Abgesagte Weihnachtsmärkte, Urlauber-Quarantäne, Daueralarm: Wie der neue Lockdown herbeigeredet wird

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Bald wieder Ausgangssperren? Die "zweite Welle" wird's schon richten. (Foto:Imago)

Bislang ist der große Systemumbau (scheindemokratisch „verschlankte“ Durchgriffsrechte der Regierung, schleichende Souveränitätsverlagerung hin zu internationalen Organisationen, gelenkte Wirtschaft) durch Corona nicht geglückt, weil das Virus nicht die angekündigte Gefährlichkeit besitzt. Was tun? Die Antwort ist klar: Wo die „erste Welle“ faktisch ausblieb, muss nun die „zweite Welle“ herbeigeredet werden – koste es, was es wolle.

Inzwischen fällt bei dieser „Pandemie“ eines auf: Niemand erlebt diese Katastrophe, von der stets die Rede ist, im Nahbereich. Corona findet immer woanders statt: Entweder in der Zukunft, die mit düsteren Prognosen ausgemalt wird. Oder im Ausland, abseits objektiver Überprüfbarkeit. Im Nahbereich bleiben die Katastrophen aus, selbst auf dem Höhepunkt der Pandemie waren die Kliniken leer, und im Bekanntenkreis des Durchschnittsdeutschen gab es vielleicht eine Handvoll Infizierte, selten ernste Verlaufsfälle – doch die Toten blieben eine Geistererscheinung: Jeder redete darüber, doch keiner bekam sie zu Gesicht, und wo doch, dann waren es tragische, aber erklärliche und meist erwartbare Todesfälle.

Im Moment ist es wieder die Zukunft, die uns rabenschwarz geschildert wird: Die zweite Welle kommt bestimmt. Auf „Focus“ durfte sich gestern Virologe Christoph Spinner – Name ist anscheinend Programm – vom Münchner Klinikum Rechts der Isar per Videoschalte als sachkundiger Hobby-Nostradamus betätigen: Es könne „keinen Zweifel“ geben, „die zweite Corona-Welle wird kommen“. Dies sei zwingend, angesichts viel zu nah urlaubender Touristen ohne Mundschutz auf Mallorca, und viel zu dichter Menschenansammlungen. Anscheinend spielt die Tatsache, dass das Virus flächendeckend verschwunden ist, überhaupt keine Rolle mehr bei der Bewertung, was Mund- und Atemschutz oder Abstandsgebote konkret bringen.

Mit der Zweiten Welle kontrolliert man besser

Auch der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann rechnet laut „dts Nachrichtenagentur“ mit dieser zweiten Welle und hält für „realistisch“, dass sie kommen wird – denn dies zeige „die Geschichte verschiedener Respirationsviren“. Deshalb, so Ullmann stelle sich die wichtige Frage, wie man damit umgehe: „Sind wir vorbereitet auf eine zweite Welle, damit es nicht zu unkontrollierten starken Ausbrüchen kommt, die dann auch einen Lockdown nach sich ziehen?“ Das müsse man verhindern und das könne man auch verhindern, so Ullmann. Und wann immer Menschen aus einem „neu entstandenen Hotspot“ kämen, müssten – natürlich – „Quarantänemaßnahmen ergriffen werden“. Auch Ullmann findet die Geschäftsschließungen auf Mallorca „eine richtige Vorgehensweise, und ich hoffe nicht, dass wir kein zweites Ischgl dadurch erleben werden in unserem Land.“

Zweites Ischgl, zweite Welle – wo schon die ominöse „erste Welle“ gänzlich fehlte oder – alles in allem, zumindest in Deutschland – um Größenordnungen harmloser ausfiel als selbst in den „optimistischsten“ Szenarien geweissagt, die Virologen und Corona-Krisenpolitiker uns im März noch vorbeteten, da muss natürlich die Zukunft endlich den rettenden Nachweis bringen, dass Corona wirklich des Teufels ist und jede Maßnahme – von Schulschließungen bis Selbstverbrennung der Wirtschaft und Grundrechtseinschränkungen – absolut berechtigt war.

Dazu gehören auch vorsorgliche Totalabsagen von Großveranstaltungen, die zum elementaren kulturellen und sozialen Leben dazugehören, über Monate im Voraus. Machte diese Vorsichtsmaßnahme im Fall des Oktoberfestes und vieler vergleichbarer Volks-, Sport- und Weinfeste und ähnlichem ja  durchaus noch Sinn (die zu einem Zeitpunkt gestrichen wurden, als wirklich jeder noch daran glaube, die Corona-Pandemie sei „noch ganz am Anfang“ und der Riesenpeak käme erst noch auf uns zu!), so sind die gestern verkündeten ersten Absagen von Weihnachtsmärkten (etwa in Schwetzingen) eine völlig überzogene, unangemessene und in ihrer Signalwirkung fatale Entscheidung.

Abgesagte Weihnachtsmärkte als Vorbote des nächsten Lockdowns

Das Virus spielt kaum mehr eine Rolle – und selbst wenn es zehnmal so viele Fälle wie derzeit gäbe, bliebe die Situation noch weit hinter den im März/April befürchteten Szenarien zurück; und doch soll – womöglich auf Jahre hinaus – die Normalität einem nur noch wahnhaften „Sicherheitsbedürfnis“ geopfert werden. Dies hat nichts mehr mit der Pandemie zu tun – sondern mit der Vorbereitung auf einen neuerlichen Lockdown als Selbstzweck, auf einen Ausnahmezustand, der die neue Dauerwirklichkeit werden soll.

Erst wird die Wiederkehr des Virus herbeigeredet, dann werden durch Extrapolation von Wochen-Infektionszahlen und frisierten „Todesfall“-Statistiken die passenden Zahlen geliefert – wichtig ist nur eines: Dass wir alle aus dieser Nummer nicht mehr herauskommen. Und, auch dies ist eine bittere Wahrheit, dass wir uns an eine Zukunft mit Dauerimpfungen, gerne auch experimentell und wiederkehrend auffrischend, gewöhnen sollen.

Vor allem deshalb hört man in letzter Zeit – in dem Maß, wie das schwindende Virus wieder verstärkt zur Bedrohung hochgejazzt wird – vom erlösenden Impfstoff kaum noch etwas, beziehungsweise es werden, statt die hoffnungsfrohen Erfolge einzelner Firmen wie Biontech oder CureVac zu betonen, neuerdings die Erwartungen an den Corona-Impfstoff gedämpft.

Ziel permanenter Massenimpfungen?

Gerade heute wieder dämpft CDU-Bundesbildungsministerin Anja Karliczek die Erwartungen, dass es ein schnelles Ergebnis bei der Suche nach einem wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt: „Einige Forscher und Firmen sind offenbar auf einem guten Weg. Aber der Erfolg ist längst nicht garantiert“, so Karliczek gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland„. Niemand könne heute sagen, wie wirksam letztlich die Impfstoffe sind, die „momentan vielleicht in Tests recht gut aussehen“, oder ob sie „breit vertragen werden“.

Man habe, so die Ministerin, „immer gesagt, dass es vermutlich zwölf bis 18 Monate dauert, bis wir einen oder mehrere Impfstoffe der breiten Bevölkerung anbieten können.“ Auffällig, dass hier plötzlich, quasi durch die Hintertür, bereits vom Plural – „Impfstoffe“ – die Rede ist: Vielleicht deswegen, weil die Bundesregierung die Bevölkerung gleich mit mehreren Vakzinen beglücken will? Grund dazu hätte sie, nach Jens Spahns großer Einkaufstour von Juni, als sich die Bundesregierung gleich bei mehreren Entwicklungs-Biofirmen einkaufte und – parallel dazu, gemeinsam mit der EU – natürlich die Gates-Impfallianz und weitere globale Programme unterstützte. Und es geht nicht nur darum, dass Deutschland durchgeimpft werde, sondern der gesamte Planet – denn „diese Pandemie muss weltweit unter Kontrolle gebracht werden“. Wirklich die Pandemie – oder doch eher die Menschen? (DM)

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