Freiwillige Patientendaten-„Spende“: Die Deutschen machen sich gerne gläsern

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Hurra, wir outen uns digital vollständig! (Foto:Imago/MiS)

Die Endverblödung eines Volkes erweist sich in seiner vollständigen Manipulierbarkeit: Die exakt selbe Sache, anders verpackt, kann den Deutschen so oder so verklickert werden – entweder als Empörungsanlass und Aufreger, oder als super Idee mit allgemeinem Benefit. So wird das Abgreifen von vertraulichen medizinischen Daten durch den Staat jetzt einfach zur „Datenspende“ umetikettiert – und klingt prompt positiv, sinnvoll und sozial akzeptabel.

Erstmals kam dieser Euphemismus, den sich nicht einmal schönfärberische Meisterpropagandisten und professionelle Green-Washer hätten genialischer ausdenken können, im Zusammenhang mit dem Corona-Monitoring des Robert-Koch-Instituts im April auf – damals noch als Vorstufe zur Corona-App, um die Transparenz über das Infektionsgeschehen zu verbessern.

So sinnvoll dies in der – damals noch angenommenen – Notsituation und pandemischen Krisenlage den Teilnehmern erschienen sein mag, es war eine einmalige und besonderen Umständen geschuldete freiwillige Überlassung von Daten. Erheblich weiter allerdings geht der im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung für diese und kommende Pandemien (oder was immer zu einer solchen erklärt werden wird) diskutierte Vorstoß, die Bundesbürger sollen ihre Patientendaten der privatwirtschaftlich getragenen Forschung zur Verfügung stellen.

In einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom, über die „dts Nachrichtenagentur“ berichtet, sollte untersucht werden, wie viele Bürger hierzu – unter bestimmten Voraussetzungen oder vorbehaltlos – bereit wären. Das Ergebnis ist schockierend – und beweist, wie komplett gehirngewaschen die angstkonditionierten Deutschen nach vier Monaten Virus-Wahn inzwischen sind: Fast 90 Prozent wären bereit, ihre persönlichen, intimsten medizinischen Daten (behandelte Krankheiten, Verletzungen und Gebrechen , Testergebnisse, gestellte Diagnosen) im Rahmen eine „Datenspende“ zu veräußern.

Propagandistisches Meisterstück

Nahezu jeder Zweite (47 Prozent) würde seine Daten sogar „in jedem Fall“ auch privaten Unternehmen zur Verfügung stellen, unabhängig davon, ob er daraus persönliche Vorteile zieht (etwa eine finanzielle Entschädigung, Kassenbeitragsrabatte oder verbesserte ärztliche Behandlung ambulant und stationär). Drei Viertel (76 Prozent) würden ihre Daten spenden, wenn sie genau wüssten, welches exakte Leiden damit geheilt werden soll. 48 Prozent würden ihre Daten im Falle einer seltenen Krankheit an die private Forschung spenden – wenn sie damit anderen Patienten mit der gleichen Diagnose helfen könnten. Acht Prozent sagen, ihre Daten grundsätzlich nicht für die private Forschung freigeben zu wollen.

Was hier ethisch hochwertig, sinnvoll und nobel klingt, ist tatsächlich ein Datenstriptease, der alle Auswüchse von Datenmissbrauch toppt und die informationelle Selbstbestimmung vollends beseitigen würde. Der Idealismus der Volks- und Solidargemeinschaft, an den mit dem Begriff „Datenspende“ appelliert wird, wird letztlich missbraucht – da kommerzielle Interessen von wissenschaftlich-medizinischen überhaupt nicht zu trennen sind und niemand kontrollieren kann, was mit den gesammelten Informationen letztlich geschieht.

Es ist wahrlich beeindruckend: Vor kaum 40 Jahren liefen die Westdeutschen Sturm wegen einer zum absoluten Politikum avancierten geplanten „Volkszählung“. Es kam zu Massendemonstrationen, zahllosen Fällen zivilen Ungehorsams und leidenschaftlichen politischen Debatten – obwohl das was damals erfragt werden sollte, nicht einmal ein Bruchteil dessen war, was heute jeder freiwillig von sich preisgibt, wenn er Apps, soziale Medien oder Onlinehandel benutzt. Das jedoch, was hier unter dem Label „Datenspende“ abverlangt wird, geht noch weit darüber hinaus. Der neue Totalitarismus braucht weder Zwang noch Terror – die bittere Pointe ist, dass ihm die Bürger ihre Selbstbestimmung völlig freiwillig opfern. (DM)

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