Pervers: Niedersachsen lässt Gütersloher nur mit Negativ-Test einreisen – trotz Lockdown-Aufhebung

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Gütersloher unter Quarantäne (Foto:Imago/Xinhua)

Obwohl der völlig hanebüchene, zu keinem Zeitpunkt gesundheitspolitisch gerechtfertigte neuerliche Lockdown des Landkreises Gütersloh gerichtlich aufgehoben wurde, hält das Nachbarbundesland Niedersachsen mit beckmesserischer Verve an dem Einreiseverbot für Menschen aus Gütersloh, die keinen negativen Corona-Test vorweisen können, fest – mindestens noch bis kommenden Montag, 13. Juli.

Die innerdeutsche Reise-Apartheid geht damit in ihre Verlängerung – weil die Hannoveraner Landesregierung die bestehenden Reisebeschränkungen über den kompletten Rest der Woche noch aufrechterhält – für Menschen aus „Hochrisikogebieten“, also Kreisen mit Lockdown. Das betrifft folglich nur Gütersloh, und konkret versteht man darunter eine lachhafte Minimalzahl von 23 Infektionen auf 340.000 Kreisbewohner (außerhalb der separat zu betrachtenden Tönnies-Infektionsfälle).

Und auch nur, wenn bis dahin keine „Verschlimmerung“ eintritt, dürfen Gütersloher nach und durch Niedersachsen reisen: „Im Rahmen der Neufassung der Verordnung wird der Ausschluss der Menschen aus Gütersloh bei bis dahin unverändert positiver Infektionslage aufgehoben werden“, so eine Sprecherin der niedersächsischen Landesregierung heute gegenüber der „Rheinischen Post„.

Maximalversagen der Politik

Bis dahin müssen sämtliche Reisende aus dem Kreis Gütersloh weiterhin einen negativen Corona-Test nachweisen, wenn sie in Niedersachsen Urlaub machen wollen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte am Montag die Lockdown-Maßnahmen für den Kreis Gütersloh gekippt – doch eine ganze Woche lässt sich das Nachbarland Zeit, die Gerichtsentscheidung für sein eigenes Hoheitsgebiet zu berücksichtigen.

Wie dies bei den Bürgern ankommt, wie die Bevölkerung von Gütersloh (und auch des bis in die vergangene Woche ebenfalls betroffenen Warendorfs) mit diesem politischen Maximalversagen umgeht, das nicht nur zur Beschränkung der grundgesetzlichen Meinungsfreiheit, sondern zur Diskriminierung von Deutschen innerhalb Deutschlands führte – man kann es nur erahnen. (DM)

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