„Haftbefehl“ statt Bismarck: Kulturrevolution tobt auch in Offenbach

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Geschändet ist Bismarcks Denkmal in Offenbach schon, jetzt sollen sie ebenso wie der Straßenname verschwinden (Screenshot:Youtube)

Bizarre Auswüchse des linksradikalen Kulturbolschewismus, der über BLM-Proteste ins deutsche Feuilleton schwappt und sich inzwischen in politischen Anträgen und Petitionen artikuliert: In Offenbach, das was man großflächig als eine Art westdeutsches Shithole des Multikulturalismus bezeichnen könne, soll die Bismarckstraße künftig nach dem Rapper „Haftbefehl“ genannt werden.

Dies fordert allen Ernstes eine Petition in Frankfurts Schwesterstadt Offenbach am Main – und dass deren Urheber im Jahr 2020 nicht direkt eine amtliche Vorladung zur Überprüfung seines Geisteszustands von Amts wegen erhält, sondern dieser Schwachsinn auch noch medial und kommunalpolitisch diskutiert wird, verdeutlicht, wohin sich dieses Land bereits entwickelt hat.

Wie die „hessenschau“ berichtet, argumentiert die Petition damit, dass Rapper Haftbefehl vom Leben am Main erzählt, während der andere „die Ausbeutung des afrikanischen Kontinents ermöglicht“ habe. Abgesehen davon, dass diese Ausbeutung zur Zeit Bismarcks durch andere Kolonialmächte schon jahrhundertelang lief und der „Eiserne Kanzler“ heute nicht etwa dafür als nationale Figur geehrt wird, dass  er aus Sicht zeitgenössischer George-Floyd-Andenkender „rassistische“ Standpunkt vertrat, sondern für Reichseinigung und seine virtuose Bündnispolitik, die Deutschland immerhin 43 Jahre Frieden bescherte: Präpotente Gossen-Musiker sind deshalb noch lange nicht ehrwürdig, weil sie verherrlichend über Abgründe und Gegengesellschaften ihrer Heimatstadt rappen.

Dennoch könnte genau dies Wirklichkeit werden, wenn sich die Petition durchsetzen sollte. „Baba-Haft-Boulevard, Aykut-Anhan-Allee“ oder ganz schlicht: „Haftbefehl-Straße“ könnten, so die „Hessenschau“, tatsächlich kommen. Wobei die Auszeichnung für Haftbefehl sogar dann, wenn dafür nicht Bismarcks Name getilgt, sondern eine neue Straße nach ihm benannt würde, eine Zumutung wäre. Dafür jedoch eine Persönlichkeit mit historischem nationalem Gewicht wie Otto von Bismarck aus dem öffentlichen Gedenken zu verbannen, ist der absolute Wahnsinn.

Bildungsferne Wahnsinnforderung

Dass dieses Ansinnen immerhin bereits rund 1700 Unterstützer (Stand gestern Abend) gefunden hat, ist ein schierer Wahnsinn und zeugt von der Geschichtsvergessenheit und Bildungsferne der Klientel, die hier mitmacht. Die Barbarei der neuen Kulturrevolution wird vom Initiator wie folgt zur angeblich antirassistischen Entschlossenheit umgedichtet:  „In der ganzen Welt werden dank #BlackLivesMatter Statuen umgeschubst und stolpern ins Wasser… Endlich wird der Kolonialismus kritisch angegangen und Geschichte neu betrachtet.“ Als gesichert gelten kann dies: Mit Kolonialismus, Rassismus, vor allem aber Diskursethik und Dialektik haben sich die Verantwortlichen dieser Idee nie eingehender beschäftigt.

Nur noch als pervers zu bezeichnen ist die durchaus wohlwollende Rezeption der „Diskussion“ um den neuen Bildersturm, der sich sowohl die SPD-geführte Offenbacher Stadtverwaltung als auch die hessische Landesregierung in Wiesbaden anschließen: So „begrüßt“ die grüne Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn die „neuerliche Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte“ – als ob es das wäre: In Wahrheit geht es darum, geschichtliche Personen nicht mehr aus ihrer Zeit heraus zu verstehen, sondern über sie jakobinerhaft nach rigoristischen Maßstäben der Gegenwart, nach gegenwärtiger Ideologie zu urteilen. Genau darin unterscheiden sich die „Rassismus“-Ausmerzer in nichts von den radikalen Taliban, die antike Statuen und Buddhadenkmäler sprengten – und auch von den Nationalsozialisten: Daran erinnerte diese Woche der Fall des schwarzen St.Mauritius im Wappen von Coburg, dessen Entfernung BLM-Aktivisten fordern. Genau dies hatten zuletzt die Nationalsozialisten 1934 gefordert – auch damals schon aus einer für unfehlbar gehaltenen Ideologie heraus und mit dem Ziel, die Geschichte von „Fehlern“ zu säubern. (DM)

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