Siegesfeier auf Herrenchiemsee

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Merkel und kein Ende (Collage:Jouwatch)

Die Zahl der gesundheitlich, seelisch und materiell Leidtragenden von „Corona“ ist auch in Deutschland gewaltig. Doch selbstverständlich gibt es wie immer bei großen Heimsuchungen auch Profiteure.

Von Wolfgang Hübner

Die zwei größten politischen Profiteure sind zweifellos Angela Merkel und Markus Söder. Ihr pompöses Treffen am Dienstag auf Herrenchiemsee (jouwatch berichtete) war deshalb eine Siegesfeier. Die vor „Corona“ verbraucht, lustlos und zittrig wankende Langzeitkanzlerin konnte in den letzten Monaten für sich und ihre nicht weniger marode wirkende Partei eine fulminante demoskopische Wiedergeburt feiern. Und der bayerische Ministerpräsident, der sich ohnehin am liebsten selbst feiert, sonnte sich im Glanz hoher Popularitätswerte als Krisenmanager in der feudalen Märchenkulisse.

Sowohl Merkel wie Söder haben ihren eigentlichen Triumph aber nicht in den Umfragen errungen, sondern in dem multimedial massiv unterstützten Sieg über ein in irrationale Todesangst versetztes, wegen Überalterung ohnehin sehr ängstliches deutsches Volk. Denn wie bei der Grenzöffnung 2015 waren und sind die Maßnahmen der Regierenden keineswegs im Interesse und zum Nutzen des allergrößten Teils der Deutschen. War es 2015 die schockartig durchgezogene Invasion kulturfremder Massen, so ist es in diesem Jahr 2020 der nicht weniger schockartige ökonomische Absturz mit seinen verheerenden Konsequenzen für Millionen Menschen im Land.

Die für beide Entwicklungen politisch hauptverantwortliche Bundeskanzlerin wird sich bis zu ihrem voraussichtlichen Abgang im Herbst 2021 dafür nicht mehr sonderlich rechtfertigen müssen. Denn das werden die gleichgeschalteten Medien, die ebenfalls so sehr von „Corona“ profitiert haben, schon zu vernebeln und zu verhindern wissen. Merkel hat sogar gute Aussichten, bei ihrem Abschied noch gelobt und gepriesen zu werden. Die verhängnisfolgen Konsequenzen dieser Kanzlerschaft sind zwar längst offensichtlich, aber eben nur für eine kritische Minderheit im Volk, die zudem immer größerem Druck und auch offener Repression ausgesetzt ist.

Söder hat bei der Siegesfeier auf Herrenchiemsee keinen Zweifel mehr gelassen, dass er nicht nur Ambitionen auf die Merkel-Nachfolge hat, sondern sie nun auch beansprucht. Er hat sich in Bayern während der Viruskrise als „harter Hund“ profiliert und in dieser Rolle Erfolg gehabt. Der Nürnberger mit dem großen Ego hat in seiner politischen Karriere schon mehrere Rollen erprobt, auch und gerade als sogenannter „Rechter“. Doch nun gefällt er sich als aggressivster AfD-Fresser und Maskendogmatiker, was nicht nur in Bayern bei den ewigen Untertanen gut ankommt.

Söder ist halt ein Typ für alle Gelegenheiten. Er wird auch keine Schwierigkeiten mit einem künftigen grünen Koalitionspartner haben. Wer keine Überzeugungen außer der von der eigenen Machtgier hat, kann sich in jeder Situation gut einrichten. Und da Söder nach eigener Einschätzung „Krise kann“, ist er wahrscheinlich genau der passende Nachfolger für all die Probleme, die das Erbe Merkels sein werden. Allerdings kann auch ein Söder an diesen programmierten Krisen scheitern. Vorerst aber wurde auf Herrenchiemsee der Sieg gefeiert. Der Besiegte sind übrigens wir, die Umgevolkten und Maskierten.

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