Denkmäler für den neuen Linksstaat: Lenin statt Bismarck

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Lenin-Denkmal (hier in Schwerin) (Foto:Imago/Nordlicht)

Dass in Deutschland jemals historische Denkmäler national prägender Persönlichkeiten zur Disposition gestellt werden, während zugleich für einen ausländischen Revolutionsführer und Massenmörder neue errichtet werden – das hätte sich noch vor wenigen Jahren wohl niemand träumen lassen. Doch im Zuge der neuen linken Kulturrevolution, ausgelöst durch eine völlig bezugsfreie „Rassismus“-Debatte, triumphieren Lüge und Geschichtsverklärung.

Lettow-Vorbeck. Moltke. Bismarck. Selbst Stresemann und Brüning: Die Geschichte Deutschlands seit Reichsgründung ist ein Abgrund von Rassisten, Militaristen, Faschisten. Halbwissen und aufgeschnappte Stereotypen prägen zwar unter den selbstgerechten Nachgeborenen von heute bestenfalls das Geschichtsbild – der angebliche „Völkermord“ an den Herero, die schuldhafte Verstrickung auch Deutschlands in den Kolonialismus (obwohl das Reich erst hunderte Jahre später als die anderen europäischen Großmächte und auch erst in der absoluten Schlußphase des Imperialismus seinen „Platz an der Sonne“ reklamierte und nur noch Krümel eines längst aufgeteilten Kuchens erhielt), die angebliche moralische Mitschuld an der Institution Sklaverei, an der das Heilige Römische Reich und seine Folgestaaten keinerlei Anteil hatten.

Dennoch soll Otto von Bismarck, der eigentliche Strippenzieher und Architekt der deutschen Reichseinigung 1871 und seither als bedeutendster, weil wirkungsmächtigster Politiker unangefochten, nun buchstäblich vom Sockel gestoßen und als nicht mehr gedenkwürdig eingestuft werden, weil er nach den unerbittlichen Kriterien der Gegenwart, unter dem Aspekt des politisch-korrekten Reinheitsgebots, ein Schmutzfink, Bösewicht und Missetäter war.

Bilderstürmer ohne Geist und Geschichtsbewusstsein

Aktuell stellt sich die Frage nach der Tradierungswürdigkeit des „Eisernen Kanzlers“ gerade in Bremen, wo das markante Bismarck-Monument zur Renovierung ansteht – was linke Aktivisten und Geschichtspuristen natürlich zum Anlass nehmen, die Beseitigung des Denkmals zu fordern. Miriam Strunge, Kulturpolitische Sprecherin der Bremer „Linken“, fasste die sozialistische Geschichtskritik wie folgt zusammen: „Bismarck ist kein Held und kein Vorbild. Er hat drei Kriege provoziert und war überzeugter Monarchist und Antidemokrat. Er stand für Ausgrenzung von Katholiken und Sozialisten, arbeitete mit Parteienverbot und Entzug von Grundrechten. Ein Denkmal zu seinen Ehren ist meiner Meinung nach nicht erhaltenswert. Gelder für die Instandhaltung können an anderer Stelle sinnvoller verwendet werden. Deshalb sollte man das Denkmal eher abbauen, als es aufwendig zu restaurieren.“

Dass Bismarck die moderne Sozialgesetzgebung in Gang setzte mit seiner Einführung von Kranken- und Rentenversicherung, dass er erste Arbeitnehmerschutzrechte durchsetzte und durch ein ausgefeiltes Bündnissystem die bis dahin in der Geschichte mit längste europäische Friedenszeit ermöglichte, fällt für geschichtslose Neobolschewisten natürlich nicht ins Gewicht, die sich anmaßen, in abschließender Unfehlbarkeit moralisch über unsere Vorfahren richten zu dürfen, die (wie auch wir heute) stets Kinder ihrer Zeit waren und einem moralischen Kompass für ebenso tiefempfundenes Recht und Unrecht, wenn auch auf der Basis einer veränderten Weltsicht und völlig anderen politischen Realitäten.

Und natürlich schließt sich prompt auch die tendenziöse Lokalpresse den Bilderstürmern an: „Ist das Bismarck-Monument noch zeitgemäß?“ fragt der „Weser-Kurier“ und führt über ihn folgendes aus: „Otto von Bismarck (1815-1898) taugte nie als Reiter mit militärischer Anmutung. Weite Teile seines Lebens brachte er übergewichtig und undiszipliniert, ja maßlos zu. Er fraß, soff, rauchte. Schon früh siegte seine Faulheit über Begabungen. Als Corpsstudent waren ihm Glücksspiel und Trinkvergnügen, Prügeleien und Frauengeschichten wichtiger als die Jurisprudenz. Eisern geht anders.“

Marxisten-Leninisten feiern ihre Auferstehung

Einige hundert Kilometer weiter südlich, im Ruhrgebiet, darf dafür – wiederum nach dem Willen der politischen Linken – demnächst ein Denkmal enthüllt werden, das einem der schlimmsten Usurpatoren, Diktatoren und Schreibtischtäter der Menschheitsgeschichte huldigt: In Gelsenkirchen „kommt die erste Lenin-Statue in Westdeutschland“, wie die „Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD) jubelt, die das Projekt initiiert hat. Verknüpft mit der Forderung „Kein Fußbreit den Faschisten!“ wird damit dem Wegbereiter eines der gnadenlosesten faschistischen Regimes gehuldigt (bekanntlich folgte auf Lenin Stalin, dessen Totalitarismus selbst den NS-Staat vor Neid erblassen ließ). Die 20-30 Millionen Toten, die die von Lenin gegründete Herrschaft der KPdSU in der Sowjetunion und den von ihr überfallenen Ländern auf dem Kerbholz hat, werden von den Neostalinisten in Gelsenkirchen und sonstwo ebenso eiskalt weggelächelt wie die moderne Versklavung von hunderten Millionen Menschen im Namen des Marxismus-Leninismus und seiner Nachfolgeschulen.

Dass Lenin sein hässliches Haupt, in Stein gemeißelt, bald wieder erheben wird, während historische Figuren eingeebnet werden, die diesem Land einst Größe und Bedeutung verliehen, die untrennbar mit der deutschen Identität verbunden sind und ewig zum historischen Erbe Deutschlands gehören: Nichts könnte die kulturelle Selbstauflösung dieser Gesellschaft sinnfälliger unterstreichen. (DM)

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