Ganz fiese Nummer: Rechtsextreme und ihr Frauenhass

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"Rechtsextremer Frauenhass" - eine ganz fiese Nummer - Foto: Imago

Es gibt eine ganze Reihe von Frauen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren und Morddrohungen der sexistischen Art erhalten haben, berichtet die „Welt“. Was steckt dahinter? – Die Medienkritik.

von Max Erdinger

„Mehrere Betroffene der „NSU 2.0“-Morddrohungen berichten über explizit frauenfeindliche Inhalte der Schreiben. Auch rechtsterroristische Attentäter zeigten bereits ihren Hass auf Frauen. Welche Rolle spielt er in der rechtsextremen Ideologie?„, fragen Frederick Schindler und Martin Lutz in der „Welt„. Sie beziehen sich u.a auf Morddrohungen gegen die Linke-Fraktionsvorsitzenden aus Hessen und Berlin, Janine Wissler und Anne Helm, sowie auf die Linke-Bundestagsabgeordnete Martina Renner, die Anwältin Seda Basay-Yildiz und auch die Kabarettistin Idil Baydar. In einem Gespräch mit der Zeitung habe Anne Helm von Vergewaltigungsdrohungen und drastischen Gewaltdarstellungen gegen weibliche Körper erzählt. Diese Drohungen zeigten, daß ihre Verfasser einem faschistischen Weltbild anhingen. Frauen hätten dem Erhalt des „Volkskörpers“ zu dienen. Mit unfreundlichen Grüßen – „NSU 2.0“.

Die Politikwissenschaftlerin Alexandra Kurth von der Universität Gießen erklärte dazu, die aktuell betroffenen Frauen entsprächen einem bestimmten Feindbild der extremen Rechten. Die Verfasser der Morddrohungen fühlten sich durch das Engagement dieser Frauen gegen Rechtsextremismus besonders getriggert. In ihrem rechtsextremen Weltbild werde Frauen weiterhin die Mutterrolle als Hauptaufgabe zugeschrieben, woraus eine extreme Abwertung von Frauen entstehe, die diesem Weltbild nicht entsprechen. Heike Kleffner, Geschäftsführerin des „Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“, ergänzte, daß rechtsextreme Männer Frauen als ihren Besitz ansähen, über welchen sie verfügen könnten. Die Drohmails zielten auf ihre „gesamte Identität und ihr Recht auf körperliche Integrität“ ab.

Morddrohungen

Generell dürfte es sich bei Morddrohungen um Einschüchterungsversuche handeln. Wer tatsächlich jemanden ermorden will, täte logischerweise besser daran, nicht erst eine Drohung auszusprechen. So gesehen ist eine Morddrohung wohl weniger die Ankündigung einer entsprechenden Tat, sondern mehr ein „Druck ablassen“. Logisch: wer tatsächlich jemanden ermorden will, der wäre mit einem arglosen Opfer „besser bedient“. Aber natürlich sind selbst solche Einschüchterungsversuche indiskutabel.

Das gälte allerdings auch für Jonas Stickelbroeck, den Sprecher der Grünen Jugend Bielefeld. Unter Bezugnahme auf den Stinkefinger-Ausraster des thüringischen Ministerpräsidenten Ramelow (Die Linke) gegen einen AfD-Abgeordneten im Parlament twitterte er: „Was Faschist*innen bekommen: Den Stinkefinger (Anm.: Stinkefinger als Emoji). Was Faschist*innen eigentlich verdient hätten: Aufhängen (Anm.: Foto von ermordeten Faschisten, mutmaßlich Mailand 1945, tot an den Füßen mit dem Kopf nach unten aufgehängt). Von Mordphantasien scheinen also nicht nur Rechtsextreme geplagt zu sein. Prinzipiell läßt sich wohl sagen, daß es jemandem nicht besonders gut gehen kann, der Mordphantasien hat und sie auch noch veröffentlicht.

Doch ändert das nichts daran, daß sich Morddrohungen dann, wenn man ausblendet, von woher sie überall kommen und wer bereits welche erhalten hat, hervorragend eignen, um das abgrundtief Böse eines ganz bestimmten Absenders zu beleuchten. In der deutschen Presse sind das traditionell sog. Rechtsextreme, die eigentlich mit „Braunlinksextreme“ zutreffender bezeichnet wären. „Bomber Harris, do it again!“ ist wegen der Bombardierung Dresdens in Kombination mit der Forderung nach einem „Volkstod“ die dazu passende, rotlinke Mordphantasie. Alles in allem scheint die politische Mordphantasie als solche ein gesamtlinkes Phänomen zu sein, bei dem sich Rotlinke und Braunlinke nicht viel nehmen. Man möge auf Seiten der Rotlinken bitte erklären, was schlimmer daran sein soll, Frauen den Tod an den Hals zu wünschen, als Männern und Kindern.

Das ist es nämlich, was eine Morddrohung im Grunde ist: Die Äußerung eines Wunsches, Ausdruck einer Mordphantasie, weniger die Ankündigung einer realen Tat.

Politisch motivierte Morddrohungen gegen Frauen

Wer politisch motivierte Morddrohungen gegen Frauen – wegen der Morddrohung als solcher – völlig zu Recht skandalisiert, müsste sich allerdings schwerpunktmäßig auf die Morddrohung kaprizieren und nicht darauf, daß sie sich gegen Frauen richtet. Wenn er es dennoch tut, dann wohl deswegen, weil es ihm nicht in erster Linie um die Morddrohung geht, sondern darum, einer ganz bestimmten Gruppe Frauenhass zu unterstellen. Dazu muß er allerdings die Existenz braunlinksextremer („rechtsextremer“) Frauen ausblenden. Von denen scheint es aber gar nicht so wenige zu geben, wenn man ausgerechnet der rotlinken Amadeu-Antonio-Stiftung folgt, die bereits vor sechs Jahren herausgefunden haben will, daß Frauen Schlüsselpositionen in der braunlinksextremen Szene besetzen.

Interessant ist, daß die beiden Autoren des gegenständlichen „Welt“-Artikels nicht eine Zeile deren Frauenbild gewidmet haben. Das hätte doch hochinteressant werden können? Welches Frauenbild haben braunlinksextreme, völkische Frauen? Ob sie wohl ebenfalls vom „Frauenhass“ befallen sind? Das Bild, das die beiden „Welt“-Autoren zeichnen, ist offensichtlich sehr unausgewogen.

Aber gut, „rechtsextremer Frauenhass“ soll es also sein, wenn es nach den beiden „Welt“-Autoren geht. Das ist schon deswegen eine Mogelpackung, weil es sich wohl eher um „Feministenhass“ handelt, nicht um „Frauenhass“. „Feministin“ ist aber kein gültiges Synonym für „Frau“, so wenig, wie „Mercedes“ ein Synonym für „Auto“ ist. Es gibt so viele unterschiedliche Autos, wie es unterschiedliche Frauen gibt. Auch bei den Autos gibt es die Rechtslenker. In Großbritannien zum Beispiel. Damit wären die Herren Schindler und Lutz also bereits einer mutmaßlich absichtsvoll konstruierten Zweckstory überführt. Der Zweck kann nur dadurch erfüllt werden, daß man wichtige Aspekte gänzlich unter den Tisch fallen läßt. Wäre ich passionierter „Welt“-Leser, dann wäre ich beleidigt angesichts der Offensichtlichkeit, mit welcher mich die beiden Autoren für so dämlich halten, daß sie glauben, mir „Feministin“ und „Frau“ als ein- und dasselbe andrehen zu können.

Es ist aber gerade zur Zeit ein in vielen redaktionellen Wortmeldungen beklagter Mißstand, daß sich die Mainstream-Journaille als eine Art volkspädagogisches Oberschriftlehrertum begreift, welches seinen „dummen Kinderchen“, den Lesern, die „richtige Weltsicht“ ohne Rücksicht auf Verluste bei Logik und Konsistenz einzubläuen habe. Die Herren Schindler und Lutz sind da offensichtlich keine Ausnahme.

Eine Zumutung

Eine Zumutung ist angesichts der Tatsache, daß bereits die Morddrohung als solche inakzeptabel ist, der Hinweis auf das Geschlecht der Bedrohten. Sind denn nicht alle „die Menschen“ gleich? Muß man wirklich unterstellen, daß rotlinksextremistische Feministinnen keinerlei Mordgelüste gegenüber braunlinksextremistischen „Machoschweinen“ haben? Das wäre bestimmt sehr realitätsfern. Und es ist auch nicht so, daß solche „braunlinksextremistischen Machoschweine“ noch nie Morddrohungen erhalten hätten. Haben sie. Allerweil reicht es sogar, ein apolitischer „alter, weißer Mann“ zu sein, um sich anzuhören, daß die Welt ein viel besserer Ort wäre, wenn es einen gar nicht gäbe. Zumindest ist der Wunsch, bestimmte Menschen sollten besser gar nicht existieren, die erste Voraussetzung dafür, über einen Mord auch nur nachzudenken. Und wer sich mit den literarischen Mordphantasien weltbekannter Feministinnen wie z.B. Valerie Solanas oder Andrea Dworkin auskennt, dem kommt das Gejammer der im „Welt“-Artikel genannten Frauen doch ein wenig übertrieben vor. Geschlechterhass, so es ihn denn gibt, wäre auf jeden Fall keine Einbahnstraße.

Da es aber nun einmal zwei verschiedene Geschlechter gibt, die in einem sehr wesentlichen Punkte des Menschseins aufeinander verwiesen sind, nämlich dann, wenn es um die Fortpflanzung geht, wäre es natürlich ein bißchen zu viel verlangt von einem Drohbriefschreiber, den Unterschied auszublenden. Sogar dann, wenn sich sein Hass auf bestimmte Personen aus deren politischen Standpunkten ergibt, bleibt es doch dabei, daß sie ein bestimmtes Geschlecht haben. Da Frauen im allgemeinen als unterlegen hinsichtlich ihrer Körperkraft gelten, eröffnen sich dem Mordphantasten ganz andere Phantasien als bei Männern.

Was die beiden „Welt“-Autoren als „Frauenhass“ verstanden wissen wollen, ist eigentlich nicht mehr, als die Einbeziehung eines destruktiven Lustfaktors in die Mordphantasie. In einem sehr pervertierten Sinne wäre dieser Lustfaktor dann als „ganz natürlich“ zu bezeichnen und dürfte nicht überbewertet werden. Es sei denn, man hätte ein Interesse daran, daß er überbewertet wird.

Genau das scheint im gegenständlichen „Welt“-Artikel der Fall zu sein. Es sieht ganz danach aus, als seien die ansich schon skandalösen Morddrohungen lediglich Vehikel, um einen „Frauenhass“ zu skandalisieren, der wiederum als „Feministenhass“ identifiziert worden zu sein hätte. Angeprangert werden soll recht eigentlich der Antifeminismus. Da es für den Antifeminismus aber sehr gute Gründe gibt, die nicht zu beanstanden wären, tut man natürlich gut daran, den Antifeminismus mit dem Braunlinksextremismus („Rechtsextremismus“) zu verrühren, weil er davon so richtig dreckig wird. Genau das ist das Ziel: Die Diskreditierung eines völlig berechtigten Antifeminismus.

Es dürfte außerdem darum gehen, das unhinterfragte Dogma zu festigen, Feministinnen seien die legitimen Interessenvertreterinnen für „alle Frauen“. Sind sie nicht! Abgesehen davon braucht kein einziger Mann Feministinnen, die ihm „Frau“ erklären. Jeder zweite Mensch im Leben eines jeden Mannes ist eine Frau. Wenn er kein ausgesprochener Blödel ist, wird er sich über die Jahre wohl selber ein Frauenbild machen können.

Toll: Frauen / Miserabel: Feminist*innen

Frauen müssen schon deswegen toll sein, weil sich Männer im allgemeinen sehr zu ihnen hingezogen fühlen. Kaum etwas ist für einen durchschnittlichen Mann schlechter zu ertragen, als eine Frau, der es schlecht geht, die traurig und in Nöten ist, vielleicht sogar weint. Himmel und Hölle würde der durchschnittliche Mann in Bewegung setzen, um einer solchen Frau die Lebensfreude zurückzubringen. Leider haben die Frauen aber einen schwachen Punkt, für den sie gar nichts können: Sie versagen völlig bei dem Versuch, die besseren Männer abzugeben. Nicht und nicht und nicht will es ihnen gelingen. Doch während sie es versuchen, vergeht erbarmungslos die Zeit. Es gibt Resultate des gescheiterten Versuchs zu sehen. Die sind alles andere als beruhigend. Das wäre vielleicht anders, wenn hierzulande der Differenzfeminismus zum feministischen Mainstream geworden wäre. Ist er aber nicht. Hierzulande hat sich der Gleichheitsfeminismus als Mainstream durchgesetzt, der zu allem Überfluß auch noch mit einer besonderen Perfidie aufwartet, nämlich der opportunistischen Rosinenpickerei. Obwohl grundsätzlich Gleichheitsfeminismus, nimmt er gern differenzfeministische Begründungen her, wann immer das Gleichheitsdogma zu unangenehmen Konsequenzen führen würde. Das sieht man schön an der Forderung nach einer Frauenquote. In den Parlamenten und in den Sahnejobs der Wirtschaft hätten die Feministinnen gern eine. Weil Frauen und Männer schließlich gleich sind. In den körperlich anstrengenden, gefährlichen und meist auch unterbezahlten Berufen hätten sie lieber keine. Weil Männer und Frauen schließlich unterschiedlich sind.

Es ist dieses opportunistische Hin- und Hergehopse der Feministen, diese unerträgliche Rosinenpickerei, die zum Himmel stinkt. Man muß auch nicht Braunlinksextremist („Rechtsextremist“) sein, um ganz nüchtern zu konstatieren, daß das Überleben eines bestimmten Ganzen davon abhängt, ob sein weiblicher Teil Kinder zur Welt bringt oder nicht. Das ist so, ganz egal, wer genau diese Feststellung trifft. Mit einer Reduzierung der Frau auf ihre Gebärfähigkeit hat das nichts zu tun. Realität ist etwas anderes als Reduzierung. Völlig wahnsinnig wäre jeder, der behauptet, der Unterschied zwischen Männern und Frauen beschränke sich auf körperliche Merkmale. Die Unterschiede gibt es, weil sie eine Funktion haben. Unterschiedliche Funktionen werden sinnvollerweise auch begleitet von unterschiedlichen „Werkseinstellungen“ der psychischen Art. Das subjektivistischste und egozentrischste Lebewesen, das man sich vorstellen kann, ist ein Neugeborenes. Es wäre ausgesprochen schlecht, wenn ihm nicht ausgerechnet von seiner Mutter dennoch mit großem Verständnis begegnet werden würde. Es hat schon seinen Grund, warum Väter erst mit zunehmendem Kindsalter immer wichtiger für den Nachwuchs werden. Die Mutter ist es sofort. Wenn man so will: Sie „versteht“ den Säugling. Allerdings nicht mit ihrem Verstand. Womit also dann? – Vage ausgedrückt: Mit ihrer Weiblichkeit. Gut so.

Der Zustand der Bundesrepublik Deutschland

Wer die menschliche Gesellschaft will, muß die männliche überwinden„, meinte einst das SPD-Urgestein Erhard Eppler (1926 – 2019). Bei der SPD fand man diesen Satz so gut, daß man ihn sogar ins Parteiprogramm mit übernommen hat. Jedenfalls zeitweilig. Inzwischen ist er von dort, wenn ich das recht im Kopf habe, wieder verschwunden. Abgesehen davon, daß sich Epplers Diktum durchaus lesen läßt als die Behauptung, Männer seien gar keine Menschen, können wir uns beim Anblick jener „menschlichen Gesellschaft“ unter Führung von Frauen nur noch verwundert die Augen reiben, denn: Weniger Menschlichkeit war noch nie seit dem ollen Adolf. Mehr „behauptete Menschlichkeit“ war allerdings auch noch nicht. Die Absenz statt einer Zunahme schwerer Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum stünde einer wahrhaft „menschlichen Gesellschaft“ gut zu Gesicht. Auch hier wieder: Man muß kein Braunlinksextremer („Rechtsextremer“) sein, um dieser Aussage zuzustimmen. Für die Zunahme der schweren Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum gibt es wiederum außer den jeweiligen Täter*Innen politisch Verantwortliche. Unter denen wiederum mehr Frauen als je zuvor. Die Bundeskanzlerin ist eine Frau, die EU-Kommissionspräsidentin ist eine, die Co-Vorsitzende der Grünen ist eine, die bei der SPD ebenfalls, die Verteidigungsministerin ist eine Frau, die Wehrbeauftragte usw.usf. Umgeben sind sie von Männern, die vor allem als eines nicht gelten wollen: Als Chauvinisten, Sexisten und Frauenfeinde. Geschweige denn als Frauenhasser. Den Vorwurf allerdings, frauenfeindlich zu sein oder gar Frauen zu hassen, hat man(n) heute schneller an der Backe kleben, als man fünf Euro in seinen Geldbeutel stecken kann. Man darf getrost behaupten, daß ein gesellschaftliches Klima der feministischen Einschüchterung herrscht, welches in der Folge dazu führt, daß Kritik an Frauen selbst dann sakrosankt ist, wenn es sich um sehr mächtige Frauen handelt. Das heißt, es gibt kaum irgendwo den Mut, dumme Frauen in mächtigen Positionen dumm zu nennen, wenn sie denn tatsächlich dumm sind. Aus Angst, der Frauenfeindlichkeit bezichtigt zu werden, obwohl man eigentlich nur dummheitsfeindlich wäre. Kein Mann, ob braunlinksextrem oder nicht, kann etwas dafür, wenn eine kritikwürdige Dummheit von einer Frau geäußert wird.

Gerade in den vergangenen Tagen und Wochen sind Äußerungen von politischen Frauen zu vernehmen gewesen sind, bei denen man bezweifelt, daß sie auch von Männern hätten kommen können. Aktuell den Vogel abgeschossen hat (wieder einmal) Frau Göring-Eckardt von den Grünen. Sie beschwerte sich darüber – totales Luxusproblem angesichts der wirtschaftlichen und der grundrechtlichen Lage im Rahmen der „Coronakrise“ – daß es in Jena 166 Straßen gebe, und daß lediglich 17 davon nach Frauen benannt seien. Frau Göring-Eckhardt bei Twitter empört: „Das sind 1,7 Prozent.“ – Au weia. Frau Hengameh Yaghoobifarah in der „taz“: Polizisten sollten auf Mülldeponien hausen müssen. Wenig später hatte sie so viele Gewaltandrohungen am Hals, daß sie sich unter Polizeischutz begeben hat. Frau Annalena-Baerbock ist der Ansicht, daß nicht Kobalt, sondern Kobolde im Lithium-Ionen-Akku hausen, daß das Netz den Strom speichert und daß man die Desinfizierung von was auch immer mit einem „Desinfikationsmittel“ vornimmt. Frau Ursula von der Leyen regte an, Arbeitnehmer sollten zur Stützung der lockdowngeprüften Wirtschaft auf Teile ihres Gehalts verzichten. Die Tweets der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli sind inzwischen legendär wegen der darin geäußerten – wie sagt man am besten? – „kontroversen Ansichten“. Und über allem schwebt der Ungeist von Frau Angela Merkel, die eine Unglaublichkeit nach der nächsten vom Stapel läßt. Eine interessante Beobachtung ist, daß es genügend Frauen gibt, die sehr wohl Kritik an ihren Geschlechtsgenossinnen üben. Alice Weidel, Vera Lengsfeld, Monika Gruber, Nicole Höchst, Lisa Fitz und viele andere mehr. Wie´s wohl kommt, daß ihnen niemand „Frauenfeindlichkeit“ oder gar „Frauenhass“ unterstellt? Der Vorwurf des Frauenhasses scheint tatsächlich nur Männern gemacht zu werden, selbst dann, wenn sie sich in ihrer Kritik inhaltlich nicht von weiblichen Kritikern ein- und derselben Frauen unterscheiden.

Wahrscheinlich muß man tatsächlich Braun- oder Rotlinksextremist sein, um jemandem mit Mord zu drohen. Das gälte dann natürlich auch für Morddrohungen gegen Frauen. Mit ihrem Geschlecht hätte das aber nicht ursächlich etwas zu tun, sondern mit ihren Standpunkten. Daß die Ausformulierung der Mordphantasien dann allerdings darauf zugeschnitten sind, daß sie Frauen sind, ist eine ganz andere Geschichte, nämlich die vom Unterschied. Den allerdings hätte kein Braun- und kein Rotlinksextremist erfunden.

So bleibt am Ende des „Welt“-Artikels ein sehr übler Nachgeschmack: Den beiden Autoren könnte es gar nicht primär darum gegangen sein, Morddrohungen gegen Personen zu skandalisieren, sondern darum, einen sehr berechtigten Antifeminismus in die „Schmuddelecke“ zu verschieben, auf daß er sich dort den Dreck einfange, mit dem er anders nicht so einfach zu bewerfen wäre. Das wiederum würde einer altbewährten, aber doch an Wirksamkeit stetig verlierenden Methode entsprechen. In der rotlinkspopulistischen, frauengeführten Bundesrepublik wird schon lange alles in die „faschistische“-, die „rechtsextreme“ oder „rechtspopulistische“ Ecke gerückt, was man nicht wahrhaben will. Wahr ist: Nach einem halben Jahrhundert forcierter Frauenermächtigung in öffentlichen Angelegenheiten wäre es durchaus an der Zeit, einmal ein Resümee zu ziehen und Vergleiche anzustellen zwischen dem, was von Feministinnen vor einem halben Jahrhundert an „Verbesserungen“ prophezeit wurde – und was davon bis zum heutigen Tage tatsächlich eingetreten ist. Daß es unterbleibt, ist vermutlich der Befürchtung geschuldet, daß die Antwort lauten könnte: Nichts ist von diesen Versprechungen übrig geblieben. Gar nichts. Weder haben wir heute eine „menschlichere Gesellschaft“ als vor fünfzig Jahren, noch haben wir eine mit „mehr Lebensqualität“. Am auffälligsten ist, daß unter der Ägide von Frauen auch das „Schaden abwenden und Nutzen mehren“ für das Volk nicht mehr so recht zu funktionieren scheint. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, daß auch die öffentlichen Frauen von heute sich darauf verlassen, letztlich würden es Männer sein, die Verantwortung dafür übernehmen, Übelstände wieder zu korrigieren. Nur: Diese Männer sind heute bereits rar geworden. Und nicht nur das. Rar, wie sie geworden sind, werden sie auch noch übelst diffamiert. Wie ein Elefant steht der Verdacht im Raum, daß öffentliche Frauen ihre Ämter eher begreifen als eine persönliche Auszeichnung oder als Kompensation für vergangenes „Unrecht an den Frauen insgesamt“, denn als dienende Funktion im Sinne des Ganzen. Dazu paßt dieser ubiquitäre Haß auf männliche Führungsfiguren, die wohl als personifizierte Angriffe auf bundesdeutsche Gleichheitsdogmen „erfühlt“ werden. Donald Trump, Wladimir Putin, Victor Orban usw.

Fest steht: eine durchfeminisierte Gesellschaft hätte dann, wenn es wirklich hart auf hart käme, nicht den Hauch einer Chance gegen eine nach archaischen männlichen Prinzipien organisierte Gesellschaft. Dazu bräuchte es noch nicht einmal einen klassischen Krieg. Schon heute ist zu beobachten, wie sich archaische Männergesellschaften in der Bundesrepublik breit machen und daß kein Kraut dagegen gewachsen zu sein scheint. Jedenfalls keines, das in dieser Bundesrepublik wächst. Dadurch gehen nicht nur peu a peu die „Frauenrechte“ flöten, sondern noch viel mehr Errungenschaften der modernen westlichen Welt.

Es dürften eher Ohnmachtsgefühle angesichts der faktischen Unterlegenheit der neudeutschen Feministengesellschaft anderen Gesellschaften gegenüber sein, die jenen Hass generieren, der sich dann in Morddrohungen gegen Frauen äußert. Mit „Frauenhass“ dürfte das recht wenig zu tun haben. Recht eigentlich wäre „Frauenhass“ ein Hass auf sich selbst, weil man ja Mensch wäre, und als solcher eben nur den einen Teil des Menschen ansich verkörpert. Auch von daher wäre „Frauenhass“ als Diagnose Quatsch. Daß der je individuelle Mensch ungeachtet seines Geschlechts bereits der ganze Mensch sei, ist ja auch nicht mehr, als eine Denkschablone der Neuzeit, die ausgerechnet von Rotlinken präferiert wird. Die Existenz keines Mannes sowie die Existenz keiner Frau ist ohne eine sehr fundamentale Inbezugsetzung der beiden Geschlechter zueinander überhaupt denkbar. „Frauenhass“ ist wahrscheinlich eine Erfindung rotlinker Ideologen. Es geht höchstens um Hass auf Feminist*Innen. Die dürften sich durchaus einmal neue Gedanken zu ihren alten Ideen machen. Ihre alten Postulate taugen nämlich keinen Schuß Pulver. Daß der in den gegenständlichen Morddrohungen sichtbar geworden „Frauenhass“ seine Ursachen im Braunlinksextremismus habe, ist allerdings eine sehr bequeme Ausrede der Adressatinnen dieser Morddrohungen, um ihre eigenen Gewißheiten keiner Revision unterziehen zu müssen. Das funktioniert so, wie bei dem ubiquitären Geschwätz vom bekämpfenswerten Hass insgesamt. Heute gilt: Der Hasser & Hetzer ist das Problem. Wie gnadenlos selbstgerecht das ist, wird deutlich, wenn man sich überlegt, daß wohl keinem, der einen Anstieg von „Hass & Hetze“ beklagt, in den Sinn kommt, daß da, wo niemand etwas sät, auch nichts wächst. Böse ist nicht zuerst der Hasser, sondern derjenige, der aus einem friedlichen Menschen einen Hasser macht. Wer noch über einen moralischen Kompass verfügt und sich viel mit feministischer Literatur beschäftigt hat, der weiß, wer jene „Frauenhass“, der eigentlich ein „Feministenhass“ ist, gesät hat: Feministinnen in jenem sagenhaften Subjektivismus, der sie auch zu hervorragenden Müttern gemacht hätte.

Alles beginnt mit der Sprache

Die feministische Sprachforscherin Luise Pusch: „Alles beginnt mit der Sprache. Nehmen Sie den Begriff Schamlippen: Scham steht ausschließlich im Kontext mit den weiblichen Geschlechtsteilen. Haben Sie schon von einem Schamstängel oder einem Schambeutel gehört? Warum erfinden wir nicht etwas Positives wie Venus- oder Vanillelippen? Wussten Sie, daß das Wort Vanille zurückgeht auf Vagina?“ – Subjektivismus in Reinkultur. Frau Pusch hat ihre Schamlippen jedenfalls nicht im Gesicht. Beängstigend, wenn man sich vorstellt, daß Frau Pusch ein öffentliches Amt bekleiden könnte. Es gibt das Schamhaar und das Schambein. Da gibt es keine Geschlechtsunterschiede. Hauptsache, Frau kann den lieben langen Tag unbeanstandet in der Gegend herumopfern. Das ist ein echtes Problem. Auch wenn es nicht verallgemeinerungsfähig ist, dürfte es wohl mindestens eine geschlechtsbezogene, nicht zu ändernde Tendenz beschreiben.

Meinereiner fragt sich, ob nicht Hass eine sehr menschliche Reaktion ist, die dann auftritt, wenn man permanent mit dem immer gleichen Schwachsinn konfrontiert -, und wenn einem der wiederum auch noch in einer bodenlosen, typisch rotlinken Arroganz als der Weisheit letzter Schluß angedient wird. Doch, das ist sehr menschlich. Die Bundesrepublik Deutschland ist spätestens seit der Amtsübernahme von Angela Merkel zu einer psychischen Folterkammer für jeden geworden, der dem Verstand Vorrang vor dem Gefühl einräumt. Öffentliche Frauen sind gemessen an ihrem Vorkommen überproportional häufig ein einziges Desaster im Amt. Ob einem diese Aussage gefällt oder nicht, spielt keine Rolle und hat mit Frauenhass nichts zu tun. Die einzige Frage ist: Stimmt das oder stimmt das nicht? Untersuchen sollte man es auf jeden Fall, auch auf die Gefahr hin, daß eine ganze ideologische „Frauenwelt“ kollabieren könnte. Abgesehen davon sind Frauen natürlich die liebenswürdigsten Lebewesen der ganzen Welt. Weswegen man(n) sich auch so zu ihnen hingezogen fühlt. Mit der größten Unschuldsmiene können sie die drolligsten Sachen behaupten. Wenn das nicht Liebe ist.

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