Wie die Polizei Boris Reitschuster für „hirnverbrechig“ erklärte

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Wie die Polizei Boris Reitschuster für
Wie die Polizei Boris Reitschuster für "hirnverbrechig" erklärte; Foto: Screenshot Youtube

Boris Reitschuster schreibt auf Youtube: „Ich sei „hirnverbrechig“- hätte mir jemand gesagt, dass mir unsere Polizei mal solche Vorwürfe macht, ich hätte ihn verrückt erklärt. Jetzt erlebte ich es bei der Anti-Rassismus-Demo – während Nackte vor den Augen der Beamten bei „gay pride“ marschierten. Es war eine Berichterstattung mit Hindernissen: Mein Versuch, einen Bericht von der Berliner „Antirassismus“-Aktion zu machen, brachte eine handfeste Überraschung.

Während die Berliner Polizei seit Jahren Drogenhändler im Görlitzer Park gewähren lässt und bei anderen Kundgebungen und vielen Demonstranten auf die Corona-Regeln pfeift, wird bei Journalisten schon mal hart zugegriffen. Mein Kafka´esker Zusammenstoß mit den Ordnungshütern der Hauptstadt – den ich so noch vor drei Monaten eher in der DDR als in einem demokratischen Rechtsstaat für möglich gehalten hätte. Insbesondere die wiederholte Ankündigung des Beamten, er werde sich beim „Presserverband“ über mich beschweren, so in der alten Bundesrepublik nicht mal ansatzweise denkbar gewesen wäre. Es offenbart die Denkweise von Sowjetunion und DDR, wo Journalisten ebenso wie Schriftsteller von ihren jeweiligen „Verbänden“ auf Kurs gehalten und im Zweifelsfall diszipliniert, wenn nicht gar ausgeschlossen und damit zum Abschuss frei gegeben wurden.

Hätte mir vor zwei Tagen jemand gesagt, dass ich mal mit solch einer Situationen in der Bundesrepublik konfrontiert werde – ich hätte nur den Kopf geschüttelt. Die Wiederkehr eines solchen Denkens ist zwar einerseits beunruhigend – andererseits ist sie auch absurd. Denn noch leben wir in einem freien Land, und ich habe weder einen Chef, noch bin ich Mitglied eines Berufsverbandes, bei dem man sich über mich beschweren könnte. Dass ein Journalist frei sein kann, liegt offenbar außerhalb der Vorstellungswelt von vielen. Die einzige Instanz, die für mich zählt, sind meine Leser. Und vor denen habe ich keine Angst – im Gegenteil.

Wobei der Vorwurf, „hinverbrechrig“ zu sein, doch schon eher an Orwell erinnert als an Kafka. Seit Wochen berichte ich jeden Samstag über die Demonstrationen in der Hauptstadt – und seit Wochen komme ich dabei aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und mache mir große Sorgen: Was ich da erlebe, entspricht zumindest in Teilen dem, wie ich mir die letzten Jahre der Weimarer Republik vorstelle.“

(Quelle)

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