Erfundener NSU-Nagelbombenanschlag von Köln: Anwalt droht Haft

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Nach angeblich rechter Bombendrohung gesperrtes Gerichtsgebäude in Berlin: Wieviele FalseFlags gibt es noch? (Foto:Imago/photothek)

Peinlicher Dämpfer für die Recken im Kampf gegen Rechts, ein weiterer Fehlalarm versaut den Nazi-Alarmisten wieder mal die Statistik: Das angebliche „NSU-Opfer“ beim Nagelbomben-Anschlag in der Kölner Keupstraße war frei erfunden. Im Münchner Prozessmarathon hatte diese Attacke stets eine besondere Rolle ob der „besonderen Brutalität“ bei der Vorgehensweise gegolten; nun erweist sie sich als Fake. Dem Rechtsanwalt des Opfers droht nun sogar Gefängnis – er hatte die False-Flag-Aktion zum eigenen Vorteil professionell auf die Spitze getrieben.

In den über 230 Verhandlungstagen hatte der Anwalt aus Eschweiler das vermeintliche Opfer des Kölner Nagelbombenattentats auf der Keupstraße vertreten – bis sich herausstellte, dass dieses überhaupt nicht existierte. Nun werden dem Juristen Betrug, Betrugsversuch, Urkundenfälschung und Anstiftung zur falschen Versicherung an Eides statt vorgeworfen, wie der „Kölner Express“ berichtet; ihm droht Knast. Für das angebliche Opfer und eine angebliche Nebenklägerin „Meral Keskin“ hatte der 52-jährige Strafverteidiger seit Mitte 2013 bei der Verhandlung um Beate Zschäpe (45) am Oberlandesgericht teilgenommen.

Diese „Meral Keskin“ existiert überhaupt nicht, wie sich nun zweieinhalb Jahre nach Prozessbeginn herausgestellt hatte. Gegend den prozessbetrügerischen Anwalt wurde nun von der Staatsanwaltschaft Aachen Anklage erhoben. Für seine Mandate soll er laut „Express“ zu Unrecht Zahlungen von insgesamt mehr als 200.000 Euro für seine Tätigkeit erhalten haben. Er hatte unter anderem mit gefälschten Unterlagen und Täuschungen operiert.

Der Fall ist nachgerade typisch, weil er eines offenlegt: Bei Opfern mit Migrationshintergrund, zumal muslimischen, schaut man nicht so genau hin und hinterfragt nichts, da die Rollenverteilung meist vorher feststeht, niemand wagt, Schilderungen in Frage zu stellen, da die behauptete Schilderung erlittenen rassistischen oder fremdenfeindlichen Unrechts so schön zu den Vorurteilen passt, die diese Gesellschaft sich selbst gegenüber pflegt. Wieviele der angeblichen Opfer rechtsextremer Gewalt womöglich ebenfalls auf Lug, Trug und Selbstbetrug zurückgehen, wäre eine interessante Studie wert… (DM)

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