Deutschlands Linke hat die Hosen voll: Alles schart sich hinter Merkel

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Foto: Collage

Weder die trotz faktischer Corona-Entwarnung weiterbestehenden Alltagsrepressionen (Kontaktnachverfolgung, Abstandsregeln, Maskenpflicht) noch neuerdings wieder drohende Lockdown-Willkür können an den enormen Zustimmungsraten für die Regierung, so scheint es, auch nur das Geringste ändern. Der Grund dafür ist simpel: Es ist vor allem die parteiübergreifende geschlossene deutsche Linke – und damit eine beträchtliche Teilmenge der Wählerschaft -, die sich loyal und untertänig hinter die Groko schart und Merkels Führung sucht. Der deutsche Obrigkeitsstaat lebt vor allem in denen weiter, die sich als kritische Rebellen fühlen.

Jedoch ist es diesmal nicht die „ganz normale Staatsgläubigkeit“, jene dirigistisch-etatistische Grundtendenz, der Sozialisten ebenso wie Grünideologen schon deshalb nachhängen, weil ihre Vision vom Systemwechsel – ökonomisch wie ökologisch – nur unter Zwang möglich ist und nur ein autoritärer Staat ihr Überleben sichern kann, getreu der Faustregel: je evidenter das Scheitern, desto diktatorischer die Verhältnisse (siehe Venezuela und Nordkorea). Nein, hier gesellt sich noch etwas anderes hinzu: Auch die leidenschaftlichsten, unbequemsten „Querdenker“ und Wider-den-Stachel-Lockenden sehnen sich insgeheim nach dem Schulterschluss des Kollektivs unter einer Führerfigur. Merkel taugt als solche zwar charismatisch null, doch da sie „nun mal da ist“ und durch die Transformation ihrer Partei zu einem linksgrünen Klon das Vertrauen des neuen Establishments errungen hat, wird sie akzeptiert.

Auch leben hierzulande inzwischen so viele Menschen samt ihren Familien vom Staat – und zwar durch Sozialtransfers, sondern auch als Beamte, Angestellte und Auftragnehmer -, dass sich unterbewusst automatisch eine Form von „staatsbürgerlicher Treue“ einstellt, die Gewissen, kritische Distanz und „innere Führung“ schleichend korrumpiert. Der immer größer werdende Anteil des öffentlichen Dienstes an der Gesamtbeschäftigtenzahl, hohe Staatsquote und ein zunehmender Staatssektor tun ihr Übriges. Hinzu kommt seit März noch der ungehemmte Zugriff der Regierung auf weite Teile der Wirtschaft als Folge der Corona-Krise, die neben dem kompletten Mittelstand auch systemrelevante Konzerne an den Rand des Ruins trieb und weitertreibt – was die immer dominantere Rolle des Staates zementiert, von dem weite Teile der Gesellschaft in Abhängigkeit geraten. So greift der „Deep State“, dessen Anhänger bereits die meinungsbildenden Eliten an Hochschulen, in Kunst und Kultur und vor allem Medien stellen, krakenähnlich auch noch nach den letzten Bastionen von Freiheit und Selbstbestimmung. Von sozialer geschweige denn freier Marktwirtschaft kann da bald keine Rede mehr sein.

Regierungsloyalität als Eintrittskarte, dazuzugehören

Und von freien Köpfen erst recht nicht, denn Regierungsloyalität und Gefolgschaft werden so zwangsläufig zu sozial erwünschten Attributen pflichtbewusster Staatsbürger, die durch zwangssolidarische Parolen von „Wir schaffen das“ bis „Gemeinsam da durch“ auf Kurs gehalten werden. Wenn dann auch noch „notstands“-bedingt demokratische Vielfalt und Opposition wegbrechen, weil die Bandbreite der politischen Streitthemen entfällt und sich alles auf eine behauptete, künstlich hochgehaltene Dauerbedrohung Corona fokussiert, hat (erst recht eine große) Koalition, die erst dank der Pandemie wieder groß wurde, leichtes Spiel. Am Ende sind es nämlich die linksprogressiven Spießer in den Institutionen und ihre Kids der Generation Y, die artig kuschen und mit vollen Hosen hoffen, die Regierung wird sie durch die Krise manövrieren.

Nur so sind dann auch die jüngsten Umfrageergebnisse zur Zufriedenheit der Bundesbürger mit Merkels Arbeit zu interpretieren: Mehrheitlich für „gut“ (50 Prozent) befinden laut der aktuellen Meinungsumfrage von Kantar/Emnid im Auftrag von „Focus“ das „Krisenmanagement“ der Regierung, dem sie die Note 2,4 auf einer Skala von eins bis sechs geben. 17 Prozent der Befragten bewerten dieses gar mit „sehr gut“. Besondere Ironie dabei: Am größten ist die Zustimmung zu Merkels Politik in der Coronakrise bei Anhängern der Grünen – jener Partei also, die bei Erstwählern bekanntlich momentan jeden Zweiten überzeugt. Insgesamt bewerten 89 Prozent der Grünen-Wähler die Arbeit der Kanzlerin als „sehr gut“ oder „gut“, und damit mehr als in Merkels eigener Partei, denn in der Union finden dies nur 84 Prozent.

Kanzlerin mit mehr Fans bei Grünen als bei CDU/CSU

Dass die „Opposition“ die große Führerin mehr liebt als deren eigene Regierungspartei, das hat es nicht einmal bei den Alibi-Blockflötenparteien der DDR gegeben – und es sagt alles über Brüche, Verwerfungen und ideellen Verfall dieser Republik. Kein Wunder, dass Merkel und ihre Gefolgschaft bei solchen Zustimmungswerten kaum Interesse haben, zum Status quo ante zurückzukehren und die Pandemie-Panik zurückzufahren – denn längst haben sie Gefallen daran gefunden, wie ein Virus als politisches Ordnungsprinzip zu wirken vermag. Und die dem Milieu-Juste konformen Journalisten, beschäftigt bei durch millionenschwere Anzeigenkampagnen der Regierung bei Laune gehaltenen Verlagen und Sendern, achten darauf, dass die Grundangst als konditionierendes Element niemals abebbt. So wie die „Zeit„, die gestern Woche klarstellte: „Jeder entscheidet durch sein Verhalten, wie viele Menschen noch sterben!“. Es zählt nicht mehr die reale Gefahr, sondern ihre Skalierung.

Interessant ist, dass die jetzt zu pflichtgetreuen, gefolgsamen Angsthasen mutierten Revoluzzer von einst nicht nur weiter brav alles umsetzen, was von ihnen verlangt wird – vom Masken aufsetzen im Biosupermarkt bis zur artigen Abgabe der persönlichen Daten ohne zu murren beim Friseur oder Restaurantbesuch. Sondern dass von ihrer Seite jeder Proteststurm ausbleibt – gegen Datenmissbrauch, gegen Bevormundung, kurzum: gegen alles, wofür diese vormals Unangepassten noch vor 30 Jahren leidenschaftlich auf die Straße gingen. Und die wiederum, die heute den Widerstand wagen und Regeln brechen, werden als Rechtsextremisten, Geisteskranke oder neuerdings „Asoziale“ diffamiert – es sei denn, sie demonstrieren gegen übergeordnete Themen wie Rassismus oder Abschiebungen; Klima scheint von der Dringlichkeit her hingegen noch zu schwach.

Und so bestätigt setzt die deutsche Linke mit ihrem staatshörigen Verhalten in der Corona-Krise genau das fort, was ihre wohlstandsverwahrlosten und gehirngewaschenen Kids bei wohlinszenierten FFF-, „Wirsindmehr“- und zuletzt BLM-Demos vormachten: Die Geschlossenheit des Volkskörpers im Namen der „richtigen“, unfehlbaren Sache. Furcht, die als Mut verkauft wird, und Herdentrieb, der als innere Überzeugung empfunden wird – beides hat auch früher schon prächtig funktioniert, mit bekanntem Ausgang. (DM)

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