Der durfte ja nicht fehlen: Christian Wulff jammert über „Rassismusproblem“

0
Antirassisten unter sich: Wulff (l.) mit Udo Lindenberg (r.) (Foto:Imago)

Die Schmach muss schwer lasten auf Christian Wulff: Bundespräsident eines zutiefst rassistischen Landes gewesen zu sein macht ihm so zu schaffen, dass er vermutlich einen Großteil seines Ehrensolds von 240.000 Euro, die er für seine zwei Jahre in Schloss Bellevue lebenslang (nebst weiteren Privilegien) kassiert, für Psychotherapien zur Behandlung seiner Schuldkomplexe aufwenden muss.

Den Eindruck könnte man zumindest gewinnen, liest man Wulffs Einlassungen zur gesellschaftlichen Situation Deutschlands in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): Das Land habe ein gravierendes Rassismusproblem, und er sei fest davon überzeugt, „dass sich Deutschland ehrlich machen und einsehen muß, welche gravierenden Defizite weiterhin bestehen und wie Menschen in unserer Gesellschaft immer noch ausgegrenzt werden“. Wenn dem so wäre, wieso hat Wulff dann die Flinte ins Korn geworfen und als Staatsoberhaupt nicht weiter gegen „Rassismus“ in seinem Land gekämpft (ein Begriff, der von ihm seinerzeit nie zu hören war)?

Dafür gehen dem eitlen Dampfplauderer Wulff, der sein zur heutigen Salonkultur zwingend erwünschtes schlechtes Dauergewissen wie eine Monstranz vor sich herträgt und schon zu Amtszeiten Demut vor Muslimen zelebrierte („Der Islam gehört zu Deutschland“), gehen dabei die „Black Lives Matter“-Demos noch nicht weit genug, wie auch die „Junge Freiheit“ berichtet: Diese „kratzen nur an der Oberfläche“, denn „Ausgrenzung und Diskriminierung“ seien „eklatant“ und es müsse endlich ein „offener Diskurs“ stattfinden. Als würde in Deutschland seit Jahren über irgendetwas anderes gesprochen.

Worthülsen des Gutmenschenvokabulars

Der Rest des Interviews in der NOZ sind die Phrasen eines angepassten Sonntagspredigers, austauschbare Worthülsen des Gutmenschenvokabulars: Es sei „nicht nur normal, sondern ein echter Gewinn ist, daß in unserem Land Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Orientierung gut auf dem Boden unseres Grundgesetzes zusammenleben“. Oder dieser Klassiker: „Vielfalt ist ein Gewinn und kein Problem“.

Zwar sei Vielfalt manchmal „auch nicht einfach“ aber das Gegenteil sei Einfalt – „und wer will schon einfältig sein?“ Auf diesem Niveau wird in Deutschland Zuwanderung, Identität und kulturelle Selbstbehauptung diskutiert: Probleme gibt es nicht und wenn doch, werden sie mit Puderzucker und Wohlbühl-Floskeln überstreut. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram