Dumm & dümmer: Der weiße Kniefall vor den Schwarzen

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Helge Lindh, SPD, deutscher Antirassist - Foto: Imago

Die meisten der heute lebenden Weißen haben noch nie einen Schwarzen erstickt oder erschossen. Als Sklaven haben sie sich auch keinen gehalten. Dennoch teilen nicht wenige die Ansicht, es sei eine schöne Geste, daß überall in den USA und auch in Großbritannien weiße Menschen vor Schwarzen niederknien, um Vergebung zu erlangen. Wofür eigentlich? Diese knieenden Sünderlein werden doch wohl nicht selbst ganz üble Rassisten sein?

von Max Erdinger

Es gibt weiße und es gibt braune Schokolade. Gemeinsam haben sie, daß es sich um Schokolade handelt. Der Unterschied: Die eine ist weiß, die andere ist braun. Zartbittere Schokolade ist sogar fast schwarz. Es gibt also Unterschiede. Das ist überall so. Es gibt rote Ferraris und waldmeistergrüne Opels. Gemeinsamkeit: Sie sind Autos. Vanilleeis und Zigeunerspieß: Speisen. Unterschied: Süß und scharf. Wo allerdings gibt es keine Unterschiede? Bei den „die Menschen“. Alle, alle gelben, hellbraunen, braunen, schwarzen und weißen Menschen mit oder ohne Sommersprossen sind unterschiedslos nur noch „die Menschen“. Wer Unterschiede behauptet, der ist ein Rassist. Schon der Begriff „Rasse“ ist verpönt, sobald es um die lieben „die Menschen“ geht. Bei Hunden, Rindern und Schafen sind verschiedene Rassen aber noch erlaubt. Wie´s wohl kommt?

Daß das Wort „Rasse“ so einen verdächtigen Beigeschmack bekommen hat, liegt an der Idiotie, einem wesentlichen Charaktermerkmal von Gleichheitsbesessenen, allesamt im linken Spektrum zu verorten. Utopisten also mit ihren Visionen einer besseren Welt. In der besten aller linken Welten – verhüte der Herr, daß sie jemals Realität wird – sind alle „die Menschen“ voreinander gleich. Und wenn es erst einmal so weit ist, dann sind die Linken arbeitslos. Und das ist kein schönes Los. Jedenfalls nicht, so lange es kein bedingungsloses Grundeinkommen für die Gleichen gibt. Aber was ist das eigentlich mit diesem linken Rassismuswahn?

Linker Pippilangstrumpfismus

„2 x 3 macht 4, Widdewiddewitt, und Drei macht Neune. Ich mach‘ mir die Welt, Widdewidde-wie sie mir gefällt“. Das Pippi-Langstrumpf-Lied ist so etwas wie die Heisa-Hoppsasa-Version der Internationale für die Infantilisten, zu denen altehrwürdige Klassenkämpfer heutzutage verkommen sind. Sie machen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt. Und es will ihnen partout nicht gefallen, daß es Rassen gibt und daher auch den Unterschied. Linke sind schwer davon überzeugt, daß schwarze Menschen zugleich auch benachteiligte Menschen seien. Das heißt, daß es einen Benachteiliger geben muß, dem die schwarzen Menschen sozusagen hiflos ausgeliefert sind. Der Benachteiliger ist weiß. Privilegiert ist der Benachteiliger außerdem. Woher seine Privilegien kämen, wenn er denn welche hätte, spielt nicht wirklich eine Rolle. Das Dumme an der Geschichte ist, daß ein Linker, der behauptet, ein anderer sei dieses oder jenes, weil er weiß ist, ein Rassist nach seinen eigenen Maßstäben wäre. Gut, daß er links ist. Ein Linker interessiert sich nicht für die profanen Widersprüchlichkeiten in dem, was er verstiegen für sein „Denken“ hält. Seine Vision ist es, die zählt. Von Profanem kann sich der Linke nicht aufhalten lassen, wenn es um die Errichtung des Himmelreichs auf Erden geht. Und nichts weniger als das will er eines Tages erreicht haben. Also nicht er selbst. Der Linke der nächsten oder der übernächsten Generation vielleicht. Was Linke aller Generationen eint, ist jedenfalls die Überzeugung, daß sie in ihrer jeweiligen Gegenwart allen anderen tierisch auf den Sack gehen dürfen. Damit alles besser wird. Irgendwann.

Wenn für Klosterfrau Melissengeist gilt, daß er noch nie so wertvoll war wie heute, dann gilt für den Linken, daß er noch nie so verblödet war wie heute. Und Linke gibt es in Deutschland massenhaft. Sie erkennen zwar keine Unterschiede mehr zwischen Menschen der verschiedensten Hautfarben an, dafür kennen sie heute aber über 60 unterschiedliche Geschlechter, weswegen sie auch drei verschiedene Toiletten haben wollen. Weil es nun so viele Linke gibt in Deutschland, haben sie natürlich auch diejenigen zu Vertretern ihrer Interessen gewählt, die sie für die Geeignetsten hielten. Überflüssig, zu erwähnen, daß auch das wieder gründlich schiefgegangen ist. Aber schön belegen läßt es sich, weswegen man es auch tun sollte.

Ein regelrechter Liebling in den sozialen Netzwerken ist eine Frau in Berlin geworden. SPD-Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei ist sie, und Sawsan Chebli heißt sie. Ihr jüngster Tweet macht wieder Furore im Netz. Es geht um den Terror der Linken in den USA. Sawsan Chebli bei Twitter:

Der Herr Lincoln 1938 – Foto: Screenshot Facebook

Tja, was will man da noch sagen? Daß Abraham Lincoln im Jahr 1938 schon seit 73 Jahren tot gewesen ist? Daß es allenfalls eine „zweite Heimat“ gibt, aber keinen Plural von „Heimat“? Daß nicht Trump die Demokratie abschaffen will, sondern Merkel? Oder läßt man es im Namen der antirassistischen Menschlichkeit lieber unkommentiert und wirft unter Verweis auf ihre derzeitige Schwangerschaft ein, es sei unzutreffend, daß Frau Chebli von gar nichts eine Ahnung hat? – Ich weiß es nicht. Jedenfalls versteht sich Frau Chebli als glühende Antirassistin. Das muß sie auch. Sie ist schließlich ein sehr populäres SPD-Sternchen. Wer in der SPD behaupten würde, die Schwarzen in Afrika könnten kein funktionsfähiges Flugzeug bauen, fliegt raus. Das könnte er nur dadurch verhindern, daß er erklärt, die Schwarzen seien dermaßen benachteiligt und solche Opfer von Diskriminierung, daß sie jederzeit einen Superflieger bauen könnten, wenn sie nicht benachteiligt und diskriminiert werden würden. Wenn er das behauptet, wird er eventuell sogar Parteichef.

Ein wahrer Antirassist, ein Edelmütiger wie meinereiner also, würde hingegen einwerfen, daß die Frage, ob man Mensch ist und ein Leben hat, nicht davon abhängt, ob man ein Flugzeug bauen kann, und daß auch nicht jeder Mensch mit Messer und Gabel essen muß, um einer zu sein. Der wahre Rassist wiederum ist einer, der seinen eigenen Zivilisationsstand zum Maß aller Dinge erhebt. Es gibt übrigens Anekdoten aus der Kolonialzeit, in denen es heißt, Weiße in Afrika seien voller Ehrfurcht für Götter gehalten worden, z.B. weil sie Schußwaffen hatten. Wahrscheinlich hatten die Afrikaner damals noch nichts von der schönen Gleichheit der Linken gehört. Das hat sich geändert. Die Idee von der Gleichheit aller Menschen ist dermaßen einleuchtend in ihrer Einfachheit, daß ihr sogar Menschen anhängen, die keine funktionsfähigen Flugzeuge bauen können, gern aber welche hätten, weil sie wissen, daß es welche gibt.

Das Dümmste an den von ihrem eigenen Bessersein besoffenen „Antirassisten“, die auch schon den „Geschlechterrassismus“ entdeckt haben, der hinter der „Frauendiskriminierung“ steckt, ist, daß sie in ihrem „antirassistischen“ Wahn noch nicht einmal gegen Rassisten sind, so lange deren herausragendes Rassistenmerkmal nicht die Hautfarbe, sondern die Religionszugehörigkeit ist. Imad Karim hat ein paar Koranstellen ausgegraben, die vielleicht unter jene Religionsfreiheit fallen, welche den mehrheitlich gänzlich unreligiösen Linken immer dann ganz besonders wichtig ist, wenn sie als Pseudoargument für irgendetwas anderes dienen kann. Der Islam gehört bekanntlich zum „antirassistischen Deutschland“ der Linken.

Sure 3 Vers 106: „… da Gesichter weiß werden und Gesichter schwarz werden. Und was jene anbelangt, deren Gesichter schwarz werden: „Wurdet ihr nach eurem Glauben ungläubig? So kostet darum die Strafe, weil ihr ungläubig wurdet.“ – Sure 3 Vers 107: „Und was jene anbelangt, deren Gesichter weiß werden: diese sollen in Allahs Gnade sein, und darin werden sie ewig bleiben„. Wen Allah liebt, dem macht er also ein weißes Gesicht und befördert ihn ins Paradies. Wen Allah nicht liebt, dem macht er das Gesicht schwarz und schickt ihn in die Hölle. Von wegen „Black“ ist so „beautiful“ wie die Religionsfreiheit im „antirassistischen“ Land jener achsengespiegelten Rassisten von links, die ihren eigenen Minusrassismus noch nicht einmal mehr vom Antirassismus unterscheiden wollen, damit sie nicht in Erklärungsnöte geraten. Trotzdem sollte man sich fragen, wie helle eigentlich afrikanische Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe „Boko Haram“ sind. Die Hellsten können es angesichts solcher Koransuren wohl nicht sein.

Geschlechterrassismus

In Zeiten, in denen Frauen zu den „die besseren Menschen“ geworden sind bei aller Gleichheit, gibt es natürlich auch den linken „Geschlechterrassismus“. Wie sich der äußert, erklärte ein anderer Fixstern am Firmament der linksöstrogenalen Intellektualität, Frau Karin Göring-Eckardt. Sie ist Bundestagsabgeordnete der Grünen. Ihr war da am sogenannten Konjunkturpaket der Bundesregierung etwas aufgefallen. Sie twitterte etwas von „Spatz*Innen“, die es angeblich von Dächern herunterpfeifen.

Kennt „Spatz*Innen“ – Frau Göring-Eckardt – Foto: Screenshot Facebook

Wo die Link*In auch hinschaut: Die ganze Welt ist voll von Rassismen, Diskriminierungen und schreienden Ungerechtigkeiten. Alte weiße Männer können es gar nicht fassen. Frau Annalena Baerbock, ebenfalls Grüne, hat inzwischen sogar schon „Steuer*Innenzahler“ identifiziert, die deswegen so heißen, damit beim Steuerzahlen niemand ans Geld, sondern an die besseren Menschen denkt. Mindestens aber an die Verbesserung als solche. Das „Desinfikationsmittel“ und der „Kobold“, der in Lithium-Ionen-Akkus wohnt, wurden von der grünen „Antirassistin“ ebenfalls glasklar als existent anerkannt.

Derlei politisches Personal gibt es zuhauf in Deutschland. Verträte es deutsche Interessen, müsste man behaupten, die Deutschen hätten seltsame Interessen. Gottseidank ist es anders. Das politische Personal vertritt nur noch seine eigenen Interessen. Ärgerlich ist bloß, daß es sich dafür vom Volk bezahlen läßt.

Helge Lindh, Boxer

Das Geld aller Deutschen, auch das der Rassisten, nimmt auch Helge Lindh gerne an. Helge Lindh ist ein sehr nettes Exemplar von „die Menschen“ in der SPD. Rein äußerlich erinnert er an den leider bereits verstorbenen Dieter Krebs, wenn der in „Nonstop Nonsens“ von der Maske ein Gebiß verpaßt bekommen hatte, um beim Fernsehzuschauer als besonders dämlich rüberzukommen. Vom Typ her Sanguiniker, präsentierte sich der freundliche Helge Lindh in einem Imagefilmchen dieser Tage als sozialdemokratistische Version von Mike Tyson. Mit riesigen roten Boxhandschuhen am Ende seiner dünnen Ärmchen teilt er einen Schwinger an die Kamera aus und sagt, das wäre jetzt der „WUMMS“ gewesen, den das Konjunkturpaket der Bundesregierung allen Ungerechtigkeiten der Welt verpaßt habe. Helge Lindh hat unzweifelhaft das Zeug zum Sympathieträger. In einer Comedy-Show. Im Bundestag eher nicht. Aber er ist im Bundestag vertreten. Und ehe ich es vergesse: Lindh ist natürlich „Antirassist“.

Na gut, der Bundestag befindet sich allerdings auch in einem Land, in dem sich die Bürger freuen, wenn sie ein elektrisches Gerät glücklich machen können. „Menschliche Gesellschaft“ eben. In immer mehr Ortschaften steht gleich nach dem Ortsschild ein elektrischer Smilie. Wer 51 km/h statt der vorgeschriebenen 50 km/h fährt, macht den Smilie traurig. Wer 49 fährt, macht ihn hingegen glücklich. Ich werde heute Nachmittag einmal ausprobieren, ob es das Gerät vor lauter Freude zerreißt, wenn ich mit 10 km/h an ihm vorbeifahre. Übrigens: Wenn der Smilie glücklich ist, dann ist er gelb, also Chinese. Wenn er traurig ist, dann ist er rot, also Indianer. Wenn er allerdings keine Geschwindigkeit oder sonst etwas checkt, dann bleibt er schwarz. Und ich schwöre, daß das mit Afrika oder den Afroamerikanern nicht das geringste zu tun hat. Weil: Rassist wäre das letzte, was ich gerne wäre.

George Floyd war weiß

Natürlich wissen wir, daß das nicht stimmt. George Floyd war nicht weiß, sondern kriminell. Außerdem wurde er post mortem positiv auf Corona getestet und hatte trotz einer Herzschwäche Drogen konsumiert. Rassistisch wäre, zu behaupten, daß deutlich weniger Weiße als Schwarze unter solchen Umständen versuchen würden, irgendwo etwas mit einer gefälschten 20-Dollar-Note zu bezahlen oder einen elektrischen Smilie unglücklich zu machen. George Floyd war nur zufällig nicht weiß. Hätte er mit Vornamen nicht George, sondern Karl geheißen, und mit Nachnamen nicht Floyd, sondern Lauterbach, dann wäre er genauso zufällig nicht schwarz gewesen, sondern männlich, weiß und deutsch (m/w/d). Und in der SPD wäre er gewesen. Gut möglich, daß er dann gar nicht wegen einer gefälschten 20-Dollar-Note festgenommen worden wäre, weil Falschgeld nicht in Betracht kommt für jemanden, der genug Steuergeld hat. Allerdings wäre dann Pädophilie in Betracht gekommen. Wie bei Sebastian Edathy. Oder Crystal Meth. Wie bei Michael Hartmann und Volker Beck. Oder sexueller Mißbrauch und Körperverletzung. Wie bei Linus Förster. Und hätte sich George Floyd sein Geschlecht selbst konstruiert, dann könnte er als deutsche Sozialdemokrat*Istin auch wegen seiner abgeschriebenen Doktorarbeit festgenommen worden sein und Franziska Giffey heißen. Gut möglich, daß man in den USA wegen so etwas festgenommen wird. Als Linker, dem alle Menschen gleich sind,  bekäme man in einem solchen Fall arge Gewissensnöte: Soll man nun eher „Antiamerikanist“ sein oder doch lieber „Antirassist“?

Wofür man Linke und damit automatisch alle „Antirassisten“ wirklich bewundern muß, das ist die traumwandlerische Sicherheit, mit der sie sich durch ihre selbstkonstruierte Hierarchie der Diskriminierungsopfer bewegen. Wenn ich z.B. nicht weiß, wer die letzte freie Parklücke bekommen soll, der uralte und gehbehinderte Tattergreis, der früher bei der Hitlerjugend gewesen ist, oder die junge schwarze Schwangere, dann frage ich bei einem Linken nach. Der weiß es und antwortet wie aus der Pistole geschossen, daß es die junge und schwarze Schwangere ist, die den letzten Parkplatz bekommen muß. Weil der alte Tattergreis vermutlich ein Rassist ist. Selbst die Frage, ob die Mannschaft der schwulen und einäugigen Pakistani in einem Fußballspiel gegen die beinamputierten Heteros aus Lappland vor Spielbeginn einen Zwei-Tore-Vorsprung gutgeschrieben bekommen sollte, wenn die Mehrheit der Zuschauer aus iranischen Frauenrechtlerinnen besteht, stellt den Linken nicht vor ein Antwortproblem. Innherhalb weniger Minuten wird er sämtliche Diskriminierungsgeschichten der Vergangenheit erzählt haben, die eine gegen die andere aufwiegen – und zu einem brillanten Schluß kommen.

Deshalb sollten sich Rassismus-Ignoranten wie meinereiner mit einem Urteil zurückhalten, wenn es um das derzeit in Mode gekommene Niederknien von Weißen vor Schwarzen geht. Die werden schon wissen, was sie da tun. Ich weiß es halt nicht. Aus mir wird wahrscheinlich nie mehr ein guter Weißer. Und daß mir das so völlig egal ist, macht die Sache auch nicht besser.

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