Shitstorm der Gesinnungs-Rassisten: Zu weiße Talkgäste bei Maischberger

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Soll gefälligst nicht mehr mit Weißen über Schwarze reden: Sandra Maischberger (Foto:ScreenshotYoutube)

Die Unruhen in den USA rufen hierzulande die üblichen Champions-League der Ober-Heuchler auf den Plan, die inzwischen auch bei uns überall Rassismus vermuten – oder ihn abstrakt anprangern. Da wird dann sogar eine nicht hinreichend schwarze/bunte/diverse Gästeliste einer öffentlich-rechtlichen Talkshow zum rassistischen Skandal – wie gestern Sandra Maischberger erfahren durfte.

Die hatte nämlich mit der Auswahl ihrer gestrigen Studiogäste ihrer ARD-Talksendung „Sandra Maischberger“ eine massive Empörungswoge auf Twitter ausgelöst. Thema der Sendung war, na was wohl, der Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen brutalen Polizeieinsatz – und die Frage, ob die seitherigen Krawalle in etlichen amerikanischen Großstädten die Gefahr eines „Bürgerkriegs“ bergen. Problem für Antirassisten im Home-Office und Social-Media-Moralwächter hierbei: Es saß kein Schwarzer, ja nicht einmal jemand mit Migrationshintergrund auf den Stühlen.

Da es heutzutage – vor allem im Haltungs-TV – weniger darauf ankommt, was jemand substanziell zu einem Thema zu sagen hat, sondern nur auf seine Hautfarbe, seine „Diversität“, seine Image-Eignung für die mediale Dauerinszenierung der „offenen“, „bunten“ Zuwandungsgesellschaft, war die Diskussionsrunde mit Terra-X-Moderator Dirk Steffens, Bundesaußenminister Heiko Maas, der ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, Journalist Jan Fleischhauer sowie der Virologin Helga Rübsamen-Schaeff natürlich eine rassistische Provokation des reaktionären weißen Mehrheitsfernsehens.

Wie „Focus“ berichtete, hagelte es bei Twitter daraufhin „Kritik“, besser: der übliche Shitstorm profilierungssüchtiger Heuchler des seichten Unterhaltungsgewerbes. Neben unterirdischen Statements Jan Böhmermanns und der Grünen Jugend schrieb da etwa Ex-YouTuber Oğuz Yılmaz: „Hey Dirk, Heiko, Anja, Helga und Jan, wie findet ihr eigentlich Rassismus? Ist schon doof, oder?“ Und der selbst „nichtweiße“ Journalist, „Neues-Deutschland“-Agitator und „Krautreporter“ Stephan Anpalagan entblödete sich nicht, zum Verzücken seiner im anachronistischen Abolitionismuswahn versunkenen Roller zu twittern:

(Screenshot:Twitter)

Wenn hier jemand einem wahrhaft rassistischen Impuls nachgibt, und zwar einem Gesinnungs-Rassismus, dann sind es jahrein-jahraus genau diese selbsternannten Medienwächter, die angeblich mangelnde Parität im TV reklamieren – ansonsten aber überhaupt kein Problem damit haben, wenn in den zahllosen Talkrunden zu Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und vor allem der Rolle der AfD so gut wie nie Vertreter dieses Spektrums eingeladen werden; AfD-Politiker (über die mehr gesprochen wird als über irgendwen sonst im politischen Zirkus, mit denen aber fast niemand reden will) sind im TV gnadenlos unterrepräsentiert – und wenn sie dann doch einmal zur Wahrung eines demokratisch-pluralistischen Anscheins eingeladen werden, hagelt es von der Linken Kritik, wie man diesen Politikern „eine Bühne bieten“ könne.

Während im Fall der AfD jedoch Betroffene direkt ausgegrenzt werden, kann davon bei Maischberger überhaupt keine Rede sein. Denn was haben hier lebende Schwarze mit der spezifischen Rassenproblematik in den USA zu tun? Wieso sollte sie alleine ihre Hautfarbe hier als Diskussionspartner mehr befähigen als „alte weiße Männer“ aus Politik oder Journalismus? Es ist derselbe Humbug wie bei der Quote: Nur um Merkmalsträger „repräsentativ“ abzubilden, sollen sie in Positionen gehievt werden, in denen sie womöglich gar nichts verloren haben.

Und dass Pressefreiheit auch die Freiheit von Redaktionen einschließt, selbst zu entscheiden, wen sie zu einem Thema interviewen möchten, und dass kein Twitter-Scherbengericht über die Zusammensetzung von Talkenden bestimmt – das scheinen auch manche vergessen zu haben. (DM)

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