Hysterische Aufregung: Tochter von Bremer AfD-Bundestagsabgeordneten Magnitz soll in Bremen Geschichte unterrichten

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Empörung (Bild: shutterstock.com/Von WAYHOME studio)

In der SPD-geführten Bremer Bildungsbehörde steht man offenbar kurz vor dem Kollaps. Nein. Es wurde keine bekennende Linksextremistin in ein Verfassungsrichteramt gewählt. Der Grund für die Aufregung: Die Tochter des Bremer AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz, Ann-Katrin Magnitz, selbst in der AfD aktiv, hat „aus Versehen“ einen Platz als Lehramtsreferendarin für Geschichte und Spanisch zugesagt bekommen. 

Ann-Katrin Magnitz hatte sich nach ihrem Lehramtsstudium für Spanisch und Geschichte beim Landesinstitut für Schule (Lis) für ein zweijähriges Referendariat beworben und von dort vor einer guten Woche eine Zusage erhalten. Die dortigen Gesinnungswächter scheinen jedoch nicht kontrolliert zu haben, um wen es sich bei der Lehramtsreferendarin und Beamtin auf Lebenszeit in spe handelt.

Wie der Weser-Kurier emsig berichtet, sei die junge Frau die Tochter des es Bremer AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz, auf den Anfang 2019 ein mutmaßlich „politisch links motivierter“ Anschlag mit schwerer Verletzung verübt wurde. Seine Tochter Ann-Katrin – und das hatte das Lis in Bremen wohl übersehen – engagiert sich ebenfalls bei der AfD und das auch noch im „Flügel“, empört sich der Weser-Kurier, der sich wundert, dass dies bei den Behörden nicht alle Alarmglocken habe klingeln lassen und die Behördenspitze darüber nicht informiert wurde.

Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) bedauerte gegenüber der Zeitung ihre begrenzten Möglichkeiten, „den Fall zu steuern“. Es besteht Ausbildungs- und Berufsfreiheit, und es gibt in Bremen keinen Radikalenerlass, teilte die SPD-Funktionärin – mutmaßlich mit Bedauern – weiter mit. Zwischen den Zeilen von Bogedans Erklärung liest der Weser Kurier jedoch den Ärger darüber deutlich heraus, dass es im Landesinstitut offenbar niemand für nötig hielt, den Vorgang an höhere Stellen zu melden. Bogedan wörtlich: „Ich bin sicher, dass Schulungen zur politischen Bildung im Sinne der demokratischen Werte nicht schaden.“

Im Kommentarbereich der Aufpasser-Gazette ärgert man sich ganz offensichtlich weniger über die junge Lehramtsanwärterin, sondern mehr über das in Grund und Boden regierte Bundesland:

„Ich ärgere mich über schlechte Bildung in vielen, vielen Ecken Bremens @bremen. Geht einfach nicht. Ein Unding. Ich ärgere mich über ein Ressort Bildung, welches immer noch nicht in Wallung gekommen ist. Peinlich, was Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen teilweise aus dieser Behörde hören. Für dies Ressort ist der Begriff „die Blase“ durchaus angebracht. Geht einfach nicht. Ich ärgere mich so über schlechte Bildung in Bremen, dass dieser Artikel irgendwie an mir vorüber streicht. Da stand nichts mit Bildung drin. Ist der Senatorin Bildung gar nicht wichtig? War die Senatorin im letzten Wahlkampf abwesend?“

„Die öffentliche Diffamierung mit der Wortwahl rechtsradikal scheint mir doch recht fragwürdig.“

„Verständlich, dass das in der Bildungsbehörde für Ärger sorgt. Sicherlich hätten sie lieber an gleicher Stelle eine Links-Aktivistin gesehen. Wobei ich mich frage, wo generell das Problem ist? Sie wird in Geschichte schon nicht aus „Mein Kampf“ vorlesen, gehe ich mal stark von aus.“ 

„Kann mir bitte jemand sagen, womit die „Rechtsradikale“ Frau Magnitz in Erscheinung getreten ist? Ich habe hier das erste mal von ihr gehört. der Nachname reicht wohl aus, um als rechtsextrem bezeichnet zu werden.“

„Ich habe mit der jungen Dame so manches Gespräch geführt und den Eindruck gewonnen, dass sie weder rechts denkt noch handelt. Erst recht nicht radikal. Sie besitzt einen Nachnamen, der andere dazu verleitet, ihr ohne wirklichen Grund ein übles Etikett anzuhängen.“

„Ich bin ein entschiedener Gegner der AFD. Ich bin auch ein entschiedener Befürworter des Rechtsstaats. Es kann nicht sein, dass es Berufsverbote für AFD-Mitglieder gibt. Wir müssen eben schon aufpassen, dass wir nicht Rechte aushebeln und dann ein Demokratiedefizit herbeiführen. Die Referendarin wird ihre Eignung wie jeder andere Referendar/in unter Beweis stellen müssen, kann sie dies nicht, dann sehen wir weiter.“

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