George Floyd: Weiße Leben zählen nicht

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Foto: Imago

…die landesweiten Unruhen, die Amerika gerade heimsuchen, hat es in dieser Intensität seit den sechziger Jahren nicht gegeben, auch wenn die Opferzahl der „L.A. Riots“ von 1992 noch nicht erreicht ist. Sie sind teilweise Frucht der 2012 gesäten Trayvon-Martin-Lüge, haben aber Wurzeln, die weitaus tiefer reichen.

Von Martin Lichtmesz für Sezession

Fassen wir nochmal zusammen: George Floyd, ein bis dato unbekannter und unbedeutender schwarzer Durchschnittskrimineller, ist über Nacht zur antirassistischen Ikone geworden, die international verehrt wird wie ein Abgott.

Sein Antlitz prangt nun als Graffiti auch auf deutschen Mauerwänden (etwa in Berlin und Mannheim), und hat die gleiche Funktion wie ähnliche Heiligenbilder von Greta Thunberg oder Alan Kurdi: der westlichen, weißen Welt ein schlechtes Gewissen zu machen.

Die kultische Verklärung Floyds läßt sich, wie ich dargestellt habe, rational nicht rechtfertigen. Ihre Dynamik gründet vor allem auf zwei Faktoren: erstens einem tiefsitzenden Rassen-Ressentiment der Schwarzen, die sich trotz aller massiven Integrationsbemühungen seitens der Weißen als mangelhaft anerkannt, herabgesetzt, diskriminiert und benachteiligt fühlen, zweitens auf einer nicht minder tiefsitzenden Bereitschaft der Weißen, sich kollektiv für die echten und vermeintlichen Untaten der gesamten weißen Rasse schuldig zu fühlen, um auf diese Weise Bußbereitschaft und höhere Moral unter Beweis zu stellen.

So kam es im Zuge der Randale zu grotesken Szenen, die allesamt aus Jean Raspails Heerlager der Heiligen stammen könnten: man sah Gruppen von Weißen, die vor Schwarzen auf dem Boden knieten, und rituell um Verzeihung für die rassistischen Sünden ihrer Vorväter und Stammesgenossen baten, was von den Gehuldigten teils rührselig, teils arrogant entgegengenommen wurde.

Eine der irrsten Szenen ist vermutlich dieses Fragment aus Bethseda, Maryland, in dem hunderte Weiße mit Corona-Geschichtsmasken und hingebungsvoll ausgestreckten Armen im Chor einen antirassistischen Schwur nachsprechen, den sie von einer schwarzen Hohepriesterin empfangen:

„…über Rassismus, Anti-Schwarzsein oder Gewalt. Ich werde meine Stimme auf die erbaulichste Weise einsetzen, und alles in meiner Macht Stehende tun, um meine Gemeinde aufzuklären. Ich werde meine schwarzen Nächsten genauso lieben wie meine weißen.“

Eine ähnliche Show kann man hier sehen: Da liegen buchstäblich hunderte Menschen auf der Straße und sprechen im Chor „I can’t breathe“. Die größten Spinnereien von Fridays for Future oder Extinction Rebellion verblassen gegenüber einem Massenwahn dieser Art.

Nicht nur Zivilisten, auch Polizisten und Soldaten sind „aus Solidarität“ vor schwarzen Protestlern in die Knie gegangen, etwa in Washington, New York oder Portland, Oregon, wofür sie zum Dank von Antifas die Hände geschüttelt bekamen. Diese Geste erfolgte nach dem Vorbild des farbigen Football-Spielers Colin Kaepernick, einem populären Multimillionär, der der Ansicht ist, er lebe in einem System, das Schwarze „systematisch unterdrückt“.

Die schwarze Politikerin Andrea Jenkins vom Stadtrat von Minneapolis forderte, Rassismus analog zur Coronakrise zum Staatsnotstand und Problem der öffentlichen Gesundheit zu erklären. Es handle sich immerhin um einen „Virus, der seit 400 Jahren Amerika infiziert hat“.

Auch der schwarze CNN-Kommentator Van Jones bohrte unbarmherzig im Gewissen seines weißen Publikums:

Sogar die liberalste, wohlmeinendste weiße Person hat einen Virus in ihrem Kopf, der augenblicklich aktiviert werden kann. Jetzt erleben wir, wie sich ein Vorhang öffnet. Schaut in den Spiegel und erkennt, wie IHR schwarze Potenziale erstickt, wie IHR schwarze Menschenwürde erstickt, wie IHR euch benehmt.

Even the most liberal well-intentioned white person has a virus in his or her brain that can be activated at an instant. So what you’re seeing now is a curtain falling away. Look in the mirror and how YOU choke off black opportunity, and how YOU choke off black dignity, how YOU behave.

Jeder Weiße ist hiermit aufgerufen, sich in dem Monster Derek Chauvin (nomen est omen) wiederzuerkennen und sich von seinen mikroaggressiven Diskriminierungsünden zu reinigen. Man fordert „Gerechtigkeit“ für Floyds Tod, während doch die vier involvierten Polizisten, darunter einer koreanischer Abstammung, der nun auch der „anti-blackness“ verdächtigt wird, rechtmäßig angeklagt wurden und mit harten Strafen rechnen müssen. Welche „Gerechtigkeit“ kann man also noch verlangen?

Daß Floyd in der Tat trotz seiner Hilferufe brutal und rücksichtslos behandelt wurde, läßt sich unzweifelhaft dem Beweisvideo entnehmen. Hier scheint mindestens eine fahrlässige Tötung vorzuliegen. Chauvin wandte allerdings eine „nicht-tödliche“ Fixierungsmethode an, die von der Polizei in Minneapolis ausdrücklich empfohlen wird, und wir kennen kaum die Vorgeschichte von Floyds Verhaftung im Zuge eines Betrugsversuches mit Falschgeld. Der mehrfach vorbestrafte, über zwei Meter große Riesenkerl soll zu diesem Zeitpunkt betrunken und unkontrollierbar gewesen sein. Mehr noch, laut einer im Netz einsehbaren Autopsie scheint er ein „wandelndes Drogenlabor“ (Hadmut Danisch) gewesen zu sein.

Die Todesursache bis dato nicht eindeutig erwiesen, ebensowenig die angeblich rassistischen Motive oder die Tötungsabsicht Derek Chauvins, der ganz schön dumm sein muß, jemanden vor laufender Kamera gezielt umzubringen zu wollen. Er muß nun aber als Symbolfigur für das „weiße Privileg“ und „das System“ schlechthin herhalten und hat wenig Chancen auf einen fairen Prozeß. Das „System“ ist jedoch die eigentliche Zielscheibe der „Protestler“ und ihrer Trittbrettfahrer, nicht etwa exzessive Polizeigewalt, die faktisch Tatverdächtige aller Rassen trifft.

In Louisville/Kentucky zum Beispiel randalierten 600 Schwarze, sieben Randalierer wurden von anderen Randalierern angeschossen, Dutzende von Gebäuden und Fahrzeugen beschädigt. Die schwarze Stadträtin Keisha Dorsey erklärte hierzu: „Es handelt sich nicht um einen Aufstand, es ist eine Revolte gegen ein System, in dem sich die Menschen unterdrückt fühlten.“ Die Betonung liegt wohl auf „fühlen“, worauf ich noch zurückkommen werde.

Die „schwarzen Leben“, deren Wertschätzung so vehement eingefordert wird, zählen für die Protestler offenbar nur dann, wenn ihre Mörder Weiße, oder noch enger gefaßt: weiße Polizisten waren (als offizielle Repräsentanten „des Systems“), wobei die Opfer unbewaffnet gewesen sein müssen, um die Empörung plausibel zu machen. Es handelt sich mithin nur um einen winzigen, verschwindend geringen Prozentsatz aller Schwarzen, die jährlich in den USA durch Gewalteinwirkung umkommen.

Starmodel Heidi Klum, blond-blauäugiges Starmodel und Mutter dreier gemischtrassiger Kinder, tappte in ein dickes Fettnäpfchen, als sie auf Twitter in aller Unschuld ein Symbolbild postete, das vielfarbige Hände in harmonischer Vereinigung zeigte und es mit einem „falschen“ Hashtag versah: #AllLivesMatter, „alle Menschenleben zählen“, nicht nur die schwarzen.

Diese Aussage gilt im „current year“ als „umstritten“ und tendenziell rassistisch, weshalb ein „Shitstorm“ auf Klum einprasselte, der sie rasch wieder auf Linie brachte und ihr „virtue signalling“ der Tagesmode anpaßte.  Nun postete sie eine korrekte Grafik mit der Aufschrift „Black Lives Matter“, mit dem tiefsinnigen Kommentar „spread love not hate“.

Klum hatte offenbar noch nicht mitgeteilt bekommen, daß progressive „weiße Menschen“ nicht mehr so frech und bequem sein dürfen, Gleichheit für sich zu beanspruchen (Alice Hasters klärt auf).

Der Grund, warum #AllLivesMatter als Nivellierung empfunden wird, wie „Cop Killer“ Ice-T hier erklärt, liegt auf der Hand:

Wenn ich „Black Lives Matter“ sage, und du sagst „All Lives Matter“, dann ist das so, als würde ich „Gay Lives Matter“ sagen und du sagst „All Lives Matter“. Wenn ich „Women’s Lives Matter“ sage und du sagst „All Lives Matter“, dann verwässerst du, was ich sage. Es geht nicht um alle. Es geht um das Leben der Schwarzen – im Moment.

#BlackLivesMatter behauptet, daß die Gleichwertigkeit „schwarzen Lebens“ in unserer weiß-privilegierten Gesellschaft nicht ausreichend anerkannt und ganz besonders virulent von Viktimisierung bedroht sei. Demnach wären weiße, männliche, heterosexuelle Leben der Goldstandard mit oberstem Wert. Diesem sei alles andere hierarchisch untergeordnet und müsse daher extra hervorgehoben und aufgewertet werden. Was theoretisch als Ausgleich gedacht ist, bedeutet in der Praxis die Minderung des Wertes „weißer Leben“ und die emotionale Erpressung Weißer durch Induktion von Schuldgefühlen.

Die Wahrheit ist, daß es „weiße Leben“ sind, die im herrschenden politischen Wertesystem der USA nichts oder nur wenig gelten, analog zu den deutschen Opfern der Multikulturalisierungspolitik, die als Einzelfälle bagatellisiert und als Kollateralschäden hingenommen werden.

Die konservative Autorin Heather MacDonald schrieb anläßlich der aktuellen Unruhen:

Fakten spielen für die akademische Viktimologie keine Rolle. Weit davon entfernt, den schwarzen Körper zu zerstören, sind es vielmehr die Weißen, die mit überwältigender Mehrheit interrassischer Gewalt zum Opfer fallen. Zwischen 2012 und 2015 haben Schwarze 85,5 Prozent aller interrassischen Gewalttaten zwischen Schwarzen und Weißen begangen (ausgenommen Tötungsdelikte zwischen Rassen, die ebenfalls unverhältnismäßig viele Weiße treffen, die Opfer von Schwarzen werden). Das ergibt 540.360 strafbare Übergriffe auf Weiße. Weiße begingen 14,4 Prozent aller Gewalttaten zwischen den Rassen, d.h. 91.470 tätliche Angriffe auf Schwarze. Schwarze machen weniger als 13 Prozent der Landesbevölkerung aus.

Die Empörung seitens der schwarzen Aktivisten und der weißen Linken ist also überaus heuchlerisch und selbstgerecht. Selbst bei krassen Fällen von rassistischer Gewalt gegen Weiße hält sich der Aufschrei, so er überhaupt erschallt, deutlich in Grenzen, sowohl bei den Meinungsmachern, als auch bei den betroffenen Weißen selbst, denen keinerlei Kanäle und legitime moralische Deutungsmuster angeboten werden, mit deren Hilfe sie ihre Empörung artikulieren könnten.

Hier einige Beispiele aus jüngerer Zeit:

Hier kann man das übliche Spiel treiben, sich die Schlagzeilen auszumalen, wären die rassischen Rollen vertauscht gewesen.

Es ist das Schema der „Hierarchie der Opfer“, die immer auch eine Hierarchie der Täter ist. Es geht nicht um Gleichstellung, sondern um einen Sonderstatus für bestimmte Minderheitengruppen, um ihre numinose Aufwertung und die Abwertung der „weißen Mehrheitsgesellschaft“, wie es die ultraprogressive Linke inzwischen auch in Deutschland explizit formuliert.

Dabei wird die kriminelle Gewalt von Schwarzen untereinander sowie von Schwarzen gegen Weiße  von den rassistisch vermeintlich unterdrückten Protestlern völlig ausgeblendet. Das macht die ganze „Rassismus“-Debatte so kafkaesk: Es ist eine zweifelsfrei belegte Tatsache, daß in den USA Weiße überproportional Opfer schwarzer Gewalt werden, sei es durch Körperverletzung, Raub, Mord oder Vergewaltigung.

Nicht schwarze, sondern weiße Leben sind in den USA primär von interrassischer Gewalt bedroht, die inzwischen ein epidemisches Ausmaß erreicht hat. Der Journalist Colin Flaherty hat sie in seinem Buch White Girl Bleed a Lot, das unter anderem von der konservativen Legende Thomas Sowell gepriesen wurde, eindrucksvoll dokumentiert.

Diese Fakten werden komplett auf den Kopf gestellt und werden im Zuge der permanenten Anklagen gegen „systemischen Rassismus“ völlig verschwiegen.

Bethseda, Maryland

Lesen Sie auch unbedingt Teil 1 und Teil 2 dieser Artikelreihe

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