Hass und Hetze gegen Tönnies: Will Ralf Stegner etwa Sigmar Gabriel in den Knast bringen?

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Ralf Stegner redet sich um Kopf und Kragen (Foto:Imago/Wölk)

Ralf Stegner, inoffizieller Träger des „8. Dan in Hate-Speech“, verlässt wieder einmal das Spielfeld der legitimen Debatte – und betätigt sich in primitivster Stammtischmanier als Oberhetzer. Mit zynischen Sprüchen spekulierte er über eine Haftstrafe für Fleisch-Unternehmer Clemens Tönnies – und sonderte die üblichen linkspopulistischen Klischees und Vorurteile ab über „Ausbeutung“ und angebliche Regelverstöße.

Dass es Stegners eigene Partei war, die die von Tönnies ausgenutzten rechtlichen Möglichkeiten für Werkverträge, Subunternehmertum und osteuropäische Leiharbeiter geschaffen hatte und duldete, dass sich Tönnies nicht nur an geltendes Recht hielt, sondern auch an die wettbewerbsüblichen Gepflogenheiten einer unter immensen Preisdruck versetzten Branche (und zwar so korrekt, dass er mehrfach zertifiziert wurde) – darüber fiel natürlich kein Wort, als sich „Pöbel-Ralle“ im Netz-TV-Format „Bild live“ hemmungslos über die neue deutsche Lieblings-Hassfigur Tönnies ausreihern durfte.

Konkret ging es um die von Tönnies beantragten Staatshilfen; Stegner fiel dazu nur folgende Tirade ein: „Da findet richtige Ausbeutung statt. Er hat eine Menge damit zu tun, dass wir da einen Corona-Hotspot hatten… So jemand braucht nicht staatliche Hilfe durch Steuergelder, der sollte zur Verantwortung gezogen werden. Vielleicht kommt er irgendwann in staatliche Kost und Logis.“ Auf Twitter legte Stegner im Schlagabtausch mit empörten Gegenmeinungen, die seine brachialen Breitseiten aufs Korn nahmen, nochmals nach – und reklamierte für sich quasi die Doppelrolle von Richter und Henker:

(Screenshot:Twitter)

Damit nicht genug: Stegner hatte sich in der „Bild live“-Show so weit aus dem Fenster gelehnt zu behaupten, bei Tönnies würden „Gesetze missachtet“; dem müsse „mit aller Konsequenz nachgegangen“ werden. Welche Gesetze dies konkret waren, erklärte Stegner nicht – aus gutem Grund, siehe oben. Detailrückfragen der „Bild“-Journalisten blieben leider aus; sie hätten womöglich peinlich werden können für Stegners Parteifreund und zuständigen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der vor dem Corona-Ausbruch im Juni in dem westfälischen Unternehmen Monate und Jahre keinen Handlungsbedarf gegen das Unternehmen gesehen hatte – trotz der dort wohlbekannten, völlig branchenüblichen Zustände, die im Zuge eines atemberaubenden Ablenkungsmanövers erst im Kontext der Corona-Krise mit anschließendem Lockdown zweier kompletter Landkreise zum öffentlichen Reizthema gemacht wurden.

Erst recht könnte ein konsequentes Nachspüren der Stegner’schen „Scheißhausparolen“ für Heils einstigen politischen Mentor, Ex-SPD-Parteichef Sigmar Gabriel, peinlich werden: Der hatte erst im Frühjahr als Berater für den angefeindeten Großkapitalisten Tönnies angeheuert und für diesen gegen monatliche Vergütung von 20.000 Euro politische Landschaftspflege betrieben. Nähme man Stegners enragierte Knast-Phantasien ernst, dann müsste konsequenterweise auch sein einstiger Obergenosse Gabriel gleich mit einrücken, der die angeblich „kriminellen“ Praktiken bei Tönnies mitgetragen und -verharmlost hatte. Geht es hier eigentlich darum – will Stegner etwa Gabriel hinter Gittern sehen? (DM)

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