War Corona ein Fehlalarm?

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Bild (Shutterstock.com/Von Andy Dean Photography)

Der Bundestagsabgeordnete und Leiter des Arbeitskreises Gesundheit der AfD-Fraktion, Detlev Spangenberg, im Interview zu dem am 04.07.2020 geplanten Corona-Symposium

Jouwatch: Sehr geehrter Herr Spangenberg, was hat Sie in die Politik gebracht?

D.S.: Politisch interessiert und auch aktiv war ich schon vor Jahrzehnten. 1986 trat ich in die CDU ein, weil ich im Gegensatz zu allen anderen Parteien des Westens bei dieser ein konservatives Profil schätzte. Da sich im Laufe der Zeit immer deutlicher zeigte, wie trügerisch und fadenscheinig dieses Bild von der Union war, trat ich Mitte der 1990er Jahre  wieder aus, weil die CDU ihre wertkonservative Erscheinung aufgab und sich zunehmend mit der Multi-Kulti-Gefahr und der Annahme, Deutschland sei ein Einwanderungsland, arrangierte.

In den Jahren vor der Gründung der Alternative für Deutschland versuchte ich selbst mit einigen Mitstreitern über Netzwerkarbeit die Gründung einer wirklich konservativen und patriotischen Partei anzustoßen. Als ich von den Anfängen der AfD erfuhr, trat ich ein und wirkte in Sachsen beim Aufbau des Landesverbandes mit.

Jouwatch: 2013 die AfD-Gründung zur Euro-Krise, dann 2015 die unkontrollierte Masseneinwanderung und die daraus folgende Migrationskrise und nun der sogenannter „Shutdown“ und „Lockdown“ zur sogenannten Corona-Krise. Wie viele Krisen hält unser Land noch aus?

D.S.: Die Folgen der Maßnahmen gegen das Virus sind zum größten Teil von der Regierung selbst verschuldet. Selbst verschuldet deshalb, weil man erst zu spät, dann hektisch und übertrieben regierte. Rechtzeitiges Regieren, wie in unserem 6-Punkte-Plan formuliert, hätte mit großer Wahrscheinlichkeit bereits im Vorfeld die Verbreitung stoppen können. D.h. Reisebeschränkungen, vor allem für Fernreisen aus Fernost über die Flughäfen, und Gesundheitskontrollen bei der Einreise. Zu lange hat man sich offenbar auf Regierungsseite auf die Aussagen der viel zu zögerlichen WHO verlassen, die noch lange abwiegelte.

Die Masseneinwanderung aus fremden Kulturkreisen und die sogenannte „Multikulturelle Gesellschaft“ stellen für unser Land eine große Gefahr dar, weil damit die Grundlagen und die Substanz von Staat und Nation fast unumkehrbar verändert werden und der Keim für inneres Auseinanderdriften von Gesellschaft und Staat gelegt wird.

Das Recht, allen Menschen der Welt die Einreise nach Deutschland zuzubilligen, ist abzulehnen, denn dies gefährdet die Sicherheit, die Gesundheit und die Freiheit der deutschen Bevölkerung.

Jouwatch: Die AfD-Bundestagsfraktion war sich zu Beginn der „Pandemie“ nicht einig, ob dies nun wirklich so schlimm ist oder nur eine ähnliche Panikmache wie 2009 bei der Schweinegrippe. Wie war Ihre Meinung Anfang März und wie sehen Sie die Situation heute?

D.S.: Nach den ersten Nachrichten aus China, im Dezember 2019 und im Januar d.J., war es tatsächlich schwer auszumachen, wie das neue CORONA-Virus einzuordnen ist, welche Gefahr davon ausgeht oder nicht, zumal weder von chinesischer Seite noch von der WHO verlässliche und eher vernebelnde Erklärungen kamen. Noch in der ersten Hälfte des Februars schätzte das Robert-Koch-Institut die Gefahr, die vom neuen CORONA-Virus für Deutschland ausgehe, als gering ein.

Anfang März wurde allerdings klar, daß sich dieses neue Virus rasch ausbreitet und bei der Einreise Beschränkungen hätten früher erfolgen müssen.

Man reagierte hier von Regierungsseite verspätet und dafür dann überzogen und nicht zielgerichtet. Es wäre vor allem die Identifizierung der Risikogruppen – also von Menschen mit besonders hohem Risiko nach einer Infektion zu erkranken oder gar zu sterben – und die Umsetzung besonderer Schutzkonzepte für gerade diese Menschen erforderlich gewesen, statt das gesamte Land in den verordneten Stillstand zu schicken, mit der Aussetzung von Grundrechten und allen bekannten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen.

Jouwatch: Am 04. Juli 2020 organisieren Sie mit neun weiteren Bundestagskollegen und Mitgliedern diverser Arbeitskreise ein interdisziplinäres Corona-Symposium. Wäre das nicht die Aufgabe der Regierung gewesen?

D.S.: Nun, wir haben im Eiltempo die Schließung eines ganzen Landes miterlebt. So etwas hat es noch nie gegeben. Wir wollen das, was hier im Zeitraffer passiert ist, fernab der parlamentarischen Hektik aufarbeiten und reflektieren. Und ja, natürlich wäre das die Aufgabe der Bundesregierung gewesen. Aber wenn die ihrer Aufgabe nicht nachkommen, dann ist es die Pflicht einer starken Opposition, hier gegenzusteuern. Das tun wir.

Die Bundesregierung hatte sich meines Erachtens einseitig beraten lassen und die eigenen Maßnahmen an den Empfehlungen zu weniger Fachleute oder Gremien ausgerichtet. Die Kritik vieler Fachmediziner an den Maßnahmen im Laufe der Zeit – von März bis heute – zeigt deutlich, dass es eine wesentlich größere Bandbreite an Ansichten aus Fachkreisen und damit an Handlungsempfehlungen und –möglichkeiten gegeben hätte.

Nun wollen wir wenigstens im Nachhinein, beziehungsweise mit den Erfahrungen des vergangenen halben Jahres mit dem Virus SARS-CoV2, eine Aufarbeitung für ähnliche kommende Ereignisse anstoßen.

Jouwatch: Wer ist eingeladen?

D.S.: Es handelt sich um eine interdisziplinäre Tagung. Wir haben neben Medizinern auch Ökonomen, Staatsrechtler, Unternehmer, Kulturschaffende eingeladen. Wir haben natürlich auch alle kritischen Professoren eingeladen, die in den Medien kaum oder gar nicht zu Wort kamen. Ich denke hier nur an Prof. Bhakdi, dessen offener Brief an Angela Merkel allein bei Youtube 2,4 Millionen Aufrufe hatte und dessen neues Buch „Corona – Fehlalarm?“ nun auf Platz 1 bei Amazon ist. Wir hoffen natürlich auch, dass die Vertreter der Charité und des RKI kommt, die selbstverständlich auch eingeladen sind.

Jouwatch: Was ist das Ziel der Tagung?

D.S.: Wir möchten wichtige Aussagen dokumentieren und neue Erkenntnisse für unsere parlamentarische Arbeit erlangen. Das Ziel ist es auch, eine gesunde Streitkultur zurückzugewinnen und den Austausch von Argumenten. Das wollen wir versuchen zu leben. Demokratie ist nicht, dass Menschen, die eine andere Auffassung vertreten als die Regierung, medial und gesellschaftlich geächtet werden.

D.h., es sollen hier auch die Fachmeinungen zur Sprache kommen, die nicht in das offizielle Bild, den Blickwinkel der Regierung passen.

Am Ende des Tages sollte die Frage beantwortet sein: Waren die Maßnahmen gegen  Corona so richtig,  übertrieben oder sogar ein Fehlalarm?

Jouwatch: Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

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