Nicht Trümmerfrauen, sondern Türken bauten Deutschland auf: Linke Geschichtsklitterung im „Focus“

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Ein Bild, das es linken Geschichtswissenschaftlern zufolge gar nicht geben dürfte - weil doch eigentlich Türken Deutschland aufbauten: Trümmerfrauen in Berlin 1945 (Foto:ScreenshotYoutube)

Zum linken Geschichtsrevisionismus, der dieser Tage Hochkonjunktur hat, gehört nicht nur die postume Umdeutung der bedeutendsten Staatsmänner und Geistesgrößen – , Nationaldichter, Philosophen, Vorreitern der Aufklärung – zu „Rassisten“. Auch andere Heldenfiguren der Geschichte mit Vorbildfunktion müssen dran glauben: Aktuell sind es wieder einmal die Trümmerfrauen der Nachkriegszeit, die von akademischen Geschichtsklitterern zum „Mythos“ erklärt werden. Im Gegenzug wird das Märchen zur Tatsache erhoben, die Türken hätten Deutschland aufgebaut.

Die 40-jährige Frankfurter Historikerin Leonie Treber (sie hat das tatsächlich studiert und darin sogar promoviert) hat bereits 2014 das Buch „Mythos Trümmerfrauen: Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes“ veröffentlicht, eine Zusammenfassung ihrer Dissertation zum selben Thema. Im „Focus„-Interview darf sie nun zum 75. Jahrestag der Stunde Null das wiederholen, was bereits damals Zeitzeugen und objektive Geschichtswissenschaftler heftig kritisiert und großenteils widerlegt haben: Die These, dass in Wahrheit die Aufräumarbeiten von allen, nicht nur Frauen, verrichtet worden wären und es sich beim Bild der Trümmerfrauen um eine Legende der Nachkriegszeit handelt.

Auch wenn man – wie offensichtlich diese Historikerin – Augen- und Zeitzeugenberichte nur als subjektive Fehleinschätzungen eines Zerrbildes abtut: Dass es sehr wohl Trümmerfrauen gegeben haben muss, ergibt sich schon rein logisch aus dem Umstand, dass infolge des Kriegs – durch Gefangene und Gefallene – ein zuvor nie und auch seither nicht mehr dagewesener Frauenüberschuss in der Gesellschaft herrschte – und zwar so sehr, dass selbstverständlich vor allem Frauen auch harte körperliche Arbeiten verrichten mussten. Man muss nur das Buch „Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955“ von Harald Jähner lesen, der die Folgen des Männermangels plastisch beschreibt. Selbstverständlich gab es in den unmittelbaren Nachkriegsjahren und in der frühen Bundesrepublik viele von ihnen – weit mehr als im Ostsektor, wo Frauen direkt in die Produktion gesteckt wurden, die die Kriegsschäden wegräumten.

„Myth-Busting“ mit politischer Agenda

Dass nicht alle Frauen Schutt wegtrugen, steht dabei der Existenz der Trümmerfrauen ja überhaupt nicht entgegen. Genau das aber insinuiert Treber, wenn sie feststellt, im besonders stark kriegsbetroffenen Berlin seien nur 26.000 Frauen als sogenannte Bauhilfsarbeiterinnen eingesetzt worden, und „bei etwa 500.000 Frauen im arbeitsfähigen Alter, die in West- und Ost-Berlin lebten, lag der Anteil damit bei unter fünf Prozent… Das war also kein Massenphänomen.“ Immerhin aber war es ein beträchtlicher Anteil, stellt man in Rechnung, dass damals unzählige alleinerziehende Mütter ohne den Versorger dastanden.

Im übrigen, so Treber, hätten arbeitende Frauen „komplett dem gängigen Frauenbild“ von damals widersprochen. Soll wohl heißen: Die reaktionären Chauvinisten wollten gar nicht, dass Frauen Trümmer beseitigten! Man fragt sich, welch selektives Quellenstudium diese Historikern anstellen musste, um zu solchen Fehlschlüssen zu gelangen, die von Gegenwartsstereotypen nur so strotzen.

Ganz anders, viel moderner und fortschrittlicher kommt hingegen die stalinistische Sowjetunion und ihre Besatzszone weg: In der SBZ gab es nämlich „ein völlig anderes Frauenbild… In der Sowjetunion war es seit den dreißiger Jahren normal, dass Frauen arbeiteten, und zwar auch in Männerberufen. Es gab also eine andere Tradition. Schließlich war im Sozialismus ja programmatisch die Gleichberechtigung von Frau und Mann angelegt!“ Wieso sah es dann aber in der DDR noch stellenweise bis zur Wende aus wie unmittelbar am 8. Mai 1945, inklusive ausgebombter Ruinen und innerstädtischen Brachen, während im Westen schon um 1952 die gröbsten Schäden beseitigt waren?

Abgesehen von der naiv-wohlwollenden Wiedergabe propagandistischer Zielvorgaben trieft hier die linkssozialistische Sympathie aus jeder Silbe. Dass jemand, der so unreflektiert über den stalinistischen Sklavenhalterstaat schreibt, im heutigen Deutschland promovierte Historikerin sein kann, lässt tief blicken. Treber ist die typische Wohlstandvertreterin der Generation X, die mit abgehobener, weltfremder Selbstgerechtigkeit die Scharfrichterin über vergangene Epochen spielt und die jüngste deutsche Geschichte umschreiben will, indem sie sie einem Säurebad des Relativismus aussetzt. Um jeden Preis sollen die letzten nationalen Identitätsfiguren, die zum Vorbild taugen, ramponiert und desavouiert werden. Die „Gnade der späten Geburt“ wird hier zum Freifahrtschein für eine Geschichtsklitterung, die an marxistischen Revisionismus grenzt.

Ahistorizität anprangern – und sie dann selbst praktizieren

Und natürlich erfährt man am Ende ihres Interviews auch, wer die eigentlichen Aufbauhelden der Bundesrepublik waren – und wieso die Trümmerfrauen trotzdem noch bis heute verehrt werden: Die „Rechten“ sind natürlich schuld. Treber: „Dieses ahistorische Bild der Trümmerfrauen hält sich bis heute. Und es wurde absurderweise in den vergangenen 20 Jahren von Rechten übernommen. Deren Erzählung lautet nun, dass deutsche Trümmerfrauen Deutschland wiederaufgebaut haben und nicht türkische Gastarbeiter – das ist bestimmt nicht das, was die Vertreterinnen der Frauengeschichtsschreibung in den achtziger Jahren gewollt haben.“

Hier ist es dann an der Zeit innezuhalten und sich diesen demutsdämlichen Unsinn, der hier als wissenschaftliche Äußerung redaktionell unredigiert wiedergegeben wird, einmal kurz zu reflektieren: „Türkische Gastarbeiter“ sollen Deutschland aufgebaut haben? Diese Behauptung ist nicht nur ahistorisch, sie ist eine eklatante Lüge. Die ersten Gastarbeiter aus der Türkei kamen ab 1961 in die Bundesrepublik (150 Auszubildende waren drei Jahre zuvor im Rahmen eines Sonderprogramms hergekommen, die ebenfalls erst ab 1961 arbeiteten). Da war die BRD bereits 12 Jahre alt, der Wiederaufbau längst abgeschlossen und das Wirtschaftswunder bereits in vollem Gange.

Wenn überhaupt, gebührt italienischen und teilweise jugoslawischen Gastarbeitern, die ab Mitte der 1950 Jahre und damit sieben Jahre früher als die ersten Türken herkamen, Anerkennung für Mithilfe beim Aufbau – allerdings wurden sie gerade nicht geholt, um Deutschland „aufzubauen“, sondern das Land war bereits dermaßen am boomen und hatte Vollbeschäftigung, weshalb ja erst ausländische Arbeitskräfte angeworben werden mussten. Vielleicht sollte die Historikerin Treber ihr Studium wiederholen – an einer Hochschule, wo geschichtliche Fakten und Jahreszahlen wichtiger sind als linksideologische Legendenbildung. (DM)

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