Nur die Hautfarbe zählt: Deutschlands rassistischer Journalistennachwuchs fordert mehr schwarze Redakteure

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"Rassismus" pur: Nachwuchsjournalisten ohne diverse und schwarze Einschlüsse (Foto:Imago)

Heutige Journalistenschulen gleichen Kaderschmieden für einen ideologiefesten, moralisch unverbrüchlichen und für den Linksstaat unverzichtbaren, weil bedingungslos loyalen Nachwuchs: Denn heute ist Journalismus vor allem Aktivismus – und da sind korrekte Weltanschauung und Gesinnung gleichermaßen Arbeitsvoraussetzung und Berufsethos. Deutsche Nachwuchsjournalisten fügen dem „Wertekanon“ nun eine weiteres Pflichtfach hinzu: „Anti-Rassismus“.

Zu den üblichen Kern-Claims deutscher Haltungsjournalisten gehören schon seit längerem: Asyl- und Migrationsbejahung und Einordnung jeder Form von Zuwanderungskritik als zumindest Populismus, besser Rechtsextremismus / Warnung vor Folgen des final per „wissenschaftlichem Konsens“ bewiesenen menschgemachten Klimawandels und Etikettierung von Skeptikern als Klima-Leugner / Kompromisslose Rückendeckung für die Regierung im Kampf gegen die Pandemie mit möglichst spürbaren Freiheitsbeschränkungen und Abqualifizierung von Kritikern als Corona-Leugner / Publizistischer Kampf gegen die AfD und unterscheidungslose Zusammenfassung ihrer Anhänger unter der Chiffre „Faschisten“ / Antiamerikanismus und gesunder Hass auf Donald Trump (sowie in absteigender Reihenfolge  Jair Bolsonaro, Victor Orban, Alexander Duda, Boris Johnson) / Poppig-hippe Verklärung von Grünen-Politikern („Habeck kann Kanzler“) / Minderheitenemanzipation von Gendermainstreaming über Quotenzwang bis „diverse“ Geschlechtsdefinition.

Zu diesem inoffiziellen Pflichtenheft kommt nun noch eine weitere, bislang sträflich vernachlässigte Forderung: Das überfällige Eintreten gegen „Rassismus“ in den eigenen Reihen. Autorin Leonie Schlick vom 58. Lehrgang der Deutschen Journalistenschule (DJS) (jener „unabhängigen“ Münchener Journalistenschule, die von ARD-Programmdirektor Volker Herres geleitet wird) klärt ihre Kommilitonen und künftigen Berufskollegen in einem Gastbeitrag für den Medien-Branchendienst „Meedia“ auf: Der Journalismus in Deutschland ist „sehr weiß“ – was auch „die Berichterstattung über Rassismus“ zeige. Schlick weiß Abhilfe: „Was wir weißen Journalist*innen tun müssen, damit sich das verändert: Ihr Medien-Entscheider*innen müsst BIPoC-Journalist*innen fördern!“

Entscheidend ist nicht „Brain“, sondern „Skin“

Konkret heißt das: Mehr schwarze Journalisten in die Redaktionen. Es ist eine Forderung, die gut zur zeitgeistigen „Black Lives Matter“-Psychose passt – weil sie genauso rassistisch ist wie die Brille, durch die diese Protestbewegung die Welt sieht: Entscheidend ist nicht, was in den Köpfen steckt, sondern welche Hautfarbe Menschen haben – und schwarze, „diverse“ Personen sollen unter rassistischer Reduktion auf dieses eine angeborene Merkmal bevorzugt und privilegiert werden, bis der Proporz stimmt.

Beim journalistischen Nachwuchs Deutschlands fallen solche Forderungen freilich auf fruchtbaren Boden – so wie dort eigentlich Überzeugungsarbeit oder gar Gehirnwäsche gänzlich überflüssig sind – weil der deutsche Schreiber- und Reporternachwuchs, der es heute auf die etablierten Journalistenschulen schafft, bereits von Haus aus linientreu und chemisch gereinigt ist.

Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft„, weiß Schlick, und dazu gehöre, „dass wir weiße Menschen es gewohnt sind, als Norm zu gelten… Schwarze Menschen, People of Color oder Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind das oft nicht„. Das Berufsverständnis deutscher Journalisten, die einst Meinungsvielfalt fördern, aufklären und informieren wollen, hat sich inzwischen schon während der Ausbildung gewandelt: Heute geht es um betreutes Denken, um einen Erziehungsauftrag. Und den können nur jene mit dem passenden Mindset erfüllen: „Ihr könnt sagen, dass ihr weder rassistisch denkt, noch handelt und dass man das eurer journalistischen Arbeit auch ansieht… Aber dann könnt ihr euch sicher sein, dass sich im Journalismus nichts verändern wird. Und das muss es!„, droht Schlick vorsorglich all jenen mit Neigung zu toxischer Selbstreflektion – und bringt ein  illustres Beispiel aus dem lustigen Journalistenalltag in Zeiten der George-Floyd-Märtyrerverklärung: „Wenn die Berichterstattung über die rassistischen Verbrechen des NSU die Opfer und Angehörigen kriminalisiert und rassistische Stereotype reproduziert: Dafür seid oft ihr verantwortlich, vor allem die Entscheider*innen unter euch. Denn ihr seid fast alle weiß!“. Die Hautfarbe macht also die Meinung.

„Sichtbare Diversität“ in der Nachfolge des Ariernachweises

Deshalb wollen die „15 weißen Nachwuchsjournalist*innen„, für die Autorin Schlick hier die Stimme ergreift, nicht nur die richtige Denke, sondern den adäquaten Geburtenhintergrund in Deutschlands Redaktionsstuben durchsetzen: „Eine kürzlich von den Neuen Deutschen Medienmachern herausgegebene Studie zeigt: Nur sechs Prozent der Chefredakteur*innen der reichweitenstärksten 122 Medien in Deutschland haben einen Migrationshintergrund“, jammert sie in ihrem Artikel. Das muss sich natürlich sofort ändern. Was vor 80 Jahren der Ariernachweis war, der von den damaligen „Schriftleitern“ bei der Zusammensetzung von Zeitungsredaktionen zu berücksichtigen war, ist heute die der Diversitätsnachweis.

Und wie beim Thema Klima soll der Diskurs durchs Dogma ersetzt werden; das Bewusstsein bestimmt das Sein: „Medien dürfen nicht mehr darüber diskutieren, ob es Rassismus gibt. Wir müssen Rassismus als gesellschaftliche Realität anerkennen.“ Das schreibt im Jahr 2020 eine Repräsentantin der Deutschen Journalistenschule – und vertieft diesen geistigen Offenbarungseid, indem sie ergründet, wie schwer es Weiße haben, dass Schwarze schwarz sind: „Wir müssen uns mit unserem Weißsein auseinandersetzen und damit, was das für unsere journalistische Arbeit bedeutet. Verstehen, dass unser Weißsein die Perspektive ist, von der aus wir Journalismus betreiben. Diese Perspektive ist nicht neutral. Und es gibt Bereiche und Themen, die wir nicht nachempfinden können. Dessen müssen wir uns bewusst sein und das reflektieren. Menschen fragen, die es wissen könnten.“

Man kann nur mutmaßen, was eigentlich in gebildeten, schwarzen Menschen vorgehen muss, die seit Jahrzehnten sicher, friedlich, in Chancen und Rechten vollauf gleichgestellt in diesem Land leben, wenn sie eine solch penetrante Nabelschau linker Hobbypsychologen der schreibenden Zunft lesen – und miterleben müssen, wie alleine ihre Hautfarbe ihre Identität, ihre soziale Rezeption bestimmt, in einem Maße, wie dies zuletzt in Südafrikas Apartheidregime der Fall war (unter umgekehrten Vorzeichen).

Diskriminierung schwarzer Leistungsträger und Persönlichkeiten

Die, die sich hier in weißer Selbstgeißelung üben, kommen vermutlich schon mangels Horizontreichweite gar nicht auf die Idee, wie verletzend und diskriminierend ihre oberflächliche PoC-Verherrlichung auf all jene schwarzen Journalisten (und Vertreter anderer Berufsgruppen) wirken muss, die ihre Karriere und Leistungen eigenem Fleiß, Können und Ehrgeiz verdanken – und die keine Lust darauf haben, sich zeitlebens anhören zu müssen, sie wäre nur wegen idiotischer BLM-AffirmateAction-Regeln in ihre Position gelangt. Dasselbe Argument wird übrigens auch von weiblichen Gegnern der Frauenquote vorgebracht – und von deren Fürsprechern regelmäßig überhört.

Wer, wie die DJV-Adepten der Framing-Presse, mit autosuggestiver Dauerschuld, deutsch-postkolonialer Erbsünde und dem verinnerlichten Credo moralischer Unfehlbarkeit großgeworden ist, der geht in der selbstgeklitterten Scheinrealität allerdings so sehr auf, dass ihm selbst diejenigen Menschen nur noch als Mittel zum Zweck der selbstgerechten Gesinnungsveredelung reichen, für deren Rechte er angeblich eintritt. So wie die Gut- und Bessermenschen über die von ihnen glorifizierten und nach Deutschland geklatschten „Schutzsuchenden“  im Prinzip nicht das geringste wissen (wollen) und sich auch nie darum scherten, wieviele Millionen anderswo auf diesem Planeten jämmerlich krepieren (und denen es weit schlimmer geht als den Vorzeigemigranten, die es hierher geschafft haben), so ist ihnen heute völlig latte, ob ihre jüngst entdeckte schwarze Schutzklientel vielleicht gar nicht damit einverstanden ist, neuerdings zu Opfern eines Phantomrassismus stilisiert zu werden, der nur durch plötzlich aufgewachte, neusensibilisierte weiße Aktivisten, die sich vor ihnen niederknien und für sie Partei ergreifen, überwunden werden kann. Denn Antifa, antirassistische NGOs, weiße Positiv-Rassisten und neuerdings auch DJV-„Jungagitator*innen“ halten sie ja offensichtlich für nicht fähig, dies alleine zu schaffen.

Und diese Hybris ist dann wirklich white supremacy, und zwar von der übelsten Sorte.

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