KURZ UND BÜNDIG – Weghören statt Zuhören scheint das Motto

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Die Medien im Mainstream kommen mit immer weniger Zitaten aus. Wozu auch? Hauptsache, die Botschaft des Redakteurs kommt rüber, dafür braucht man nicht unbedingt auch noch zusätzliche Stimmen.
Doch um die geht es. Journalismus, der nichts mehr aus der Welt aufnimmt, die er vorgibt zu beschreiben, ist tot, er gibt lediglich vor, zu berichten.
Ich habe gestern einen Tag lang Zitate für ein Buchprojekt zu bestimmten Themen gesucht – und mir dabei die Finger wund gegoogelt. Es scheint immer weniger Zitate im Blätterwald zu geben. Kein Wunder, wenn es immer weniger Korrespondenten und Reporter, dafür aber umso mehr Stubenhocker in den Redaktionen gibt. Für die Anlieferung von Inhalten sind ja schließlich die Nachrichtenagenturen zuständig, oder? Sollen die sich doch umhören!
Doch mit ihnen und ihren Berichten von der Stange (für alle) kommt der Einheitsbrei, der das Stimmen-Sterben noch befördert und beschleunigt.
Für eine Demokratie ist das schädlich. Denn der öffentliche Diskurs lebt von möglichst vielen Stimmen aller Beteiligten. Werden sie Mangelware, dann leidet der Input für den Wettbewerb um die besten Ideen.
Das ist natürlich schön für Journalisten mit einer Agenda: Wer weniger zitiert, hat mehr redaktionellen Raum, um seine eigene Botschaft rüber zu bringen ….

(Quelle)

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