Aufforderung zum „Tanz“: Wut der Discotheken- und Clubbetreiber auf Söder wächst

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Hätte die Maske besser enger angezogen, statt eine vorlaute Lippe zu riskieren: Söder (Bild: Bayerische Staatsregierung)

Im Netz schlägt die unfassbare Aussage von Bayern-Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zur Situation der weiterhin geschlossenen Clubs und Discotheken extrem hohe Wellen; auf Twitter und Facebook machen sowohl die „zwangs-gegroundeten“ Feierfreudigen des seit vier Monaten eingefrorenen Nachtlebens, aber auch betroffene Gastronomen ihrem Ärger in deutlichen Worten Luft.

Auf einer Pressekonferenz, in der es eigentlich um seine kostenlosen Corona-Massentests für jedermann ging, kam bald – sehr zum Unmut des Landesherrn, der sich weiterhin als avider Pandemie-Retter aufspielen möchte – das Thema auf die unbefriedigende Situation der Nacht- und Eventgastronomie, die von den bisherigen Lockerungen nicht das geringste hat und weiter geschlossen bleiben muss. Im Gegenteil: Nicht einmal ein Zieldatum für eine mögliche Wiedereröffnung nannte die bayerische Landesregierung.

Auf die missmutige Frage eines Journalisten hin verstieg sich Söder zu einer an Zynismus kaum überbietbaren Äußerung. Er sagte wörtlich: „Aber Sie können ja zum Beispiel zu Hause mit ihrer Partnerin tanzen„. Lustig! Wirklich zum Totlachen. Vor allem für die Unternehmer, die mit jeder weiteren Woche, da sie ihre Discothek, ihren Nachtclub, ihr Tanzlokal oder ihre Latenight-Lounge weiter geschlossen halten müssen, näher an den Rand ihrer Existenz geraten – während Söder und seine Minister wie eh und je durch satte Beamtengehälter apanagiert werden und insofern von der durch ihre eigene Politik verschärften Krise überhaupt nicht betroffen sind.

Zynismus hoch Zehn

Da kommt natürlich Laune auf bei solchen Sprüchen – zumal eine nachvollziehbare Begründung für die weitere Schließung ebenso fehlt wie für die Aufrechterhaltung des Maskenzwangs, der Abstandsregeln und vor allem der datenschutzrechtlichen Zumutung zur permanenten Hinterlassung persönlicher Angaben etwa bei Kneipen- oder Friseurbesuchen. Entsprechend zornig reagiert die Szene: „Eine ganze Branche wird links liegen gelassen, ihr kultureller Impact wird schlicht ignoriert und missachtet“, schimpft das Szene-Magazin „fazemag.de„. Und Stefan Sumper, gefragter Festivalmanager und verantwortlich für Planung und Durchführung von Veranstaltungen wie „Ikarus“, „Contact“, „Echelon“ oder „Isle Of Summer“, machte seinem Unmut auf Facebook Luft, wo er Söder direkt adressierte:

(Screenshot:Facebook)

Die Frage ist, wie lange sich nicht nur eine mutwillig durch inzwischen völlig unverhältnismäßige politische Zwangsmaßnahmen an den Rand des Abgrunds gebrachte Branche, sondern auch der Rest der Gesellschaft die objektiv nicht mehr zu rechtfertigende Corona-Politik bieten lässt, für die Söder wie sonst nur Merkel Pate steht. Mit den immer noch verblüffend hohen Zustimmungsraten könnte es schnell vorbei sein, wenn den politischen Verantwortungsträgern noch ein paar weitere deplatzierte Bemerkungen dieser Art herausrutschen… (DM)

 

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