Corona-Lage entspannt sich weiter, aber Maskenpflicht soll bleiben

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Foto: Fahrgäste mit Mund-Nasen-Schutz (über dts Nachrichtenagentur)

Wie zu erwarten, verwandelt sich das Coronavirus in einen ganz normalen, relativ harmlosen Schnupfen. Das merkt man auch daran, dass Herr Drosten abgetaucht ist. Es gibt eben kaum noch etwas Schlimmes zu vermelden.

Auch am Samstag hat sich die Corona-Statistik in Deutschland weiter entspannt, alle Parameter entwickelten sich in gewünschter Weise. Das geht aus den Zahlen der 401 kreisfreien Städte und Landkreise hervor, die täglich von der dts Nachrichtenagentur ausgewertet werden. Demnach sank die durchschnittliche Zahl der täglichen Neuinfektionen auf 341, der niedrigste Wert seit Mitte Juni.

Auch die Zahl der mit Covid-19 auf einer Intensivstation behandelten Patienten sank am Samstag deutlich um 23 auf 250 – der niedrigste Wert, seit Mitte April alle Krankenhäuser ihre Zahlen melden müssen. Nur drei Personen starben innerhalb von 24 Stunden mit der Coronavirus-Infektion. Und schließlich bleibt auch die Reproduktionszahl seit dem Ausbruch im Landkreis Gütersloh nun konstant wieder unter eins, der 7-Tage-R-Wert sank bis Samstagabend bundesweit auf 0,91. Laut der direkten Abfragen bei den Städten und Landkreisen ist die Zahl von insgesamt 200.000 Corona-Infektionen mittlerweile um 317 übersprungen, das Robert-Koch-Institut zählte bis Freitagabend allerdings nur 198.556 Infektionen.

Die Zahlen weichen wegen unterschiedlicher Erhebungsmethoden seit Monaten stets leicht voneinander ab.

Die Regierung gehen also immer mehr die Pandemie-Argumente aus. Jetzt gibt es deshalb auch wieder einmal einen zaghaften Vorstoß von den Liberalen:

Die FDP begreift die neue Zielmarke von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) als Signal für ein baldiges Ende der Maskenpflicht. „Auch der relativ geringe Eingriff der Maskenpflicht ist bei einem geringen Infektionsgeschehen über einen längeren Zeitraum irgendwann nicht mehr verhältnismäßig. Ich freue mich über die Rückendeckung durch Herrn Altmaier in dieser Frage“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Michael Theurer dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Sonntagausgaben).

Kanzlerin Merkel (CDU) und der bayerische Ministerpräsident Söder (CSU) sollten diese Forderung endlich aufgreifen und nachjustieren, so Theurer. Einschränkungen von Grundrechten müssten verhältnismäßig und nachvollziehbar sein, um den Schutz der Gesundheit und verfassungsrechtlich garantierter Freiheitsrechte zu vereinen. Altmaier hatte zuvor erklärt, die Maskenpflicht könne möglicherweise aufgehoben werden, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro Tag auf unter 100 sinke.

Am Samstag meldete das Robert-Koch-Institut 378 Neuinfektionen.

Altmaiers Vorschlag ist natürlich scheinheilig. Er weiß ganz genau, dass hier und da nur ein wenig mehr getestet werden müsste, um wieder mehr als 100 Neuinfektionen melden zu können. Also Maske ab, Maske wieder auf?

Völliger Schwachsinn und das weiß auch die FDP. Wahrscheinlich wollte sich diese überflüssige Partei nur noch mal wieder ins Spiel bringen.

Derweil hat der Deutsche Städtetag die Bürger aufgefordert, wieder verstärkt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich Fahrpersonal oder Fahrgäste überdurchschnittlich im Nahverkehr mit dem Coronavirus angesteckt hätten. Das zeigt, die Maßnahmen wirken, auch die Maskenpflicht“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Und weiter: „Und wer wieder gerne unter den aktuellen Corona-Bedingungen ins Restaurant geht, kann mindestens genauso gut in den Bus, die U-Bahn oder die Straßenbahn steigen.“ Die Verkehrswende hin zu nachhaltiger Mobilität dürfe nicht durch Corona ausgebremst werden. Dedy wies zugleich Forderungen zurück, die Maskenpflicht – etwa im Einzelhandel – abzuschaffen.

Dies wäre „viel zu riskant“, schließlich könne gerade in der Ferienzeit immer noch jede Region von einer Infektionswelle getroffen werden. „Wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen und Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, bieten Masken einen zusätzlichen Schutz“, sagte der Hauptgeschäftsführer. „Wichtig sind auch einheitliche Regelungen, damit sie von den Menschen akzeptiert werden.“

Die Maskenpflicht schaffe Vertrauen, gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln, sagte Dedy. Das sei für den öffentlichen Nahverkehr entscheidend, denn viele Menschen seien aus Sorge vor Ansteckung in den vergangenen Monaten auf Auto oder Fahrrad umgestiegen. „Busse und Bahnen“, so der Spitzenfunktionär des Städtetages, „fahren aber weiter mit vollem Angebot“.

Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VdV) hat sich die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr während des Lockdowns auf 20 Prozent des üblichen Aufkommens reduziert. Inzwischen liegt die Nutzung in Großstädten und Ballungsräumen wieder bei 50 bis 60 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten.

Man will die Bürger also unbedingt hinter diese Gesichtslappen zwängen. Am besten für alle Zeiten. (Mit Material von dts)

 

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