Grüne Verlogenheit: Bahnfahren predigen, aber selbst Luxusdienstwagen fahren

0
Setzt sich gerne als Bahn-Fan in Szene, fährt aber selbst meist Dienstwagen: Berlins grüne Verkehrssenatorin Regine Günther (Foto:Imago/Friedel)

Berlin – Grüne Berufsheuchler und plakativ-umweltaffine Politiker der Altparteien sorgten wieder einmal für erhellende Einblicke, was von den Sonntagspredigen und visionären Ankündigungen von Politikern zu halten ist: Nicht das Geringste. Für den neuesten Aufreger sorgte unter anderem Berlins Grünen-Verkehrssenatorin Regine Günther, die – nicht als einzige – zum Festakt anlässlich des Ausbaubeginns der Strecke Berlin-Stettin mit der Dienstlimousine anreiste.

Auch Bahn-Vorstand Ronald Pofalla reiste mit dem Luxus-Dienstwagen nach Angermünde, wo die DB den Startschuss zum kommenden Jahr beginnenden Streckenausbau (Volumen: 500 Millionen Euro) feierte, ebenso wie Staatssekretärin Tamara Zieschang aus dem Bundesverkehrsministerium und Brandenburgs Infrastruktur-Minister Guido Biermann, wie die „B.Z.“ berichtet.

Die Honoratioren schwafelten sich vor dem erlauchten Publikum einen ab, was in Zeiten von Klimawahn, Nachhaltigkeits-Mantra und Verteufelung des Individualverkehrs eben so erwartet wird; da war die Rede vom „umweltfreundlichen Reisen mit der Bahn“, das „noch attraktiver“ gemacht werden solle; von der „Bahn als wichtiges Instrument zur Erreichung der Klimaziele“ und von der „Zukunft auf der Schiene“.

Scheinargumente für Heuchler

Netter Vortrag – doch wie ernst die Politiker das Gesagte selbst nehmen, beweist der Fuhrpark an Oberklassewagen samt wartenden Chauffeuren, der für ihre An- und Abreise zuständig war – und das, obwohl etwa der RE3 vom Berliner Hauptbahnhof aus bereits jetzt, vor dem geplanten Streckenausbau, jede Stunde nach Angermünde in nur 56 Minuten verkehrt (und somit eine mindestens ebenso schnelle Anreise wie per PKW garantiert).

Die Heuchelei vor allem der grünen Verkehrssenatorin erinnert frappierend an frühere „Highlights“ ihrer Parteigenossen und Koalitionspartner; unvergessen der Berliner „Fußgängergipfel“ Mitte September letzten Jahres, zu dem die teilnehmenden Politiker des rot-rot-grünen Senats mit sage und schreibe 16 Luxus-Limousinen an Dienstfahrzeugen angereist waren. Gelernt hat man aus diesem Affront der eigene Wähler anscheinend nichts. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram