Krawalle in den USA: Wolle Rassismus kaufe?

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"Erstickt die Rassisten" - Transparten auf Floyd-Demo in Berlin - Foto: Imago

So empört über den gemeinschaftlichen Mord mehrer Polizisten an George Floyd sind die Antirassisten allüberall, daß sie vor lauter Wut und Trauer morden, plündern und brandschatzen. Die Weltgerechtigkeit hinterläßt eine Schneise der Verwüstung. Weise wie ein US-Präsident namens Trump muß man sein, um derlei Übertreibungen bei der Entrüstung mit größter Entschiedenheit entgegenzutreten. So weise sind leider nicht alle, vor allem in Deutschland nicht. Bericht aus dem Land der Minusrassisten.

von Max Erdinger

Um es gleich vorweg zu nehmen: „Rasenschande“ ist ein schönes Synonym für „schlechter Fußballspieler“. Auch in den ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika, in Namibia zum Beispiel, wo ebenfalls nicht nur die Talentiertesten der Kickerei frönen. Mit der Hautfarbe hat diese Feststellung nicht das geringste zu tun.

In Minneapolis ist bekanntlich ein schwerkrimineller Weißer namens George Floyd von schwarzen Polizisten umgebracht worden, als er festgenommen werden sollte. Die schwarzen Gesetzeshüter knieten so lange auf ihm, bis der arme weiße Mann gestorben war. Oder war es andersherum? Ich glaube, es war andersherum. Obwohl: Wenn George Floyd schwarz gewesen wäre als US-Bürger mit einem afroamerikanischen Hintergrund, warum würden dann Weiße und Schwarze zusammen vor lauter Betroffenheit, Wut und Trauer einen schwarzen Polizisten umbringen und die Geschäfte von Weißen und Schwarzen plündern? Es kann doch nicht sein, daß man vor lauter Enttäuschung über die Schlechtigkeit dieser Welt angesichts des Mordes an einem Schwarzen durch weiße Polizisaten auch noch die Geschäfte von Schwarzen plündert, wenn die sowieso schon alle ganz traurig sind wegen George Floyd? Wo bleiben denn da das Mitgefühl und die Menschlichkeit? Die Mörder aus Gerechtigkeitsgründen, alle diese Brandstifter und Plünderer werden doch nicht etwa „Antirassisten“ sein, die keine Rassenunterschiede bei ihren Opfern gelten lassen wollen? Das wäre schlimm, weil dann der liebe Antirassismus in den Köpfen von Leuten hausen würde, die der letzte Dreck sind. Und das kann eigentlich nicht sein. Antirassismus ist nämlich ein sehr löblicher Ismus. Na ja, sagt man halt so, wenn man dazugehören will. In Merkels Reich gehört man neuerdings besser wieder dazu, auf daß es einem wohlergehe in der gemeinsamen „Suhle zur rosigen Sau.“

Deswegen fühlten sich auch – zum Beispiel in Berlin – viele rosige Landsleute dazu aufgerufen, in mentalen Trenchcoats durch die Straßen der Stadt zu ziehen, um vor den Augen der Welt demonstrierend ihre antirassistische Geisteserektion zu entblößen. Die Welt: Wow!

Unter den Demonstranten in Berlin-Kreuzberg waren auch Familien und Kinder. Sie zeigten Plakate mit Slogans wie “I can’t breathe, Justice for George Floyd” und “Being black is not a crime”. Zuvor war ein “Gedenkmarsch gegen rassistische Polizeigewalt in den USA” zum Brandenburger Tor gezogen, laut Polizei schlossen sich rund 200 Menschen an. Beide Kundgebungen waren von Privatperson angemeldet worden, die mit deutlich weniger Teilnehmern gerechnet hatten. (…) Die Protestzüge in Berlin verliefen friedlich, auch in München gab es keine Zwischenfälle. In der bayerischen Landeshauptstadt trugen die Menschen Plakate, skandierten Sprechchöre und zogen am US-Konsulat vorbei. „Bis auf eine Beleidigung gegenüber einem Polizeibeamten kam es zu keinen weiteren Vorkommnissen“, hieß es im Polizeibericht.“ – so berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland von den braven Schöndenkern. Dabei ist das alles ….

Viel Rauch um nichts

In Wahrheit ist es nämlich so, daß in Minneapolis mehrere Polizisten gemeinschaftlich einen Schwerkriminellen bei dessen Festnahme umgebracht haben. Das ist zwar skandalös, aber noch nicht rassistisch. Es leben nun einmal viele Afroamerikaner in Afrika … Amerika, von denen hin und wieder auch einmal einer festgenommen wird. Die Mordabsicht aus rassistischen Gründen wird den Polizisten schwerlich nachzuweisen sein, da einem offiziellen Autopsiebericht zufolge der festgenommene und einschlägig vorbestrafte George Floyd unter dem Einfluß illegaler Drogen gestanden hat, die in dieser Situation für sein Ableben mitverantwortlich gewesen sein könnten, was den Polizisten zum Zeitpunkt der Festnahme nicht bewußt gewesen sein musste. Von Polizisten zu verlangen, daß sie bei der Festnahme eines Schwarzen immer davon auszugehen hätten, daß er unter Drogeneinfluß steht, wäre eine Aufforderung zu rassistischem Denken, ein übles Spiel mit dem vermaledeiten Vorurteil – und deswegen auch rundheraus abzulehnen. Afroamerikanische Schwarze sind nicht schon deshalb Drogenkonsumenten, weil sie keine deutschen Demonstranten sind.

Der Antirassismus und die niederen Instinkte

Nun ist es leider so, daß man sich dann, wenn man ein habgieriger linker Penner wäre, der nichts auf die Reihe bekommt und dennoch gern die vielen schönen Dinge aus der bunten Welt der Waren sein eigen nennen würde, selbst als verachtenswertes Subjekt begreifen müsste, schlüge man einfach Schaufenster ein, um sich bargeldlos das zu nehmen, was man nicht kaufen kann. Hier hilft der Antirassismus ganz formidabel aus der moralischen Klemme. Man wird nicht gleich zum asozialen, verkommenen Subjekt, wenn man aus edlen Motiven heraus mordet, plündert und brandschatzt. Und Antirassismus ist ein edles Motiv, eines der besten überhaupt. Fast so gut zur bargeldlosen Selbstbereicherung hätte eine Frau getaugt, die ihre Festnahme durch männliche Polizisten nicht überlebt hätte. Anti-Frauenfeindlichkeit wäre auch ein schönes Motiv, um die innere Sau rauszulassen. Nein, nein, es gibt schon einen Unterschied zwischen „Antirassismus“ und „niedere Instinkte“.

Der Rassismus der Antirassisten

„Tod eines Schwarzen“, sind drei Wörter, die in Abwandlungen viele deutsche Schlagzeilen beherrschten. „Tod eines Kriminellen“ wäre zwar auch gegangen, aber das hätte die Massen niemals so auf die Palme gebracht. Weswegen auch die Vermutung naheliegt, es sei die Art und Weise, in der die Medien vom Tode des Herrn Floyd berichtet haben, welche man durchaus als Aufstachelung zum Rassenhass begreifen darf. Die Polizei nahm einen Kriminellen fest, der nur zufällig nicht weiß gewesen ist. Auf seine Hautfarbe hinzuweisen, ist rassistisch. Oder habe ich da etwas durcheinander gebracht? – Ah ja: Rassistisch wäre es, auf die Hautfarbe eines Täters hinzuweisen, wenn er schwarz ist. Wenn das Opfer aber schwarz ist, dann gibt es nichts Berichtenswerteres als die Hautfarbe. Es geht auch noch verworrener, da Antirassismus nicht so simpel ist, wie man zunächst denkt: Weiße dürfen von Schwarzen sogar in großem Maßstab umgebracht werden, ohne daß es den tief vom Tode des Herrn Floyd betroffenen, merkeldeutschen Antirassisten ärger stören würde. Die Mörder müssten noch nicht einmal schwarze Polizisten sein, um den deutschen Antirassisten völlig kalt zu lassen.

Den Bohei, der allerweil wegen George Floyd stattfindet, hätte unsereiner gern einmal gesehen, wenn es um die „Plaasmoorde“ in Südafrika geht. Zu zigtausenden sind weiße Südafrikaner, bevorzugt Farmer, von Schwarzen dahingemetzelt worden seit 1994. Und zwar auf brutalste Art und Weise. An ihnen haben sich die viehischsten aller denkbaren Triebe abreagiert. Allein, den braven deutschen Antirassisten, dieses Prachtexemplar eines Schöndenkers, ergreift in einem solchen Fall statt des Zorns der Gerechten ein lähmendes Wurschtigkeitsgefühl. Es steht zu befürchten, daß es sich beim gewöhlichen deutschen Antirassisten gar nicht um einen Antirassisten handelt, sondern um einen achsengespiegelten Rassisten, einen Minusrassisten. Um einen bigotten Gartenzwerg, der seine mentalen Ableger durchaus auch in verschiedenen Ministerien untergebracht hat, nachdem er von der antirassistischen Presse gehörig „gebrieft“ worden war. Der Rassist hat gefälligst immer weiß zu sein. Das ist kein Antirassismus, sondern Minusrassismus, nichts anderes.

Der wahre Antirassist empört sich über ausufernde Polizeigewalt und läßt dabei außer Acht, gegen wen sie sich richtet. Der wahre Antirassist denkt so wie der Autor dieses Kommentars. Der wahre Antirassist und ich: Wir sind die Edelsten. Da können die Minusrassisten mit ihren Füßen aufstampfen vor Wut, wie sie wollen. Das ist so. Und ein alter Hut ist es auch. Es gab schon immer dumme Leute. Heute verwechseln sie eben ihren Minusrassismus mit Antirassismus.

Selig sind die Armen im Geiste

Dumme Leute machen selten etwas richtig – und schon in der Bibel steht: Selig sind die Armen im Geiste. Wenn man ganz genau hinsieht, meint man, die Glückseligkeit demonstrierender „Antirassisten“ stünde ihnen hinter der Oberfläche aus Hass und Zerstörungswut förmlich ins Gesicht geschrieben. Meinereiner mag solche geistig Armen überhaupt nicht. Seit man sie nicht mehr nach der körperlichen Defäkationsöffnung benennen darf, muß man ihnen einen sozialethisch fragwürdigen Charakter attestieren und hat hinzunehmen, daß sie auch noch stolz darauf sind. Nicht schön, das.

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