Nannystaat im Quadrat: Kommt das Werbeverbot für alkoholische Getränke?

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Feindbild aller Linken: Die fröhlichen Trinker (Foto: Von bbernard/Shutterstock)

In der „Zeit“, dem Fachblatt für Nannystaatler*Innen, gibt es wieder einen Artikel zur Steigerung der körperlichen Gesundheit bei den Denkbetreuten. Es geht um ein Werbeverbot für alkoholische Getränke. Ein solches sei überfällig, heißt es. Die Mädchenkritik … Medienkritik.

von Max Erdinger

Frau Linda Fischer hatte das Wort in der „Zeit„. Ihre Worte seien eine Analyse, behauptet sie. Ob´s wohl stimmt?

Warum jetzt auch die Alkoholwerbung verschwinden sollte„, schreibt die Fischerin und es ergreift mich Panik. Es könnte sein, daß ich bald meinen Nachnamen nicht mehr öffentlich nennen darf, damit das nicht als Werbung für „Erdinger Weißbier“ fehlinterpretiert wird. Oliver Bierhoff könnte dasselbe Problem bekommen. Ebenso alle Hennessys und alle Henkels. Von den Walkers auf dieser Welt gar nicht erst zu reden. Frau Linda Fischer recht kritisch: „Je strenger die Werbeverbote für Tabak und Alkohol, desto gesünder ist das für alle. Gegen Zigaretten geht die Politik nun stärker vor. Nur beim Alkohol passiert nichts.“ – Was für ein Jammer mit solchen Frauen. Es ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, daß sie der Ansicht sein könnten, von einem Werbeverbot für alles erlangten sie das ewige Leben auf Erden. Ist es nicht ein schrecklicher Gedanke, daß solche Frauen nie sterben könnten? Wenn man z.B. an alle die armen Verkehrstoten weltweit denkt, dann sollte man, wäre man selbst eine solch analytische Frau, vermutlich ein Werbeverbot für Autos und Motorräder gutheißen. Wäre man eine Frau wie Frau Linda Fischer, könnte man auch ein Krankenhausverbot fordern, weil im Krankenhaus viele Leute an den dort beheimateten Keimen versterben. Das Wort „Keimzelle“ könnte man dann auch gleich mitverbieten. „Gehirnzelle“ hat sich in Deutschland sowieso erledigt.

Zwangsgesundheit und Gesundheitszwang: Verboten, verbotener, am verbotensten

„Mei Vadder hod an Saddlgaul, der hod kann aanzin Zoh im Maul. Do konn er nix derfier. Des machd des goude Spalter Bier“. (Übersetzung: Mein Vater hat einen Sattelgaul, der keinen einzigen Zahn im Maul hat. Dafür kann er nichts. Das kommt vom guten Spalter Bier) – das war der Werbespruch einer regionalen Brauerei in meiner Kindheit. Man sieht also, daß früher noch mit fehlender Zahngesundheit bei Pferden geworben werden konnte. Wahrscheinlich deswegen, weil die Leute früher noch ein realistischeres Verhältnis zu den Gefahren hatten, welche das Leben ganz allgemein bereithält. Die Aussicht, vom Biertrinken sein Gebiß zu verlieren, schreckte damals niemanden. Das hat sich gründlich geändert. Nebenbei ist auch der alte Spruch vom gesunden Geist, der angeblich in einem gesunden Körper wohnt, äußerst fragwürdig geworden. Da stellt man sich als empathischer Mensch sorgenvoll die Frage, ob Frau Linda Fischer wirklich so gesund ist, wie sie glaubt. Vielleicht trinkt sie heimlich?

Vorbei sind die Zeiten, in denen man wußte, daß allein das Maß ausschlaggebend ist, um zu beurteilen, ob „ein jed´ Ding“ Gift sei oder nicht. Wasser ist ein Lebenselixier, wenn man es aus Gläsern und Flaschen trinkt. Zum tödlichen Gift wird es, wenn der Nichtschwimmer unbemerkt vom Kreuzfahrtschiff ins Wasser fällt. Dann ertrinkt er. Was meint vermutlich eine Frau Linda Fischer dazu? – Genau: Wir brauchen ein Werbeverbot für Kreuzfahrten. Ergänzend dazu eine personalisierte Werbung zur Stärkung von Frau Fischers Denkvermögen: Ovomaltine – “ … mit Ovomaltine kannst Du´s nicht besser. Aber länger.“ Obwohl … lieber nicht. Wer hätte schon etwas davon, daß Frau Linda Fischer von der „Zeit“ noch länger denkt, als bisher schon? – Eben. Niemand.

Um es rundheraus zu sagen: Nicht nur mich kotzen solche Frauen wie Frau Linda Fischer total an. Nannystaatler kotzen überhaupt jeden Erwachsenen an, der gern selber denkt, selber entscheidet – und die Konsequenzen seiner Handlungen auch gern selber trägt. „Der Tag geht, Johnny Walker kommt“, war eine wundervolle Whisky-Werbung in Printmagazinen. Immer gab es ganzseitig ein heimeliges Zuhause in der Abenddämmerung zu sehen, dem sich Johnny Walker mit großen Schritten näherte. Ein beleuchtetes Fenster wies ihm den Weg in die Gemütlichkeit. Und es gab eine zum Schreien komische Persiflage dieser Werbung. Johnny Walker lehnt rotzbesoffen und reihernd an einem Laternenmasten, im Hintergrund ein heimeliges Haus im Morgengrauen. Text: „Der Tag kommt. Johnny Walker geht.“ Aber gut: Der Humor ist auch schon längst von der bierernsten Klugscheißerei verdrängt worden. Und wenn die Klugscheißerei erst einmal institutionalisiert worden ist, dann hagelt es „vernünftige“ Verbote, Zwänge und notorische Belehrungen. Ehrlich gesagt: Ehe ich mich wegen solcher Frauen wie Linda Fischer übergeben muß, trinke ich mit demselben Effekt doch lieber eine Flasche Whisky. Speiübel wird einem im einen Fall genauso zuverlässig wie im anderen.

Nur noch wenige Schritte fehlen, bis die Bundesregierung die Werbeverbote für Zigaretten, Dampfer und viele weitere Tabakprodukte ausweitet.„, schreibt die Gesundheitsfetischistin in der „Zeit“. Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, daß sie es kaum noch erwarten kann. Man vermißt ein „Jubilate!“ vor den „wenigen Schritten“. Es ist sooo widerlich. Und dann das: „Die Koalitionsparteien CDU und SPD haben sich auf einen Gesetzentwurf für ein strengeres Verbot von Plakatwerbung und Werbespots im Kino geeinigt.“ – verboten, verbotener, am verbotensten also. Das Verbot und das strengere Verbot. Vorbei die Zeiten, als das Verbot einfach ein Verbot gewesen ist. Heute ist das Verbot steigerungsfähig, so, wie schon „aktuell“. Der „aktuellste“ Straßenzustandsbericht. Bei der Bundesregierung war sogar schon ein Verbot der verbotenen Wiedereinreise nach einer Ausweisung angedacht worden. Wenn ich mich recht erinnere, ist es Horst Seehofer gewesen, der über ein solcherart „strengeres Verbot“ nachgedacht hatte. Auch Bundeskanzlerin brillierte schon mit der Bemerkelung, daß verbotene Straftaten hierzulande verboten seien. Hammerharte Verbietungsexperten sind das inzwischen allüberall. Rrreschpeckt!

Der pöse Tapak

Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit jedes Jahr rund acht Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. Etwa 1,2 Millionen davon erkranken allein durch Passivrauchen, das, genau wie das aktive Rauchen, Herzerkrankungen, Krebs und andere Krankheiten fördern kann. In Deutschland gibt es jedes Jahr mehr als 100.000 Todesfälle durch Rauchen.“ – Da ist sie ganz bestürzt und empört, auch, die „Zeit“-Fischerin. Aber interessant ist das nicht wirklich. Wirklich interessant wäre die Einschätzung der WHO hinsichtlich der Millionen Menschen, die jedes Jahr am Leben sterben, etwa, weil sie altersschwach geworden waren. Darunter auch Raucher und Raucherinnen.

Mir ist noch eine Schlagzeile in Erinnerung, die erschien, als Denis Thatcher starb, der Ehmann der vormaligen britischen Premierministerin: „Denis Thatcher (88) gestorben. Er war Kettenraucher„. Bestimmt ist Frau Linda Fischer davon überzeugt, daß Denis Thatcher heuer quietschfidel seinen 105ten Geburtstag feiern würde, wenn er nicht geraucht hätte – und wenn ihm nicht vergangenes Jahr ein abstürzendes Flugzeug auf den Kopf gefallen wäre. Merke: Ein Raucher hat kein Leben. Es hat kein Raucherleben zu geben. Wegen der Gesundheit. Also der körperlichen, nicht der geistigen. Geistige Gesundheit ist nicht Frau Fischers Ressort. Ein geistig Gesunder würde sagen: Wenn Sie rauchen wollen, weil Sie das gerne tun, dann tun Sie es doch einfach. Und wenn es Ihnen nicht mehr bekommt, dann lassen Sie´s eben wieder. Wenn Sie es nicht mehr schaffen mit dem Aufhören, dann haben Sie ein Problem. Sie – und nur Sie.

Leider gibt es die Frau Fischers zu hunderttausenden in Deutschland. Nicht wenige „Frau Fischers im Ungeiste“ sind auch in der Bundesregierung vertreten. Es handelt sich dabei um die Sargnägel der Freiheit. Sie können den Gedanken schlicht nicht mehr fassen, daß sie unzuständig sein könnten für die je persönliche Willensbildung des Souveräns. Schier zwanghaft müssen sie sich in das Leben anderer Leute einmischen – und das dann auch noch zu deren „Schutz“. Wenn es einen Schutz gibt, über den man wirklich nachdenken sollte, dann wäre es einer gegen die Fischers auf dieser durchgeknallten Welt. Die sind für die Gesundheit gefährlicher als alle Zigaretten und alle Schnapsflaschen zusammengenommen, weil man sich permanent über sie ärgern muß. Viel Ärger macht viel krank. Verbieten! Ganz streng verbieten! Schon deswegen, weil sich diese Leute zu allem Überfluß auch noch für ausgesprochen „vernünftig“ zu halten angewöhnt haben. Das potenziert den ganzen Ärger noch.

Die Virenkrise ist eine Fischerkrise

Das Fischersche „Denkmuster“ – wenn man es denn überhaupt so nennen will – ist verantwortlich für die Leichtigkeit, mit der die Bundesregierung die FDGO zu „unserem Schutz“ abschaffen kann. Wir haben es mit einer geistigen Fischerepidemie in unserem Land zu tun, die mit Dachschaden viel, mit Virus aber vergleichsweise wenig zu tun hat. Die Zerebralfischerei hat übrigens schon bei den Nazis bestens funktioniert. Denen ist für die illegale Einkerkerung ihrer politischen Gegner der grenzgeniale Euphemismus „Schutzhaft“ eingefallen. Daß dieses verlogene Schutzgeschwätz heute noch immer funktioniert, obwohl alle den lieben langen Tag behaupten, sie hätten aus der Geschichte gelernt, ist deprimierender als ein Getränkemarkt, dem das Doppelbock ausgegangen ist. Frau Linda Fischer ist schwer deprimierend. Und das ist alles, was sie ist. Sie paßt bestens zur „Zeit“, dem Fachblatt für die Zerebralphimotiker*Innen in dieser geistig verwahrlosten Republik.

Es ist den heutigen Deutschen offenbar nicht mehr klarzumachen, daß bei weitem nicht nur die Lebensführung unter ihren gesundheitlichen Aspekten für den todsicher bevorstehenden Todeszeitpunkt verantwortlich sein wird. Hierzulande greifen Werbeslogans wie „Ein Gurt rettet Leben“. Kein Gurt rettet Leben. Allenfalls schützt er vor einer bestimmten tödlichen Verletzung. Ein Fahrradhelmchen rettet auch kein Leben, sondern er bietet lediglich einigermaßen Gewähr dafür, daß man nicht an einer tödlichen Kopfverletzung stirbt, wenn man vom Rad fällt. Eine Alternative zum Fahrradhelmchen wäre tatsächlich, einfach nicht vom Rad zu fallen. „Der Mensch denkt und Gott lenkt – der Mensch dachte und Gott lachte“ – sowie – „Die Wege des Herrn sind unergründlich“ sind als alte Volksweisheiten längst aus der Erinnerung gestrichen. Oh Gott, mein Leben, mein Leben! Es ist gefährdet! Die Regierung muß mich schützen! – Kindergarten!! Wie infantil muß man sein, um zu unterstellen, man könne dem Sensenmann ein Schnippchen schlagen?

Dabei ist so offensichtlich, daß die Wege des Herrn trotz Tabak-Werbeverbots unergründlich geblieben sind. Altkanzler Helmut Schmidt hat sein Leben lang gequalmt wie ein Schlot – und wurde dennoch 96 Jahre alt. Willy Brandt wurde immerhin knapp 79 Jahre alt, obwohl er ein ganz schöner Schluckspecht gewesen sein soll und ebenfalls viel geraucht hatte. Man kann nicht behaupten, daß der Tag zu früh kam, an dem Johnny Walker ging. Und der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher ist seit 7 Jahren schwerstbehindert, weil er sich beim Skifahren trotz Helmchen den Schädel an einem Felsbrocken eingerannt hat. Und das ist ganz hart mit Blick auf die unergründlichen Wege des Herrn. Gerade für Schumacher hat es vorher tausend „bessere“ Möglichkeiten gegeben, sich in den Tod oder die Schwerstbehinderung zu rasen. Ich selber kannte einen robusten alten Herrn, der im Alter von über 90 Jahren in einem Faß für Regenwasser ertrunken ist. Er hatte in seinem Garten versucht, mit einem Gießkännchen das Wasser am Grund des fast leeren Faßes zu schöpfen, hat dabei das Übergewicht bekommen und fiel kopfüber ins Faß. So wurde er dann gefunden: Kopfüber in einer lächerlichen Pfütze steckend. Der Mann war 70 Jahre vorher der russischen Kriegsgefangenschaft entkommen und hatte sich den ganzen Weg von Russland bis zurück in seine Heimat zu Fuß durchgeschlagen, ehe er den Hof seines Vaters übernahm und eine großen landwirtschaftlichen Betrieb daraus aufbaute. Was ihm in allen diesen Jahren hätte passieren können! Und dann das: Ertrunken in der letzten Pfütze, die es im Wasserfaß seines Gartens noch gegeben hat.

Angesichts all´ dessen an ein Werbeverbot für Bier, Wein und Schnaps zu denken, ist schlicht und einfach wahnsinnig in seiner ganzen Infantilität. Und eine charakterliche Sauerei ist es obendrein. Wo lebe ich denn, daß dem Hersteller eines nachgefragten Produkts wie den Zigaretten, hoch besteuert übrigens, per Gesetz auferlegt werden kann, sein eigenes Produkt mit Schockbildern madig zu machen, und – Steigerung kommt – , dann auch noch darauf zu verzichten, den Markennamen seines Produkts auf der Verpackung zu nennen? Die älteste, heute noch existierende Brauerei der Welt wurde im Jahr 1042 in Oberbayern gegründet. Seit bald 1000 (!) Jahren gibt es das Bier von dort. Aber im Jahr 2020 gibt es auf einmal eine Frau Linda Fischer in der „Zeit“, die verboten sehen will, daß diese Brauerei ihr Produkt bewirbt? – Da stellt man sich einfach die Frage, wer hierzulande völlig gaga geworden ist. Die Raucher und die Trinker sind es jedenfalls nicht. Daß aber jemand völlig den Verstand verloren haben muß, wird sich leider erst zu spät herausstellen, dann nämlich, wenn die faschistoide Gesundheitsdiktatur felsenfest etabliert worden ist.

So viel steht fest: Ein lebenswertes Leben gab es schon, bevor es Frau Linda Fischer von der „Zeit“ gab. Und es ist allerhöchste Zeit, diese inzwischen epidemisch vorkommenden Fischer-Typ*Innen in ihre Schranken zu weisen.

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