Neues von Professor „Pfeife“ Pfeiffer: Stuttgarter Randalierer sind unschuldige Lockdown-Opfer

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Mal wieder: Dr. Pfeiffer mit pfiffigen Erklärungsmodellen (Foto:Imago)

Kriminologe Christian Pfeiffer meldet sich wieder mal aus der Expertengruft – und steuert zu den Stuttgarter Randalen vorgestern Nacht seine ganz persönliche These bei: Aufgestauter Frust über die Corona-Beschränkungen sei ursächlich gewesen. „Menschen, die eingesperrt waren, sind aggressiver“, so der ehemalige SPD-Justizminister und frühere Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen. Es ist ein der nächste Versuch, die Täter zu Opfern umzudeuten.

Die Kreidefresser, Verharmloser und Gesundbeter aus Politik, Medien und Wissenschaft haben seit gestern Hochkonjunktur. Zuerst waren es „Party-Kids“ und Mitglieder der „Event-Szene“, die über die Stränge schlugen. Kurz darauf kam der „Geltungsdrang im Internet“ als Motiv hinzu. Dann wurden gestern Kürzungen im Stuttgarter Sozialetat, zu wenige Streetworker als Ursache der Brutalität ausgemacht. Und dass während der Gewaltorgie „Allahu Akbar“ skandiert wurde, hat auch nichts mit dem Islam zu tun, weiß Islamwissenschaftler Mathias Rohe, der in „Bild“ den muslimischen Kampfruf „einordnet“ und beteuert, dies hätten in Stuttgart nur „irgendwelche Dummköpfe“ gerufen, denen „gerade nichts besseres eingefallen ist und für die sich die meisten Muslime schämen“.

Und nach all dieser Beschwichtigung meldete sich dann gestern auch noch Deutschlands kriminologischer Doyen Christian Pfeiffer zu Wort – und kam mit der allerneuesten Rechtfertigungslehre um die Ecke: Grund für die Stuttgarter Krawalle seien ja eigentlich die Corona-Regeln sowie der Lockdown.

Wir lernen: Alles und jeder ist schuld an den bürgerkriegsähnlichen Gewaltexzessen. Bloß nicht die Verantwortlichen. Warum? Weil es sich bei ihnen ganz überwiegend um Ausländer und Passdeutsche mit Migrationshintergrund handelt – und diese sind für die ideologisch dominierenden Brahmanen der Willkommenskultur „Heilige Kühe“. Bauen sie Scheiße, muss zuvor zwingend die Gesellschaft Scheiße gebaut haben – die sowieso immer schuld hat, wenn Traumatisierte, Abgehängte oder – wenn sonst gar nichts mehr greift – durch „Ausländerfeindlichkeit“ und „Rassismus“ Diskriminierte strafrechtlich in Erscheinung treten.

Unter den Corona-Auflagen, wirtschaftlichem Shutdown, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, die in Deutschland verglichen mit dem europäischen Ausland noch glimpflich ausfielen, litt das gesamte Land. Doch nirgends rotteten sich bisher „Bio-Deutsche“ vor lauter Frust darüber in Innenstädten zusammen, um Geschäfte zu verwüsten, zu plündern, Autos zu zerstören,Polizisten zu jagen oder Passanten zu attackieren. Interessanterweise waren es fast immer „Gruppen junger Männer“, die sich selbst auf dem Höhepunkt der Ausgangssperren unbeirrt versammelten; besondere Probleme gab es mit muslimischen Gruppierungen, die sich vor Moscheen versammelten, mit nordafrikanischen und afghanischen Flüchtlingsgruppen sowie mit arabischen Großfamilien, die sich teilweise zu hunderten trotz geltender Verbote zu Beerdigungsfeiern zusammenfanden.

Nur bunte Verlierer randalieren?

Dass die Überzahl der vorgestrigen Krawallmacher somit ausgerechnet aus den Bevölkerungs- und Altersgruppen stammen, die sich während des Lockdowns am wenigsten an die Corona-Auflagen gehalten haben, macht Pfeiffer nicht stutzig; im Gegenteil: Seiner bizarren Theorie zufolge sollen also vor allem junge Migranten so verzweifelt auf ihr „Eingesperrten“ reagiert haben, dass sie – und eben so gut wie nur sie, und auch nur in Stuttgart – ein Ventil suchten, um sich abzureagieren.

Man könnte es für einen originellen Beitrag des „Postillon“ halten – doch Pfeiffer meint das tatsächlich ernst. „Da ist viel aufgestauter Ärger vorhanden“, erklärt er treuherzig in „Augsburger Allgemeinen„, und führt aus: „Wir haben viele Verlierer durch Corona.“ Und weil diese Verlierer so lange weggesperrt waren, rasten sie aus. „Menschen, die eingesperrt waren, sind aggressiver“, sagt er. Meint Pfeiffer hier wirklich den Corona-Lockdown – oder vielleicht jene, die bereits im Knast saßen? Für die Opfer von Stuttgart, die Polizeikräfte und die Geschädigten der Ausschreitungen, müssen die Erklärungsbemühungen dieses „verrückten Professors“ wahrlich wie Spott klingen. (DM)

 

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