Ignoranz der linken Sprachpfuscher: Wieso Rasse nichts mit Rassismus zu tun hat

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Der Krieg gegen die Sprache (Foto:Imago/Ohde)

Zu den geistigen Untugenden der politischen Postmoderne gehört es, Begriffe mit neuen Inhalten zu füllen, um dann denen, die sie im ursprünglichen Bedeutungssinn weiterverwenden, eine verwerfliche Gesinnung ankreiden zu können. Freilich setzt dies die Anmaßung einer unfehlbaren Deutungshoheit über die Sprache voraus – was erklärt, warum sich sich vor allem die gesellschaftskritischen Umerzieher der politischen Linken im Zuge der Political Correctness hierauf versteift haben.

Das Phänomen der „Euphemismus-Tretmühle“ beschreibt die stufenweise Pejorisierung, Verfemung und schließlich Tabuisierung von zuvor wertfrei verwendeten Begriffen, die anschließend durch vermeintlich „unbelastete“ Wortschöpfungen – eben Euphemismen – ersetzt werden. Weil sich jedoch die den Begriffen zugrundeliegenden Verhältnisse oder Inhalte nicht verändern, sondern weiter existent bleiben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Euphemismen ihrerseits in Verruf geraten – und wiederum der Ächtung anheimfallen. Das ganze wiederholt sich endlos weiter, weil sich die Realität nun einmal nicht verleugnen lässt – welche Begriffe man auch immer für sie findet.

So wurde der ursprünglich auch im amtlichen Sprachgebrauch verwendete Begriff „Krüppel“ durch „Invalide“ und dann „Behinderter“ ersetzt, bis auch dies als verpönt und diskriminierend galt. „Anders befähigt“ oder „Beeinträchtigt“ markieren jüngste Versuche des „Disability Mainstreaming“ und der Inklusions-Bewegung, neue „wertfreie“ Ausdrücke zu finden – im Sinne der Bestrebens der Political Correctness, ein „anderes Sprechen als Ausdruck eines anderen Denkens und Ausdruck einer anderen Praxis“ zu verfestigen. Auch beim Begriffsfeld „Asylant“ lässt sich die Begriffsveränderung über „Asylbewerber“ zu „Migrant“ und „Zugewanderter“, bei Flüchtling“ zu „Geflüchteter“ oder „Schutzsuchender“ beobachten.

Ganz aktuell ist gerade der jüngste Versuch, im Zuge der aus dem Nichts hochgejazzten Phantomdebatte um angeblichen „Rassismus“ in Deutschland den Begriff „Rasse“ zu skandalisieren. Dessen rein deskriptiver, nicht normativer Sinn, das Vorhandensein unterschiedliche Menschentypen zu kriminalisieren, die es – objektiv und ganz wertfrei – nun einmal gibt, widerspricht der Doktrin und dem Programm von „Diversität“, von der politisch betriebenen Durchmischen und De-Indigenisierung vor allem der westlichen Gesellschaften durch eine prinzipiell unlimitierte („obergrenzenfreie“) Zuwanderung. Der Traum der postnationalistischen, auch biologisch multikulturellen und polyethnischen Weltbevölkerung soll aus Sicht seiner Promotern zunächst über eine Kreolisierung der europäischen Kulturvölker erreicht werden. Jede Terminologie, die hier „Rassen“ oder Klassifikationen nach Herkunftstypen, Haut- und Haarfarbe, Körperbau, Physiognomie oder großräumiger Abstammung unterscheidet, ist da ein Hindernis und muss politisch-weltanschaulich bekämpft werden.

Ideologische Ignoranz gegenüber Tatsachen

Der Unterschied zwischen dem wertfreien Begriff „Rasse“ (im Sinne des Grundgesetzes), an dem sich bezeichnenderweise über 70 Jahre niemand störte, und „Rassismus“ ist jedoch in Wahrheit semantisch derselbe wie etwa zwischen „Islam“ und „Islamismus“: Erst der „-ismus“ macht aus einem unverfänglichen Nominalbegriff einen Wahn, ein wissenschaftliches oder pseudowissenschaftliches Konstrukt mit Agenda. Niemand – schon gar die nicht die politischen Strömungen, die für ihre Orwell’sche Neusprech sogar auf den Verfassungstext ausweiten wollen, käme auf die Idee, den Islam zu verbieten, weil Islamisten für Mord und Totschlag sorgen. Und ebensowenig waren die Väter und Mütter des Grundgesetzes – darunter etliche, die gerade selbst das Konzentrationslager überlebt hatten – „Rassisten“, weil sie die unbestreitbare Tatsache von Menschenrassen benannten, nach denen eben gerade NICHT segregiert und benachteiligt werden dürfe, so wie dies die Rassismustheorien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts taten, die diesen Rassen – und hier liegt das wahre Verbrechen – bestimmte Eigenschaften zuordneten.

Doch dass es Rassen sehr wohl gibt, so wie auch Haut-, Haar- und Augenfarben und andere körperliche Merkmale nun einmal eine Tatsache sind, ist an nun einmal unstreitig – und wer dies abstreitet, wer – wie die Befürworter einer Grundgesetzänderung – von einer  „längst überholten“ und „problematischen“ Begriffswahl schwadroniert, der redet in Wahrheit einem „Neorassismus der Rasseleugner“ das Wort, wie Johannes Eisleben auf „achgut.de“ schreibt – weil er Unterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft ideologisch leugnet und ihnen damit ein Teil ihrer Identität abstreitet. Tatsächlich findet sich diese völlig wertfreie Merkmalszuordnung „Rasse“ in Ländern, wo Menschen unterschiedlicher Hautfarbe seit Jahrhunderten zusammenleben, in amtlichen Unterlagen ebenso wie auf ihren Identitätsnachweisen; die Unterscheidung nach forensischen Klassifikationen etwa in „Caucasian“, „White“, „African“, Asian“ in den USA folgt etwa diesem Prinzip. Und bezeichnenderweise gesteht sogar die UN-Charta der Menschenrechte allen Menschen Grundfreiheiten zu ungeachtet ihrer Rasse (sic!), Geschlechts, Sprache oder Religion“. Aber vermutlich wurden auch die Vereinten Nationen von „Rassisten“ gegründet.

Um auf die Euphemismus-Tretmühle zurückzukommen: Selbst wenn der Begriff „Rasse“ dem Säurebad der Sprachpolizei anheimfällt und durch einen politisch korrekten, genehmeren Wohlfühlbegriff im Sinne des linken Agendasettings ausgetauscht wird: An den durch ihn beschriebenen Tatsachen, den realen Verhältnissen (siehe oben), ändert sich dadurch eben nichts – weswegen auch der Ersatzbegriff bald schon ins Zwielicht geraten wird. Im ewigen Kampf zwischen Ideologie und ungeliebter Wirklichkeit hinken die PC-Sprachmanipulateure und Gehirnwäscher ewig hinterher. (DM)

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