Gott bewahre: „Krisenmeister“ Söder als nächster Bundeskanzler?

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Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident (Foto: Imago)

Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder sinnierte über die Qualitäten, die ein künftiger Kanzler haben muß. Sein Resümee: Nur wer Krisen meistert, kann auch Kanzler werden. Er wird doch wohl nicht sich selbst gemeint haben? – Die Söderei.

von Max Erdinger

Bayerns Ministerpräsident Söder pokert hoch. Unter den Maskenbefürwortern ist er einer der fanatischsten. Momentan sieht noch alles danach aus, als sei diese Linie gut geeignet, sich als „harter Hund“ in Szene zu setzen und bei der Kür des Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021 von diesem Image zu profitieren. Jedoch kennt die Geschichte Beispiele von harten Hunden, die sich schneller als Nacktschnecken entpuppten, als ihnen lieb sein konnte. Bis zur nächsten Bundestagswahl dauert es noch über ein Jahr. Bis dahin kann viel passieren im medialen Virenkrieg. Um nicht sehr viel mehr als einen medialen Virenkrieg zur gewünschten Gesellschaftstransformation in Richtung „globale Weltordnung“ handelt es sich bei der sogenannten „Pandemie“. Sie findet hauptsächlich in den Köpfen der „die Menschen“ statt.

„Master Of Desaster“: Dr. Markus Söder – Foto: Screenshot Facebook

Findet die „Pandemie“ jedoch nicht mehr in den Köpfen der „die Menschen“ statt, dann passiert dort etwas ganz anderes. Dann wächst in den Menschenköpfen eine grenzenlose Wut auf diejenigen, die den „die Menschen“ den Schnack von der Pandemie in den Kopf gesetzt hatten, um sie hernach noch sachwidrig mit allerlei katastrophalen „Corona-Maßnahmen“ zu ruinieren, mindestens aber zu schikanieren.

So viel steht heute schon fest: Um solche Pandemie-Hardliner wie Markus Söder lichten sich die Reihen. Bereits jetzt steht Söder mit seiner stoischen Beibehaltung des Vorsicht- & Panik-Kurses an exponierter Stelle im europäischen Vergleich. Auf der weltberühmten Karlsbrücke in Prag feierten Tschechen vor wenigen Tagen ausgelassen bei Musik und alkoholischen Getränken das Ende der Corona-Restriktionen. Keine Maske irgendwo, kein Mindestabstand.

Daß das unter epidemiologischen Gesichtspunkten folgenlos bleiben wird, dafür kommen die Indizien ausgerechnet aus Deutschland. Der massenhafte, gesinnungsethische Rudelbums, der hierzulande unter Mißachtung sämtlicher „Coronaregeln“ als „Black Lives Matter“ – Demonstrationen öffentlich zur Aufführung gekommen ist, liegt inzwischen gut drei Wochen zurück. Hätte sich dabei jemand lebensbedrohlich mit SARS-CoV-2 infiziert, dann würden wir das bis zum heutigen Tage ganz sicher erfahren haben. Haben wir aber nicht.

The Master Of Desaster

Es sieht nicht danach aus, als würde der in Deutschland epidemische Erfolg der politmedialen Panik-Koalition noch lange anhalten. Inzwischen macht der „Außerparlamentarische Corona Untersuchungsausschuß“ (ACU) Furore. In diesem Ausschuß sind etliche namhafte Mediziner, Virologen und Epidemiologen vertreten, die schwere Vorwürfe gegen die Politik erheben, allesamt gut unterfüttert.

Der Trick mit den „Hotspots“ wird nicht mehr lange funktionieren. Immer mehr Bundesbürgern – und das will etwas heißen – wird klar, daß sich die Meldungen über lokale und regionale „Neuinfektionen“ nach Belieben steuern lassen, indem man die Testhäufigkeit entweder ausweitet, wenn die Panik etwas Steigerung braucht, oder sie eben einschränkt, wenn es mit der Panik zu arg zu werden droht. Eine latente, niedrigschwellig gehaltene Grundangst wäre hingegen ideal für die Politik. Gerade so viel, daß die Hoffnung auf bessere Zeiten bestehen bleiben kann. So lange die vorhanden ist, kann sich die Politik als Rettung aus der Not inszenieren. Als Franke weiß Söder: „A jeder will erm, obber kanner will sterm“ (Ein jeder will erben, aber keiner will sterben). Das läßt sich abwandeln: Söder will Merkel beerben, politisch sterben will er nicht.

Nachdem er nun alles auf eine Karte gesetzt hat, kann Söder natürlich keine Kehrtwende mehr hinlegen, sondern muß hoffen, daß er als „harter Hund“ noch durchkommt bis zur Kanzlerkandidatur. Dafür würde er vermutlich mehr tun als viele andere. Söders Vorgänger im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten, der heutige Bundesinnenminister Horst Seehofer, lästerte bereits im Jahr 2012 über den „harten Hund“ des Jahres 2020. Seehofer behauptete damals, Söder sei „von Ehrgeiz zerfressen„. Söder selbst bestätigte das auch in einer Haushaltsdebatte des bayerischen Landtags, als er zugab: „Ich habe einen großen Ehrgeiz.“ Freilich relativierte er das gleich. „Wissen Sie welchen? Dass es noch besser wird!“ – „Es“ also. Was ist „es“? – Gute Frage.

Die Lebenserfahrung zeigt, daß man Charaktere wie Markus Söder am besten keine Sekunde aus den Augen läßt. Sie tendieren dazu, wie man sagt, „über Leichen“ zu gehen, um ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Man verzeihe mir, sollte ich mit dieser Einschätzung eines hervorstechenden Charakterzugs von Markus Söder daneben liegen. Da ist eine Zielstrebigkeit zu konstatieren, die sich alles unterordnet. Söder selbst hätte natürlich gern, daß man das anders interpretiert. Er selbst beschrieb sein Motto für schlechte Zeiten so: „Ruhe bewahren, Haltung zeigen, Pflichten erfüllen“. Daß Söder dieses Motto genauso interpretiert wie diejenigen, denen er es unter die gläubige Nase geschmiert hat, darf bezweifelt werden.

„Coronatote“ in Bayern

Recht aufschlußreich ist eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes zur täglichen Zahl der Todesfälle in Bayern. Verglichen wurden die Monate Februar bis Mai 2019 mit denen des Jahres 2020. Das sieht alles sehr nach „normal“ aus. Es gibt keine Unterschiede, die aus dem Rahmen der üblichen Schwankungsbreite herausfallen.

Panik weswegen? – Foto: Screenshot

Nun ist der bayerische Ministerpräsident natürlich keiner, der angesichts einer solchen Auswertung des Statistischen Bundesamtes klein beigeben würde. Im Gegenteil. Gerade diese Auswertung sei es, die den durchschlagenden Erfolg der bayerischen Staatsregierung bei der Bekämpfung von Pandemien aller Art unterstreiche, dürfte die wahrscheinlichere Reaktion sein. Das wäre dann die Behauptung, daß die bayerische Staatsregierung den Coronatod total verhindert habe. Etwas unbescheiden vielleicht, aber rein statistisch gut zu begründen.

Dummerweise herrscht aber bundesweit inzwischen die Ansicht vor, die Coronamaßnahmen allüberall im Land seien erst verfügt worden, als die Infektionswelle bereits im Abflauen begriffen war. Es gibt statistische Auswertungen, die eine solche Behauptung absolut stützen.

Selbst das wäre aber wahrscheinlich noch nicht geeignet, Söder zu einer Kurskorrektur zu veranlassen, denn immerhin ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Das wäre vermutlich der nächste Einwand, mit dem Markus Söder jeder Kritik an seinem Hardliner-Kurs entgegentreten würde. Spätestens dann allerdings müsste er sich schon die Frage gefallen lassen, was er denn aus Gründen der Vorsicht  praktisch zu tun gedenkt gegen alle anderen möglichen Lebensrisiken, die theoretisch durch Raum und Zeit schwirren. Konfrontiert mit der Gegenüberstellung von Tatsache und Möglichkeit, dürfte sogar Markus Söder in Erklärungsnöte geraten. Peinlich wäre, wenn das passiert, bevor der Kanzlerkandidat der Union feststeht. „Söder stammelt wirres Zeug“ wäre jedenfalls keine Schlagzeile, die seinen Ambitionen dienlich ist.

Bundeskanzler Söder?

Ein wahres Husarenstück wäre es tatsächlich, sollte es Söder gelingen, die „harter-Hund-Linie“ bis zur Kür des Kanzlerkandidaten unbeschädigt durchzuhalten. Allerdings fröstelt einen bei dem Gedanken an die medialen Purzelbäume, die zu diesem Zweck erst noch geschlagen werden müssten. Ein Pluspunkt für Söder wäre dabei der durchschnittliche Medienkonsument in Deutschland. Anhand von dessen Reaktionen auf die „Informationen“, mit denen er vom Medien-Mainstream bisher auf die „Pandemie“ eingenordet worden ist, muß man mit dem Schlimmsten rechnen.

Tatsächlich ist es so, daß man, um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit samt der famosen FDGO zu bewahren, dafür sorgen müsste, daß kein Politiker jemals in die Lage versetzt wird, die Erkenntnisse aus dem Verhalten der Masse im ersten Halbjahr 2020 für seine persönlichen Ambitionen zu nutzen. Das Jahr 2020 müsste vom ersten Januar bis zum heutigen Tag komplett aus der kollektiven Erinnerung gestrichen werden. Die Daten, die im vergangenen halben Jahr angefallen sind, geben die Vermutung her, daß hierzulande auch das Stadtoberhaupt der Schildbürger Kanzler werden könnte. Oder Robert Habeck. So gesehen sind die Chancen von Markus Söder auf die Kanzlerschaft noch lange nicht bei Null.

 

 

 

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