligt. Was kann sich ein Anhänger einer staatlichen gesamtwirtschaftlichen, möglichst undemokratischen und bürokratischen Wirtschaftslenkung noch mehr wünschen? Mit frisch gedrucktem Geld scheint der Dämon der Knappheit endgültig besiegt, das gemütliche Paradies des Sozialismus zum Greifen nahe.“

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram