Es geht los: Shitstorms und Berufsverbote gegen „rassistische“ Moderatoren

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"Black Lives Matter, und sonst gar nichts (Foto:Imago/ZumaWire)

Im Zuge der hiesigen George-Floyd-„Solidaritätsproteste“, die unter den Hooklines „Black Lives Matter“ oder „Silent Demo“ stattfinden und zum ersten Mal seit 80 Jahren wieder entschlossene junge Deutsche in schwarzer Uniformierung auf die Straßen bringen, entwickelt sich eine Hypersensibilität für „Rassismus“ im Alltag, die mangels realer Beispiele auf bizarre Interpretationen und Zuschreibungen ausweichen muss. Das durfte vorgestern Abend Pro7-Moderator Rio Ringguth erfahren.

Dieser hatte das Trash-Format „Schlag den Star“ mit zwei der prominentesten Ex-„Spielerfrauen“ Deutschlands, Sylvia Meis (vormals van der Vaart, Fußball) und Lilly Becker (vormals „BB“, Tennis), launig kommentiert – und dabei verpasst, sich im richtigen Moment politisch korrekt auf die Zunge zu beißen. Als nämlich Meis und Becker im Duell „Tinger“ so schnell wie möglich Runden durch den Matsch drehen sollten und Lilly Becker der Satz entfuhr „I can’t see“ („Ich kann nichts sehen“), kommentierte Ringguth augenzwinkernd: „Also nicht ‚I can’t breathe‘, sondern ‚I‘ can’t see’…“, „Ich kann nicht atmen“ – in Anspielung auf die millionenfach von „Antirassisten“ skandierte Parole, die die angeblich letzten Worte Floyds vor seinem Tod beim Polizeieinsatz von Minneapolis waren.

Diese launige Assoziation Ringguths war schon deswegen mehr als naheliegend, als sich Lilly Becker extra für die Sendung medienwirksam das Haltungsbekenntnis „blacklivesmatter“ auf ihre Arme geschrieben hatte. Doch es half nichts: Prompt ergoss sich in Echtzeit, noch während der Sendung, ein enormer Shitstorm über den Sender. Auf Twitter und Facebook gingen etliche der standardempörten Zuschauer steil – hellauf begeistert, endlich eine dankbare Zielschreibe für ihren ansonsten reichlich abstrakten „Rassismus“-Vorwurf ausgemacht zu haben – und zeigten sich, wie der „Stern“ zufrieden festhielt, „entsetzt über Ringguths Kommentar“.

Der Sender geriet daraufhin in helle Panik – und wälzte sich ohne Zeitverlust sofort im Staub, um schlimmeren Imageschaden abzuwenden. Ebenfalls auf Twitter erklärte Pro7: „Dieser Satz, über den sich Twitter zu Recht aufregt, war leider sehr unnötig. Wir entschuldigen uns. Aufrichtig. Ein solcher Satz passt nicht zur Haltung von @ProSieben“.

Flagellantentum der Bloßgestellten

Um den Ablass zu vertiefen, wurde auch der Moderator sofort an die Kandare genommen und zur öffentlichen Reue gezwungen: Noch in der Show übte er selbstkritisches Flagellantentum und deklamierte, der „unpassende Kommentar“ sei „im Eifer der Live-Sendung“ passiert. Doch „das darf es aber nicht“. Er wolle sich entschuldigen, das habe „überhaupt nichts mit meiner Haltung zu tun“. Gerade noch rechtzeitig konnte so ein „Rassismus-Skandal“ abgewendet werden.

Was hingegen blüht, wenn die demonstrative Reue ausbliebt, durfte dieser Tage in Großbritannien gerade ein bekannter Radiomoderator erfahren: Stu Peters, beliebter Anchor auf dem Kanal „Manx Radio“, hatte in seiner Sendung das Thema „White Privilege“ in Bezug zu den „Black Lives matter“-Protesten zur Diskussion gestellt. Ein schwarzer Anrufer in seiner Sendung hielt ihm daraufhin öffentlich vor, Peters hätte in einem Online-Forum geschrieben, für ihn gelte grundsätzlich „All Lives matter“; was er dazu sage? Peters entgegnete ihm, er, Peters, hätte in seinem Leben ganz bestimmt nicht mehr Privilegien genossen als der Anrufer. Er sei weiß, der andere schwarz, wo sei da der Unterschied.

Auf eine riesige Protestlawine in den sozialen Medien hin wurde Peters daraufhin vom Sender suspendiert; Manx Radios Programmdirektor Chris Sully erklärte laut der „BBC„, Peters werde seine Late Show vorerst nicht mehr moderieren. Die Communications Commission, eine Art Presserat für Ethikfragen im britischen Rundfunk, nahm Ermittlungen in dem Fall auf.

Kein Zweifel – ob in Großbritannien oder Deutschland: Es ist lupenreinster McCarthyism, der sich hier breitzumachen beginnt, ein anti-weißer Positiv-Rassismus von höchster Salonfähigkeit – und alle tappen begeistert mit in diese Falle. (DM)

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