„Skandal“ um Neuer: Auch Merkel klatschte zum „Faschisten-Song“ – keinen Journalisten kümmerte es

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Aufgebauschter Skandal: Neuer im Kroatien-Urlaub (Screenshot:Youtube)

Was bei Angela Merkel keine Meldung wert war (geschweige denn zum künstlich aufgebauschten Skandal getaugt hätte), wird beim Fussball-Nationaltorwarts zum Sommerloch-Aufreger hochgepimpt: Beide stimmten zu ein und demselben kroatischen Lied mit ein, beide ohne jedes Wissen um dessen Hintergrund und ohne Kenntnis des Textes. Ein Strick daraus drehen Deutschlands journalistische Schmierlappen jedoch nur Manuel Neuer – nicht der Kanzlerin.

Dabei hatte Merkel das fragliche Lied „Lijepa li si“ („Du bist schön„) – anders als Neuer nicht privat und im Urlaub, sondern in ihrer Rolle als Bundeskanzlerin – beim offiziellen Anlass eines Staatsbesuchs in der kroatischen Hauptstadt Zagreb zur Europawahl 2019 begeistert mitgeklatscht – möglicherweise „genauso arglos wie nun womöglich Neuer ohne eine Ahnung um die Hintergründe“, mutmaßt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ).

Die Symbolwirkung ist bei Deutschlands führender Politikerin dabei eine ganz andere; hier wäre Fingerspitzengefühl weit eher angebracht gewesen. Doch die systemtreuen Medien schwiegen sich aus. Verständnisvoll heißt es jetzt, Merkel habe ja nicht gewusst, was sie da mitsummte und beklatschte. Eine interessante Rechtfertigung: Man male sich aus, wie die deutschen Qualitätsmedien darüber berichten würden, wenn Donald Trump ohne Kenntnis von Liedtext und Hintergrund zum Mitklatschen des Horst-Wessel-Liedes animiert würde.

So erfahren die Deutschen auch erst jetzt, seit der athletische und ohnehin verdächtig arisch gebaute Manuel Neuer damit in Verbindung gebracht wird, dass es sich bei dem bewussten Song um die informelle kroatische Nationalhymne rechtsextremer Ustacha-Anhänger und „völkischer“ Kroaten handelt – vor allem, weil darin von Kroatien beanspruchte Teile Bosnien-Herzegovinas besungen werden.

Widerliches Schmierentheater

Und der Interpret von „Lijepa li si“, die kroatische Band „Thompson“, verdankt ihren Namen einem im Krieg genutzten Maschinengewehr, derweil ihrem Frontmann Marko Perkovic seit Jahren Verherrlichung des kroatischen Faschismus zur Last gelegt wird, so die FAZ (was Perkovic selbst allerdings abstreitet). All das hätte man auch bei Merkel zum Skandal machen können. Doch tendenziöse Kampagnenmedien wie vor allem wieder einmal „Focus Online“ arbeiten sich stattdessen an Neuer ab und schwadronieren, welch „schlechtes Bild“ dieser „in der Öffentlichkeit“ abgegeben habe.

In der „Öffentlichkeit“? Dass ein in privatem Umfeld entstandenes Video im Netz die Runde macht, welches Manuel Neuer in Begleitung seines kroatischen Freundes und Torwarttrainers Toni Tapalovic beim Urlauben zeigt, und von linksempörten Betroffenheitspostillen und Sensationssendern als angeblich anrüchiges Bekenntnis des deutschen Startorwarts zum „Faschismus“ oder „Rechtsextremismus“ ausgelegt wird, ist ein an Widerwärtigkeit nicht zu überbietendes Schmierentheater.

Wäre dies tatsächlich der Skandal, zu dem diese Schnurre jetzt aufgebauscht wird, dann hätte er vor einem Jahr Merkel ungleich härter treffen müssen – und die hätte im Prinzip zurücktreten dürfen, legt man die hysterischen Maßstäbe der Nulltoleranz gegenüber „Rechts“ bei ihr an. Denn Unwissenheit schützt bekanntlich vor Strafe nicht. Außer es ist wieder einmal Super-Mutti Merkel, die bei Deutschlands ergebener Linkspresse notorisch Dauerschonung genießt. (DM)

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