Landesfürsten drehen durch: Urlaub nur noch mit negativem „Seuchen-Attest“

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Wir wünschen Ihnen einen schönen Urlaub - im Knast (Symbolfoto: Von Robert Kneschke/Shutterstock)

Reisen wird in Deutschland zum Russisch Roulette. Wer aus einem Landkreis mit „hohem Infektionsgeschehen“ kommt, darf künftig nur noch mit Negativ-Attest vom Arzt Urlaub in einem anderen Bundesland machen. Darauf einigten sich jetzt die Länderchefs und das Bundeskanzleramt.

Das benötigte ärztliche Attest „muss sich auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist“, berichtet der Tagesspiegel. Die Kosten für den notwendigen Test sollen nach dem Willen des Bundesinnenministeriums „übernommen“ – also vom Steuerzahler beglichen werden.

Betroffen von der Außerkraftsetzung des Grundgesetzes, das in diesem Fall jedem Bundesbürger die körperliche Bewegungsfreiheit gemäß Art. 2 Abs. 2 Satz 2 und Art. 104 garantiert, seien laut Tagesspiegel Reisende aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage. Für sie gilt ein Hotel – bzw. Übernachtungsverbot ohne entsprechendes negatives fachärztliches Labor-Seuchenzeugnis.

Obwohl der sogenannte Corona-Hotspot in Gütersloh auf die Arbeiter des Fleischgiganten Tönnies in Warendorf begrenzt sind und der Großteil der Gütersloher Bevölkerung wohl kaum mit den Betroffenen in Kontakt gekommen ist, wendet man im Robert-Koch-Institut gnadenlos die Milchmädchenrechnung „50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner“ an. Demnach sei der Wert in Gütersloh mit 177,7 Fällen je 100.000 Einwohnen in den vergangenen sieben Tagen (davor 192,8) „weiter hoch“. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage in Warendorf ist mit 47,9 wieder unter den entscheidenden und willkürlich festgelegten Wert von 50 gesunken.

Und das alles, obwohl es laut einer Pressemitteilung des Kreises kaum Hinweise auf Ansteckungen in der breiten Bevölkerung außerhalb der Tönnies-Schlachtfabrik gibt. Demnach seien vom 19. bis 25. Juni 55 Fälle ohne Bezug zum Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück positiv getestet worden. Am Donnerstag seien noch 14 Fälle hinzugekommen. Insgesamt wurden in dem Berufskolleg, einem von sechs Testzentren, 2937 Menschen auf Corona untersucht, neun von ihnen mit positivem Ergebnis, weiß der Tagesspiegel.

Fürst Söder von Bayern gibt sich bereits großzügig und begrüßt wieder Gäste aus dem Kreis Warendorf. In mehreren Bundesländern müssen auch die eigenen Bürger, wenn sie aus dem Kreis Gütersloh nach Hause kommen, in Quarantäne. (MS)

 

 

 

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