Deutschland im Rassismus-Wahn: Vorurteile und Phantomschuld

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"Rassismus" überall (Symbolbild:Shutterstock)

Seit vor einer Woche in Minneapolis ein Schwerkrimineller, der durch die unentschuldbare, zu Recht mit der Härte des Gesetzes verfolgte Gewalttat eines einzelnen Polizisten zu Tode kam, zum Alibi für von langer Hand geplanten Unruhen und Krawallen gemacht wurde, wird der George-Floyd-Märtyrerkult auch in Deutschland lustvoll ausgekostet – bis hin zu Sondersendungen auf Pro7, n-tv und Phoenix über die heutigen Trauerfeierlichkeiten, bei denen tränenreich live kommentiert wurde, wie Zehntausende am goldenen Sarg eines in Szene gesetzten „Polizeiopfers“ vorbeidefilierten.

Was Deutschland betrifft, so wurde der Tod einer zuvor öffentlich gänzlich unbekannten Person hierzulande seit der Ermordung des Pariser Botschaftssekretärs Ernst Eduard vom Rath durch Herschel Grynszpan 1938 (der dem NS-Regime als Anlass für die Novemberpogrome diente) nicht mehr derart schamlos von Politik und Medien ausgenutzt, um einen „gerechten Volkszorn“ und kollektive Stimmungsmache gegen Feindbilder zu betreiben.

Weder fanden in Deutschlands Blätterwald und TV-Kanälen Hintergrundinformationen Eingang über Hintergründe zur Verhaftung Floyds (der noch leben würde, hätte er vergangene Woche nicht mit Falschgeld bezahlt und sich anschließend seiner Verhaftung gewaltsam widersetzt), noch wurde dort je eine journalistische Einordnung der angeblich überwiegend friedfertigen Proteste geliefert, in denen sich in Wahrheit Kampagnen gesteuerter linksextremer Provokateure mit dem brodelnden Anarchismus einer sozial marginalisierten schwarzen Unterschicht verbanden, um die Wiederwahl des verhassten Donald Trump im Herbst final zu verhindern. Dieses eigentliche Motiv erklärt nicht nur das leidenschaftliche Engagement zahlreicher linksliberaler Hollywood-Prominenter und Instagram-Stars bei den „Black Lives Matter“ (BML)-Ritualen, sondern auch den Umstand, dass „Polizeirassismus“ unter Barack Obama kein Deut wenig ausgeprägt gewesen war, aber niemanden auf die Straßen trieb.

Und plötzlich wird nicht nur Amerika als das angebliche Mutterland des Rassismus wiederentdeckt – sondern dies auch in Deutschland diagnostiziert. Dem „fremdenfeindlichen“, „dunkeldeutschen“ Kartoffelstaat wird nun noch eine rassistische Komponente zugefügt. Und wo jedweder konkrete Beweis, jegliches Fallbeispiel für eine griffige These fehlt, wird hilfsweise eben „struktureller Rassismus“ bemüht, der sich dann in „diskriminierender“ Reklame (man denke an das „Schokoticket“ der Verkehrsbetriebe Rhein-Ruhr), Bezeichnungen („Mohren-Apotheke“), der umparitätischen Besetzung deutscher Talkshowrunden (Maischberger letzte Woche) oder Handballmannschaften mit zu wenigen „People of Color“ niederschlägt.

Rassismus wieder en vogue

Mit einem Mal ist wieder allerorts die Rede von deutschen Vermietern, die nicht an Schwarze vermieten wollen. Von Bossen, die keine Schwarzen einstellen. Von Busfahrern, die Farbige nicht befördern. Von Lehrern, die schwarze Schüler benachteiligen. Bezeichnenderweise werden die Vorwürfe dabei fast immer von den vermeintlichen Diskriminierungsopfern selbst erhoben. Es sind die Evergreens und Urban Legends einer Empörungskultur, die (übrigens im Gegensatz zu tatsächlich nachweislichen Fällen von Rassismus gegen Deutsche, etwa auf Schulhöfen oder auf öffentlichen Plätzen) auch ganz ohne Quellen- und Faktennachweis gerne diffus propagiert und von deutschen Bundesministern auf Twitter unbelegt unters Volk gebracht werden dürfen.

Es gibt derartige Fälle – vereinzelt, ohne Frage, und es wird sie immer geben – so wie es selbst im idealen Gemeinwesen mit dem höchsten Zivilisierungsgrad noch immer solitäre Verbrechen und Unfälle geben wird. Doch derartige Vorgänge sind in Deutschland, das lässt sich mit Gewissheit sagen, nicht nur seltener als irgendwo sonst auf diesem Planeten; sie werden auch juristisch und gesellschaftlich nach Bekanntwerden regelmäßig und ausnahmslos einer derart überschießenden Ächtung unterzogen, dass die nachteiligen Folgen für die Täter um Dimensionen weitaus schwerwiegender sind als für die Opfer dieser Einzelfälle.

Nicht klar benannt werden, weil politisch unkorrekt, darf hingegen Versuchung, eine Opferrolle immer dann zu behaupten, wenn individuell zu verantwortende, völlig hautfarbenunabhängige Umstände in Wahrheit ausschlaggebend für subjektive Enttäuschungen sind. Hier liegt die eigentliche Erklärung für die meisten „alltagsrassistischen“ Räuberpistolen. So wie nicht nur reale Misshandlungsopfer Vergewaltigungen oder sexuelle Belästigung zur Anzeige bringen, sondern eben auch emotional verletzte oder zurückgewiesene Frauen, um über den öffentlichen Generalverdacht „Sexismus“ Rache zu nehmen, so nutzen auch (gerade in den USA) immer wieder Schwarze den öffentlichen Generalverdacht „Rassismus“ aus, um Genugtuung zu erfahren.

Außeren Umständen die Schuld zu geben, mag zwar menschlich nachvollziehbar sein – doch es ist unlauter: Wenn auch schlechte schwarze Schüler miese Noten erhalten, wenn auch schwarze Drogendealer von der Polizei kontrolliert werden, wenn auch Schwarze nicht eingestellt werden (weil sie minderqualifiziert sind gegenüber weißen Bewerbern) – dann zeugt dies nicht von Rassismus, sondern ist in einer wahrlich emanzipierten Gesellschaft das Normalste der Welt.

Deutschland als Apartheidstaat

In Deutschland jedoch, bei Journalisten, Kulturschaffenden, aber auch vor Gerichten und erst recht bei Politikern der realpopulistischen Altparteien, ist – aktuell mehr denn je – der Skandal bereits perfekt, wenn schon nur gerüchteweise, durch einseitige Anschuldigungen Betroffener, geeignete Fälle ruchbar werden. Schon vor Minneapolis galt: Handelt es sich bei den Opfern um vermeintlich diskriminierte Minderheiten, so greift gegen den/die Beschuldigten stets der Grundsatz „schuldig bei Verdacht“. Jetzt, dank der globalen Unruhen und „I can’t breathe“, konzentriert sich die faktische Schuldvermutung vor allem auf die angenommene allgegenwärtige Diskriminierung von Nichtweißen.

Doch damit diese Annahme weiterlebt, braucht es stets auf neue frisch nachgeschürte Vorurteile. Und genau diese Vorurteile werden dieser Tage in einem so perfiden Ausmaß propagiert und geschürt, dass man wirklich meinen könnte, Deutschland sei ein Apartheidstaat: Plötzlich sind Klagen und Anschuldigungen zu hören, wie man sie in all den Jahren vor der Ermordung eines Schwarzen in 7.000 Kilometern Entfernung noch nie vernommen hat. Mit einem Mal melden sich überall auch hierzulande Deutsche schwarzer Hautfarbe und farbige Ausländer zu Wort, auf Twitter, im Frühstücksfernsehen, auf Marktplätzen, die von „Alltagsrassismus“, von ständigen Erniedrigungen und Diskriminierungserfahrungen berichten. Wenn dies auch nur annähernd der Realität entspräche, stellt sich doch die Frage: Wieso gehen sie damit erst jetzt an die Öffentlichkeit?

Das intellektuelle Publikum – vor allem das in postkolonialer Schuld, nationalem Selbsthass und Kollektivscham über ihre zu europäische, zu wenig „diverse“, zu weiße Identität versinkende linksgrüne Bildungsbürgertum – springt natürlich wieder begeistert auch über dieses ihm hingehaltene Stöckchen. Lustvoll saugt es das J’Accuse einer vermeintlich bisher unterdrückten, scheinbar entrechteten Minderheit auf – und fühlt sein zeitlebens antrainiertes tiefes Misstrauen gegenüber sich selbst abermals bestätigt. Vergessen ist da alles, was diese Bundesrepublik eigentlich lebens- und liebenswert machte: Da alle Errungenschaften des Rechtsstaats, die Tatsache, dass Deutschland das weltweit nicht nur offenste, sondern friedfertigste und zuwanderungsfreundlichste Land der Welt ist, aber vor allem auch durch immer sichtbarere ethnische Vielfalt als Folge einer steten Zunahme des Migrationsanteils der Bevölkerung; Stolz auf all das darf nicht aufkommen.

Selbstverhetzung als Volksverhetzung

Die Scham triumphiert – und sie macht blind dafür, in welch anerkennenswerten Ausmaß Fremdenhass und Rassismus, diese Geißeln und Dämonen der Menschheitsgeschichte, tatsächlich von den Deutschen überwunden wurden – so sehr in Wahrheit schon wieder, dass an ihre Stelle bereits Affirmative Action und Positiv-Rassismus getreten sind, die die weißen, europäischen „Bio-Deutschen“ ihrerseits zu Aussätzigen machen. „Diversität“ steht hier über allem; „Buntheit“ ist nicht nur in der Werbung, im Fernsehen, in der Gastronomie, im Sport und im Schulbereich zum geradezu erdrückenden Dauermantra geworden. Kein Wunder, dass „Germany“ heute hunderte Millionen des Erdballs als Sehnsuchts- und Zielland anlockt. Wie wenig jene, die hier „Rassismus“ beweinen, die eigene Moralschizophrenie reflektieren, zeigt sich auch darin, dass sich dieselben Protestierer sonst leidenschaftlich einsetzen die angebliche „Seenotrettung“ von Schwarzafrikanern, die es gezielt ins „rassistische“ Deutschland zieht.

Und trotz dieser allzu offensichtlichen Realität wird Präjudizierung bis zum Exzess propagiert, werden die Vorurteile der latenten rassistischen Eigenschuld dieser Tage hunderttausendfach auf die Straßen getragen. Und an der deutschen Polizei soll wiedergutgemacht werden, was in Minnesota schief lief. rassistisch. Die infame Lüge, deutsche Polizisten seien ebenfalls gewalttätig gegen Nichtweiße, wurde inzwischen gar zur Grundlage von Forderungen gemacht, denen sich die Grünen im Bundestag ebenso wie SPD-Chefin Saskia Esken anschlossen, die deutsche Polizei von „Beauftragten“ überwachen zu lassen. Diese sollen fortan Vorwürfen von „Rassismus“ und „Diskriminierung“ bereits bei geringsten Verdachtsmomenten nachgehen. Nigerianische Drogendealer im Görlitzer Park oder Libanesenclans im Ruhrgebiet können ihr Glück kaum fassen, wie leicht ihnen fortan die effektive Lahmlegung der Polizei gemacht wird: Einfach „Rassismus“ behaupten, und schon werden die Ordnungshüter zu Tätern.

Als de facto politische Kommissare sollen diese „Beauftragte“ fortan die weltanschauliche Zuverlässigkeit einhalten: Gegen rechts, gegen Verschwörungstheoretiker, klimaneutral, seeskalierend – und ab sofort dann auch noch „antirassistisch“. Die deutsche Geschichte kennt mannigfaltige Beispiele für eine solche Implementierung von Wahnvorstellungen im hoheitlichen Raum, die einer herbeiphantasierten ständigen Phantombedrohung beikommen sollen: „Hexenbeauftragte“, „Judenreferenten“, „antiimperialistische Verbindungsoffiziere“ – und heute dann „Rassismusbeauftragte“.

Am beeindruckendsten ist bei alledem, wie salonfähig das ubiquitäre Vorurteil gegen das eigene Volk ist in der Mehrheitsgesellschaft ist: Was die Deutschen sich selbst einreden und auf den Straßen, in unerträglicher moralischer Selbstüberhöhung, in skandiertem Virtue Signalling hinausschreien – das ist eine wahrhaftige Volksverhetzung; besser: Selbstverhetzung. Aus – noch nicht einmal konkret benennbaren – Einzelfällen von Rassismus, für dessen Nachweis sogar die Ereignisse in den USA zu Projektionszwecken bemüht werden müssen, wird ein Pauschalvorwurf gegen „uns alle“ gezimmert, den zu betonen als gut, als richtig, als couragiert gilt.

Vorurteile gegen Flüchtlinge pfui, gegen Deutsche hui

Wenn hingegen der mittlerweile hunderten Gewaltopfern von afrikanischen und arabischen Kriminellen gedacht wird, die seit 2015 gemeinsam mit echten Flüchtlingen ungehindert als angeblich „Schutzsuchende“ ins Land gelangen konnten, dann ist dies „Hetze“, „Spaltung“, „Hass“ und „Fremdenfeindlichkeit“. Wer hierfür demonstriert, gilt als rechtsextrem. Wieso allerdings das Leben George Floyds mehr wert sein soll als das von Maria, Susanna, Mia oder der Toten vom Breitscheidplatz, entzieht sich jeder Logik: Wenn es falsch sein soll, deren Ermordung zum Anlass für migrationskritische Kundgebungen zu nehmen, dann kann es unmöglich richtig sein, den Tod George Floyds zu instrumentalisieren, um die Rassismuskeule zu schwingen.

Ein Gift wird hier ins Volk geträufelt: Das Gift eines echten, neuen Rassismus, der mit manichäischer Schlichtheit böse Weiße von guten Schwarzen scheidet: Es ist ein unseliger, elender Effekt der gegenwärtigen Proteste, die Menschen in mindestens demselben Maß auf ihre Hautfarbe reduziert, wie dies einst staatliche Rassentrennung oder informelle Segregation taten. Keine geringeren als die „BLM“-Propagandisten, die Hashtag-Raushauen, die sich vor (wildfremden, aber Hauptsache: schwarzen) Mitmenschen im Staub suhlenden Haltungs-Weißen sind es, die hier die rassistische Brille aufhaben und Gräben zwischen „Rassen“ aufreißen. Schon die schiere Existenz eines Vereins, der sich „Initiative schwarzer Menschen“ nennt, spaltet auf rassistischste Weise: Eine „Initiative weißer Menschen“ wäre längst ebenso verboten wie der KuKluxKlan.

Dieser transatlantische neue Volkssport, Menschen wieder in Schwarz-Weiß zu bewerten, findet auch seine Entsprechung in der modernen Bürgerrechtsbewegung der Vereinigten Staaten, die längst nicht mehr in der einstigen versöhnenden Vision eines Martin Luther King wirkt (dessen „I have a Dream“ die Überwindung von Rassenunterschieden meinte, nicht das ständige Aufrechnen und Ausspielen Menschen verschiedener Hautfarben!), sondern in militanten Aktionen gegen angebliche „White Supremacy“. Kein Wunder, dass sich Antifa und Wutbürger der deutschen Linken so begeistert von dieser Bewegung anstecken ließen.

Der Sache der wirklich unterdrückten Schwarzen – und anderer Minderheiten – wird damit ein Bärendienst erwiesen. Die Art, wie ihnen als Opfer gehuldigt, sie für historisches Unrecht „um Verzeihung gebeten“ werden, das tränenreiche Andienen, die Unterwerfungsgesten selbstgerechter weißer „Antirassisten“: All das grenzt sie nicht minder brutal aus als der Rassenhass von einst. Sie zählen nicht als Individuen, sondern wegen ihrer Pigmente. Nicht umsonst verwahren sich prominente schwarze Künstler der USA, die teilweise selbst noch das Civil Rights Movement als Zeitzeugen erlebten, gegen diese kränkende Reduzierung, diese Selbststigmatisierung als permanentes „Opfervolk“. Morgan Freeman brachte es auf den Punkt, als er sinngemäß einst zu einem Reporter sagte: ‚Stop calling me a black man, a I am not calling you a white man. I am a man, you are a man. That will be the end to racism.‚ (DM)

 

 

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