Fahrradstreifen wichtiger als Rettungsgassen: Berlins Grüne „radeln“ über Leichen

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Berlins "grüne" Fahrspuren, hier im Bezirk Steglitz (Foto:Imago/Zeitz)

Berlin – Grundfalsche und ideologische Prioritätensetzung in Berlin – das ist ein Dauerthema, dazu lässt sich fast jede Woche ein neuer Aufreger vermelden. Dilettantischer und katastrophaler kann eine Metropole nicht zugrunde regiert werden, als es der R2G-Senat bravourös vormacht. Der neueste Skandal betrifft wieder einmal die Verkehrspolitik: Neue Fahrradstreifen auf viel zu engen Straßen gefährden im Ernstfall akut Menschenleben.

Das ist insbesondere der grünen Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther völlig schnuppe: Selbst dort, wo der Platz für die ideologisch durchgedrückten Sonderstreifen für Fahrradfahrer zwingend zu Lasten der verbleibenden Fahrspuren für den motorisierten Verkehr geht und somit im Fall eines Unfalls die zwingend vorgeschriebene Bildung einer Rettungsgasse nicht mehr möglich ist, werden unbeirrt die Fahrradstreifen auf den Asphalt gepinselt. Konkret betrifft dies etwa die Kantstraße und den Kottbusser Damm, wo für den fließenden Verkehr nur noch die linke Spur bleibt und die erhöhte Mittelspur als Ausweichfläche ausscheidet.

„Schwere und gefährliche Fehler“ sieht „B.Z.„-Kolumnist Gunnar  Schupelius, der über den Vorgang berichtet, daher seitens der Senatorin und gibt zu bedenken, dass Fahrradstreifen nur dann sinnvoll sind, wenn ihre Einführung nicht zu Lasten der allgemeinen Verkehrssicherung führen. Ist die Gesamtstraßenbreite zu eng, verunsichern sie Verkehrsteilnehmer. Zudem wird durch die künstlich erzeugten Nadelöhre erstrecht die Wahrscheinlichkeit für Staubildungen erhöht – was bereits eingetreten ist – womit sich das Fehlen von Rettungsgassen zur akuten Gefahr auswächst – denn weder können Einsatzorte erreicht werden, noch können etwa dringende Krankentransporte nicht passieren.

Fahrrad-Wahn wichtiger als Überlebenschancen von Notfallpatienten

Auf diese Weise stellt die Berliner Verkehrspolitik ihren Zweirad-Wahn sogar über das Leben von Notfallpatienten und Unfallopfern. Doch nicht nur dies ist ein Problem; auch die Anrainerbetriebe und der Lieferverkehr, der über die betroffenen Straßen fließen muss, kommen zum Erliegen – weil ein auch nur kurzes Halten in zweiter Reihe nicht mehr möglich ist. Die Einzelhändler gehen bereits vor Zorn an die Decke wegen der undurchdachten Spuränderungen, da sie – etwa in Friedrichshain-Kreuzberg – von den Neuerungen völlig überrascht wurden.

Großkotzig-gönnerhaft sagt nun beispielsweise der zuständige (ebenfalls grüne) Verkehrsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Oliver Schruoffeneger (Grüne), zu, Anträge von Einzelhändlern oder Lieferanten würden „zügig und wohlwollend geprüft“. Allerdings sei es nicht möglich, „alle Folgewirkungen“ der neuen Fahrradstreifen „von Anfang an auszugleichen“, wie Schupelius den Bezirkspolitiker zitiert. Es ist das Übliche: Per Hauruckmethode wird eine ökologisch scheinbar sinnvolle Änderungen durchgedrückt, Bürger, Wirtschaft und Bezirksämter werden vor vollendete Tatsachen gestellt – und mit den Schäden müssen die Betroffenen irgendwie klarkommen. Das ist klassische realsozialistische Politik, wie sie heutzutage für Gründogmatiker typisch ist. (DM)

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