Four more years Merkel? Deutsche wollen keinen der CDU-Vorsitzkandidaten als Kanzler

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Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, aufgenommen im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wolodymyr Selenskyj (nicht im Bild), Praesident der Ukraine, in Berlin, 18.06.2019. Berlin Deutschland *** Chancellor Angela Merkel, CDU, recorded during a joint press conference with Volodymyr Selenskyj, President of Ukraine, in Berlin, 18 06 2019 Berlin Germany PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xFlorianxGaertner/photothek.netx

Kanzler „kann“ aus Sicht der Deutschen keiner von denen, die sich derzeit um die CDU-Führung bemühen: Auch nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer (deren Interims-Vorsitz als Betriebsunfall in die CDU-Parteigeschichte eingehen wird) im Dezember das Feld geräumt haben wird, steht bereits fest: Wer immer ihr nachfolgt, der wird als Kanzlerkandidat nicht in der Gunst der Wählermehrheit stehen.

Es ist primär eine Folge der fortwährenden Merkel-Ränke, die als veritable Fürstin der Finsternis alles daransetzt, mit Hilfe loyal ergebener Staatsmedien und unter geschickter Ausnutzung der Corona-Pandemie die eigene scheinbare Unentbehrlichkeit zu konservieren. Als Resultat dessen sind die Deutschen anscheinend so auf sie eingeschworen, dass sie ihre Nachfolger allesamt eher als Zukunftsrisiken denn als perspektivische Hoffnungsträger bewerten – mit der Folge, dass sie mehrheitlich keinen der drei Bewerber um den CDU-Vorsitz für einen geeigneten Kanzlerkandidaten der Union halten.

Wie eine gestern veröffentlichte Kantar/Emnid-Umfrage im Auftrag der Funke-Mediengruppe ergab, über die „dts Nachrichtenagentur“ berichtet, können sich nur 19 Prozent der Befragten den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet als Kanzlerkandidaten vorstellen, 61 Prozent halten ihn nicht für geeignet und 19 Prozent wollten sich nicht festlegen. Für den Ministerpräsidenten der einwohnerstärksten Bundeslandes eine Blamage, der in der Corona-Krise mannigfaltige Profilierungsmöglichkeiten hatte, diese jedoch offenkundig nicht nutzen konnte.

Auch der als wirtschafts-affin geltende „Heilsbringer“ Friedrich Merz kommt zwar auf eine Zustimmung von 30 Prozent, doch auch ihn lehnt eine deutliche Mehrheit von 56 Prozent der Deutschen ab; keine guten Karten für den einstigen Unionsfraktionsvorsitzenden, der seinen Parteivorsitz wie selbstverständlich als Anwartschaft auf die Kanzlerkandidatur betrachtet. Die miesesten Werte erreicht in der Umfrage der amtierende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen: Den dritten Parteivorsitz-Kandidaten stufen nur 13 Prozent als geeignet ein, 60 Prozent finden ihn ungeeignet.

Und derjenige, der die letzten Monate von Amts wegen gefragter wie nie war und in Sachen Vertrauenswürdigkeit hätte massiv punkten können, Gesundheitsminister Jens Spahn (der die Kandidatur von Laschet unterstützt) schneidet mit 27 Prozent Zustimmung und 57 Prozent Ablehnung miserabel ab, wenn auch etwas besser als der NRW-Regierungschef.

Der einzige, der außer der Kanzlerin selbst von Corona profitieren konnte, war der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der Vertrauen gewinnen konnte – und den mit 45 Prozent mehr Deutsche für einen geeigneten Kanzlerkandidaten halten, während ihn 36 Prozent ablehnen.

So bleibt die Kriegs- und Krisengewinnerin, die Hauptnutznießerin einer von ihrer Regierung künstlich immer weiter verlängerten Krisenpolitik Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst, die neben einem Amts- auch noch auf den „Corona-Bonus“ vertrauen könnte, wenn sie bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr antreten würde. Zwar hält sie weiter an ihrer erklärten Absicht fest, nicht für eine fünfte Amtszeit zu kandidieren – doch es bleibt abzuwarten, wie ernstzunehmen diese Ankündigung ist.

Der Versuch, den Pandemie-Ausnahmezustand immer weiter zu prolongieren und die komfortable Mehrheit der Regierungskoalition somit zu bewahren, weist darauf hin, dass sich Merkel früher oder später erneut auf den Schild heben lassen könnte. Hinzu kommt, dass sie auch noch auf die besten Werte unter allen genannten Unionspolitikern verweisen kann: Bei 54 Prozent trifft sie als Kanzlerin auf Zustimmung, bei 42 Prozent auf Ablehnung. Sachzwänge und machtpolitische Erwägungen werden dafür sorgen, dass sich der Wahnsinn dieser Kanzlerschaft bis Ende 2025 verlängern könnte. (DM)

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