Das Sahnehäubchen der Islamisierung: Hagia Sophia wird Moschee

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Hagia Sophia in Istanbul; Foto: © jouwatch
Hagia Sophia in Istanbul; Foto: © jouwatch

Das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei hat am Freitag – und ganz nach dem Willen des islamischen Despoten Erdogan – den Weg dafür freigemacht, die ehemalige Perle der Christenheit, die weltberühmte Hagia Sophia, in eine Moschee umzuwandeln. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, erkannte das Gericht den seit 1935 bestehenden Status eines Museums ab. Per Dekret ist jetzt angeblich schon der Weg frei für muslimisches Gebet.

Hagia Sophia (Bild: shutterstock.com/Von Artur Bogacki)

Die Hagia Sophia oder Sophienkirche ist eine von 532 bis 537 n. Chr. erbaute ehemalige byzantinische Kirche. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 wurde die Kirche in eine Moschee umgewandelt. Nach der türkischen Republikgründung und der Rückdrängung des Islams aus der Öffentlichkeit wurde sie 1935 unter dem Republikgründer Atatürk zum Museum.

In nationalistischer Selbstinszenierung hat am Freitag nun das höchste Verwaltungsgericht der Türkei entschieden, dass die türkische Regierung den Kabinettsbeschluss vom November 1934 mit einem neuen Dekret rückgängig machen kann. Niemand zweifelt, dass dies in den kommenden Tagen geschehen wird. Schon am Freitagnachmittag, kurz nach Bekanntwerden des Gerichtsurteils, kündigte der Islamist Erdogan die Öffnung der Hagia Sophia für muslimische Gebete an.

Die Unesco will das Vorhaben stoppen und warnt Erdogan vor, die Hagia Sophia umzuwandeln. Der Kuppelbau in Istanbul gehöre zum Weltkulturerbe, und damit seien „eine Reihe von Zusagen und rechtlichen Verpflichtungen verbunden“, erklärte die Unesco in Paris.

Die Bauweise der „heiligen Weisheit“ – der einst größten Kirche der Christenheit, der Hagia Sophia, war Vorbild vieler Moscheen im Osmanischen Reich, wie z.B. der unmittelbar gegenüber liegenden blauen Moschee. (SB)

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