Inkompetenz in Reinkultur: Haldenwang nimmt Erdogan und seine Religionsbehörde DITIB in Schutz

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DITIB (Bild: Screenshot)

Thomas Haldenwang, Merkels Wunschkandidat für das Amt des Verfassungsschutzpräsidenten, mimt nun den Beschützer von Erdogan und seiner Religiönsbehörde DITIB: Haldenwang warnt tatsächlich vor überzogenen Verdächtigungen.

Seit dem 15. November 2018 ist CDU-Mann Thomas Haldenwang Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), nachdem sein bisheriger Chef Hans-Georg-Maaßen in den Ruhestand versetzt und der Merkel-Kritiker Armin Schuster (CDU) – eigentlich für den Posten vorgesehen – erfolgreich von der Bundeskanzlerin verhindert worden war.

Für Haldenwang ist Erdogan kein Islamist. Und seine, in Deutschland munter agierende Religionsbehörde DITIB nimmt er von einem „Generalverdacht“ in Schutz. „Ich müsste mir Sorgen machen, wenn islamistische Prediger in DITIB-Moscheen arbeiten.“ Einflussnahme von dieser Seite sieht der als Nachfolger von Hans-Georg Maaßen ins Amt gehievte Haldenwang derzeit jedoch „nur punktuell, aber nicht in der Fläche“.

Die offenkundige Blindheit des Verfassungschutzchef gegenüber der religiös-politischen Einflussnahme des islamischen Depoten vom Bosporus in Deutschland entsetzt liberale Muslime ebenso wie Kritiker des türkischen Regimes.

„Schallendes Gelächter am Bosporus. Was für ein Elend.“

So die türkisch-kurdischstämmige Rechtsanwältin Seyran Ates, die auf Twitter schreibt: „Wir haben einen Verfassungsschutzpräsidenten, der Erdogan nicht als #Islamisten sieht.“

Seyran Ates (Bild: Twitter)

Ates fasst später nach und ergänzt: „Schallendes Gelächter am Bosporus. Was für ein Elend.“

Der schwule Ex-Muslim Ali Ultu, Aktivist gegen die religiös motivierte Knabenbeschneidung, kommentiert:

Haldenwang verliert jegliche Glaubwürdigkeit

Die Abhängigkeit der DITIB von Erdogan bestreitet Haldenwang dabei gar nicht. Die finanzielle Abhängigkeit der Moscheen von der Türkei und der türkischen staatlichen Religionsbehörde Diyanet sei sogar offenkundig. Aber das sei doch, so der CDU-Mann, noch „keine religiöse Sichtweise“. Und Islamist, das ist – wie bereits gehört – Erdogan ebenfalls nicht.

Ein Kommentator auf Twitter schreibt:

Susanne Schröter, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI), bezeichnete die DITIB als Auslandsdependance der türkischen Religionsbehörde. Somit stehe sie unter vollständiger Kontrolle der AKP und des türkischen Präsidenten. Erdogan nutze die DITIB als Mittel, um in Deutschland Politik zu betreiben und Einfluss auf die türkeistämmige Bevölkerung auszuüben. Das schlage sich, so die Islamexpertin, in politischen Freitagspredigten nieder, in denen vor Integration gewarnt und das Märtyrertum glorifiziert wird, aber auch in der Verherrlichung völkerrechtswidriger türkischer Militäroperationen in Syrien oder szenischen Darstellungen von Schlachten, die von als Soldaten kostümierten Kindern in Moscheen durchgeführt wurden. Dazu kommen begründete Mutmaßungen, dass von Imamen Spitzeltätigkeiten durchgeführt wurden, antisemitische und antichristliche Propaganda und die Mobilisierung für den IS in mindestens zwei Gemeinden.

So viel Inkompetenz macht Angst

Dass Haldenwang sich einmal mehr als gefährliche Personalie auf dem Posten des Verfassungsschutzpräsidenten erweist, hat der Merkel-Mann nicht erst durch die Reinwaschung von Erdogan und seines Religionsvereins bewiesen. Sein „Werben um Augenmaß“ bei der Bewertung von Corona-Demos, seine Aussage in Mainz, dass die überwiegende Anzahl der Demonstranten sich fest auf dem Boden der demokratischen Grundordnung bewegen würde, darf als billiges Lippenbekenntnis gewertet werden. Für Haldenwang liegt die größte Gefahr aktuell in der Infiltration der Demos durch radikale Gruppen, zum Beispiel der Versuch, aus dem Corona-Widerstand heraus eine „zweite Pegida“ zu etablieren. Diese völlige Inkompetenz eines Herrn Haldenwang macht Angst. (SB)

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