Überspitzt gefragt: Wollen Merkel, Spahn und Lauterbach die Menschheit ausrotten?

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Foto: Von Everett Collection/Shutterstock

Als Mund-Nasenmasken Mangelware gewesen sind, zum Höhepunkt der Infektionswelle etwa, meinte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch, das sei kein wirkliches Problem, weil die Masken ohnehin nichts nützen. Der aufmerksame Virenfan fragte sich allerdings damals schon, wie es kam, daß dennoch alles mögliche unternommen worden ist, um den Mangel schleunigst zu beseitigen. Plötzlich gab es dann Masken im Überfluß – und genauso plötzlich wurden sie zur Unerläßlichkeit erklärt. Warum?

von Max Erdinger

Fahrzeuge: Von Null auf Hundert in weniger als vier Sekunden ist schnell. Politik: Von „unnütz“ auf „unerläßlich“ in weniger als vier Wochen ist relativ noch schneller. „Politiker sind eben lernfähig“, ist allerdings keine gute Erklärung für eine derartige Beschleunigung. Daß mit einer solchen Hartnäckigkeit am unnützen/unerläßlichen Maskenzwang festgehalten wird, paßt gut zu dem Eindruck, den man bekommt, wenn man Spahn, Merkel oder Lauterbach zu „Corona“ reden hört. Immer klingen sie so, als sei ihre größte Angst, daß die „Pandemie“ vorüber sein könnte. Umso mehr sticht das jedem in den Gehörgang, der sich schon ziemlich lange fragt, ob „Pandemie“ überhaupt das Wort ist, welches zutreffend das Weltgeschehen der vergangenen sechs Monate beschreibt. „Pandemie-Inszenierung“ traf es mit täglich zunehmender Wahrscheinlichkeit immer besser. Inzwischen sollte feststehen, daß es sich bei „Pandemie“ um eine historisch beispiellose Übertreibung handelt, und daß jemand ein Interesse daran haben muß, daß die „Pandemie“ bleibt, wenn er so hartnäckig weiterhin daran festhält, daß es eine gibt.

So viel ist klar: Wäre die „Pandemie“ tatsächlich der größte Hoax der Neuzeit, dann wären die politisch Verantwortlichen für Maskenzwang und Lockdown die allerletzten, die das zugeben könnten. Schließlich hätte ihr Agieren sehr weitreichende Folgen der negativen Art gehabt. Im Gegenteil: Sie müssten überaus hektisch alle Hebel in Bewegung setzen, damit das nicht herauskommt. Zu beneiden sind sie tatsächlich nicht. Sie saßen in einer Zwickmühle. Hätten sie nichts getan – und es hätte tatsächlich Millionen von Toten gegeben, dann wären sie politisch weg vom Fenster gewesen. Und zwar wegen nicht zu leugnender Tatsachen. Hätten sie grotesk überreagiert, stünden ihnen allerdings genau jene Möglichkeiten noch offen, deren Verwirklichung wir gerade beobachten. Die „Pandemie“ hat unter allen Umständen auch eine gewesen zu sein. Aus der Perspektive der handelnden Politiker geht es gar nicht anders. Das sollte man im Hinterkopf behalten, ehe man die Verlautbarungen der politischen Klasse zur „Pandemie“ leichtfertig für bare Münze nimmt. Gerade die Kanzlerin wäre wegen ihrer Vorliebe für den Singerschen Präferenzutilitarismus prädestiniert, sich angesichts ihres eigenen Verhaltens während der „Pandemie“ für unschuldig zu erklären. Verkürzt ausgedrückt, formuliert der australische Philosoph Peter Singer mit seinem Präferenzutilitarismus das Postulat, alles menschliche Argumentieren richte sich am je persönlichen Willen aus. „Dumm dastehen“ wollte die Kanzlerin genauso wenig wie Spahn, Lauterbach und so viele andere ihrer Kollegen aus dem In- und Ausland. Der Wille hingegen, als klug und umsichtig wahrgenommen zu werden, könnte abseits der relevanten Frage nach der tatsächlichen Existenz von „Pandemie“ durchaus der ausschlaggebende für Lockdown und Maskenzwang gewesen sein. In dem Fall würde der gehorsame Maskenträger am heutigen Tage gar nicht seine eigene und die Gesundheit aller anderen retten, sondern „die Ärsche“ der politischen Klasse.

Wunder Punkt

Das wiederum würde einen wunden Punkt des Grundgesetzes aufdecken: Das Grundgesetz wurde nicht für den seit Jahrzehnten stetig herangezüchteten Nannystaat und die Erwartungshaltungen erfunden, mit denen ein sicherheitsfetischistisches Volk heute seine Regierung belastet. Im Jahr 1949 hätte schon mit dem Begriff „Nannystaat“ niemand etwas anfangen können, geschweige denn mit dem Typus Bürger, der im Jahr 2020 vorherrschend zu sein scheint. Die Schuldsuche für diese degenerativen Veränderungen ist im Grunde die Frage nach der Henne und dem Ei. Zwar hat sich der Staat durchaus willig immer mehr Eigenverantwortung des Bürgers übertragen lassen, weil sich dadurch staatliche Machtstrukturen gar trefflich verfestigen und stärken lassen, andererseits war das aber auch genau das, was das Volk offensichtlich haben wollte. Es wäre demnach weniger ein grundgesetzlicher Auftrag, dem die Regierung mit Lockdown und Maskenzwang genügt hätte, sondern der Versuch, einer im gegenseitigen Einvernehmen von Regierung und Regierten schleichend herausgebildeten Erwartungshaltung gerecht zu werden, die abseits aller Gesetze Realität geworden ist.

Fest steht: Bei der Hongkong-Grippe im Winter 1969/1970 mit ihren -zigtausend Toten, der Medikamentenknappheit und den überfüllten Krankenhäusern sah sich noch kein Politiker veranlaßt, das Wort „Regierung“ mit „Lebensversicherung“ zu übersetzen. Wenn die erste sozialliberale Koalition unter Willy Brandt sich damals keiner Unterlassung schuldig gemacht hat – was ihr damals übrigens auch niemand unterstellt hat – dann muß im Fall GroKo und Merkel bis zum Jahr 2020 eine kollektive Bewußtseinsänderung stattgefunden haben, die letztlich auch die eigentliche Ursache für die Aushebelung von Grundrechten, Maskenzwang und wirtschaftlichem Ruin wäre.

Krasser ausgedrückt: Für das Versprechen allumfassender Sicherheit vor den Risiken, die das Leben so mit sich bringt – Viren zum Beispiel – hätte das deutsche Volk seit Jahrzehnten wohlwollend dabei zugesehen, wie Linke mit ihrem paternalistischen Verständnis von Staat & Gesellschaft sowohl Demokratie, als auch Freiheit und Rechtsstaatlichkeit „ins Knie gefickt“ haben, weil die „Kniefickerei“ so mordsmäßig fortschrittlich gewesen ist auf dem Weg zur wahrhaft „menschlichen Gesellschaft“. Tja, – und nun steht sie da, die „menschliche Gesellschaft“, glaubt, sie sei vom Virus bedroht, und hat zu allem Überfluß auch noch „gefickte Knie“, anstatt Lebensfreude, Wohlstand, Freiheit und Eigenverantwortlichkeit.

Es ist immer dasselbe mit den Progressisten: Man muß sie nur lange genug progressiv sein lassen, um hernach zu wissen, was ein veritabler Rückschritt ist. Tragisch ist natürlich, daß es gerade das deutsche Volk mit seiner immerhin zwölfjährigen Geschichte (1933-1945) ist, das gar keine andere Wahl zu haben glaubte, als sein neues Heil in der Progressivität zu suchen. Altbewährtes hatte es schließlich nicht mehr zu geben. Aber ehrlich gesagt: Rot statt Braun ist gar kein Fortschritt. Womit wir dann bei der nächsten deutschen „Tugend“ wären: Der Einbildung.

Die Einbildung

Nichts anderes als Einbildung ist es, was treue Staatsbürger dazu veranlaßt, sich in der Öffentlichkeit aufzuführen, als seien sie inzwischen maskensüchtig. Wer mit Mund-Nasenmasken, wie von mir selbst beobachtet, im Rudel in den Biergarten einmarschiert, um sich eng beieinander sitzend am Tisch dann die Masken abzunehmen, der kann leider nicht mehr ganz dicht sein. Für gesetzestreu hält er sich halt gern. In seinem ganzen so fürchterlich bedrohten Leben nicht käme ihm der Begriff „psychologische Kriegsführung“ in den Sinn. Auch wenn eine Mund-Nasenmaske – jedenfalls die am meisten verwendeten – nicht vor Viren schützt, sondern allenfalls vor Bakterien und Keimen, – das menschliche Zusammenleben schädigt so eine virologisch nutzlose Maske auf jeden Fall. Wer lebenserfahren genug ist, um seinen Mitmenschen, also auch der politischen Klasse, jede nur denkbare Schlechtigkeit tatsächlich auch zuzutrauen, könnte den Maskenzwang durchaus als psychologische Kriegsführung der Regierung gegen das Volk interpretieren. Die Maske signalisiert dem Mitmenmschen nämlich etwas, und sie läßt etwas anderes dafür verschwinden. Jeder Kriminalpsychologe und Verhörspezialist wird mir beipflichten.

Erstens signalisiert die Maske, daß der Mitmensch zuvörderst als eine Bedrohung für das eigene Leben betrachtet wird, was der Einigkeit derer, die sie sangestechnisch noch neben Recht und Freiheit beschwören, sehr abträglich sein dürfte. Zweitens hilft sie bei der Verdeckung der Lüge. Es ist nämlich so: Etwa 75 Prozent der menschlichen Kommunikation finden nonverbal via Mimik und Gestik statt. Weswegen bspw. ein unmaskierter Tatverdächtiger im kriminalpolizeilichen Verhör umso schlechtere Chancen hat, mit seinen Lügen durchzukommen, je länger das Verhör dauert. Im Grunde hat er gar keine Chancen, wenn er von Kriminalpsychologen beobachtet wird, die sich Notizen zu seinem mimischen und gestischen Verhalten machen, während er von einem anderen Beamten vernommen wird. Der Mensch kann zwar mit Worten lügen, er hat aber keine Chance, sich mimisch und gestisch nicht dennoch als Lügner zu outen. Die Maske hilft also dabei, daß Lügen schlechter erkannt werden können.

Analoges gilt für die zwischenmenschlichen Beziehungsanbahnungen. Ein Flirt findet nonverbal statt. Mit Maske findet jedoch gar keiner statt. Wer würde auch mit jemandem flirten wollen, der einem schon mit der Maske signalisiert, daß er einen für bedrohlich hält? – Eben. Wo sich also keine Beziehung mehr anbahnt, wird es später auch keine Beziehung geben. Wer sich schon vor einem unbedeckten Mund fürchtet, der wird kein gesteigertes Interesse an einem Austausch von Körperflüssigkeiten haben. Ohne einen solchen Austausch gibt es aber auch keine Fortpflanzung. Ganz generell sieht es mit der so heftig propagierten „Liebe“ der „die Menschen“ untereinander schlecht aus. Liebe deine Bedrohung? – Wohl kaum.

Abgesehen davon wäre die Maske also die Turboversion von Rauchverbot (Zerstörung der Stammtischkultur), Generationenhetze (FFF gegen die Eltern als Klimasünder), Separierung der Generationen (Altenheime), Feminismus (Spaltung der Einheit von Mann und Frau) und dergleichen „progressiver Entwicklungen“ mehr. Daß das alles politisch so gewollt ist, daran kann es keinen vernünftigen Zweifel mehr geben. Die Indizien dafür sind erdrückend. Eine geradezu satanische Umkehrung ist die Behauptung der progressistischen Gesellschaftsaufspalter, es seien diejenigen, die eine solche Entwicklung anprangern, die „in Wahrheit“ die Gesellschaft spalten. Tatsächlich ist es so, daß gesellschaftlicher Zusammenhalt auch dann einer wäre, wenn er sich kollektiv gegen die Regierung richten würde. Mit dem Maskenzwang läßt sich ein solcher Zusammenhalt ganz phantastisch unterbinden.

Es ist gerade diese Regierung mit ihrer (für sie selbst) „alternativlosen“ Coronakrise, die den Zusammenhalt des Volks angesichts der Folgen ihrer zwickmühleninduzierten Verfügungen fürchten muß wie der Teufel das Weihwasser. Es ist durchaus möglich, daß der Maskenzwang in Wahrheit die Regierung vor einer – theoretisch immerhin denkbaren – Einigkeit des Volkes schützen soll. Auch, wenn gerade in Deutschland selbst ohne Maskenzwang nicht wirklich zu befürchten ist, daß es Einigkeit darüber geben könnte, wie dringend der kulturmarxistische Putsch gegen Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit vereitelt werden muß. Sicher ist trotzdem sicher. Doppelt genäht hält eben besser.

Der Verfasser dieses Artikels zählt übrigens zur sog. Hochrisikogruppe und lebt noch immer, obwohl er noch nie eine Maske getragen hat. Von den BLM-Demonstranten, die sich vor inzwischen vier Wochen bei ihren Demonstrationen an keine der „Coronaregeln“ gehalten haben, scheint ebenfalls noch keiner Symptome zu zeigen. Auch im Bundestag selbst scheint es durchaus eine realistische Gefahreneinschätzung zu geben. Kaum jemand ist dort auf den Fluren und in den Foyers mit Maske anzutreffen. Für die bayerischen Landtagsabgeordneten gibt es lediglich eine Empfehlung der Landtagspräsidentin, eine Maske zu tragen. Die Pflicht, eine zu tragen, resp. den Zwang dazu, gibt es nur für das gefährliche Volk. Allein das sollte jedem Vernunftbegabten schwer zu denken geben.

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