Tote Hosen, dicke Taschen

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Campino (Foto:Imago/Star-Media)

Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Eine der bekanntesten Vertreter der Gutmenschenfraktion, die „Toten Hosen“ zeigen ihren Fans, wie die Band hinter den Kulissen wirklich agiert.

Von Nils Kröger

Nachdem im Oktober 2019 der Vorverkauf für ihre „Alles ohne Strom“-Tournee (der Name ist perfekt gewählt gewesen) startete, machte die chinesische Mikrobe diesem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung. Viele Kritiker dieser Band konnten nun aufatmen, daß zumindest diese akustische Luftverschmutzung eingedämmt wurde. Blieben also noch die Anhänger, die, weil es keine Ersatztermine gibt, nun ihr Geld zurückerstattet bekommen möchten.

Dies sollte durch die beauftragte „kauf mich GmbH“ abgewickelt werden. Doch manche Fans staunten wahrlich nicht schlecht, als die Rückerstattungen erfolgten. Die Firma behielt pro verkaufter Eintrittskarte im Durchschnitt 5,20 EURO ein. (…) Zusätzlich wurden je Versand der Eintrittskarten, weitere 6,50 EUR für Porto und Versand berechnet.  (…)

Als Grund gab das Unternehmen an, daß schließlich die „Handlingskosten“ einbehalten werden müssen. Schätzungen zufolge setzte die Firma über 200.000 Karten ab. Rechnerisch ergibt dies einen „Gewinn“ von zusätzlich einer Million EURO. Der rechtliche Standpunkt ist eigentlich eindeutig geregelt (§ 275 BGB). Für diesen Fall besagt der Paragraph, daß der Veranstalter, sollte er außer Stande sein, die Leistung zu erbringen, vom Besucher nicht erwarten kann, daß jener trotzdem zahlt. Sämtliche Auslagen müssen demnach erstattet werden.

Oberflächlich betrachtet könnte dies nun an der beauftragten „kauf mich GmbH“ liegen. Doch wie fast immer, steckt mehr dahinter. (…) Auffällig ist, dass diese nahezu den Alleinvertrieb der Tickets durchführten und auch den Fanshop der Toten Hosen betreiben. Wie sich nunmehr herausstellte, sind die Gesellschafter und somit auch Inhaber als auch Begünstigten der kauf mich GmbH, Mitglieder der Band Toten Hosen. Dort findet man Andreas Frege alias Frontmann Campino, Andreas von Holst (E-Gitarre), Michael Breitkopf (Gitarre) und Andreas Meurer (Bassist & Songwriter). Einzig der Geschäftsführer und bayrische Altpunker Wolfgang Huber ist kein aktives Mitglied der Gruppe. (…)

Nun handelt es sich bei den „Toten Hosen“ aber nicht um mittellose Straßenmusiker sondern um Multimillionäre, die seit fast 40 Jahren auf der Bühne stehen. Das läßt dieses Verhalten noch fragwürdiger erscheinen als es ohnehin schon ist.

Gutmenschen sind halt auch nur ganz normale Menschen und einige von ihnen haben eben auch reichlich kriminelle Energie in sich, die in Zeiten von Corona ausbrechen kann.

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