Wer hätte das gedacht? Regierung bezahlt „Stars“ für Auftritte

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Im Auftrag des Staates auf der Bühne (Foto: Von Melinda/Shutterstock) Nagy/Shutterstock

Im Grunde ist es eigentlich nichts Neues, daß manche Leute für Geld jeden Murks machen. Solange es sich dabei um privates Geld handelt, ist das auch vollkommen in Ordnung – wenn auch moralisch fragwürdig. Wird aber für Kokolores Steuergeld vom arbeitenden Bürger verplempert, ist dies nicht nur moralisch fragwürdig. So gaben Bundesministerien seit 2014 101.302 EURO an Honoraren, Aufwandsentschädigungen und sonstigen Spesen für 16 Schauspieler und „Beeinflusser“, verniedlichend „Influencer“ genannt, aus.

Von Nils Kröger

Die YouTuberin Lisa Sophie Laurent erhielt u.a. für eine Zusammenarbeit mit dem Bundesfamilienministerium 11.305 EURO. Der Choreograf Jorge Gonzáles wurde für ein „Klimaschutz-Video“ vom Bundesumweltministerium mit 4.011 Euro bedacht. Etwas „mehr“ bekam Schauspieler Tom Wlaschiha für sein „Engagement“ beim Bundesentwicklungsministerium – 44.712 EURO Gage für YouTube-Videos aus Krisenregionen. Ebenfalls kassierte YouTuberin und Moderatorin Lisa Ruhfus von dem Ministerium 10.883 EURO. Der „Rapper“ Eko Fresh musste sich mit lediglich 500 EURO begnügen.

Diese Daten gab das Bundespresseamt auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion bekannt. Der FDP-Abgeordnete Otto Fricke bemerkte zutreffend, daß die Gefahr bestehe, „daß die Grenze zwischen berechtigtem Informationsauftrag und politischer Eigenwerbung leichtfertig überschritten wird“. Er stellte weiterhin fest, daß es zwar legitim sei, wenn Prominente der Bundesregierung aucu im Internet unter die Arme griffen, doch „wenn Ministerinnen und Minister die angeblich überzeugten Unterstützer dafür bezahlen, dass sie gemeinsam mit ihnen oder aber für sie im Netz auftreten, wird es allerdings unglaubwürdig.“

Das Problem ist nämlich, daß es keine Kennzeichnung in den „Werbefilmchen“ gibt, obwohl die Protagonisten von der Bundesregierung bezahlt wurden. Fricke fordert die Bundesregierung nun auf, sich öffentlich zu rechtfertigen, weshalb eine bezahlte Zusammenarbeit mit Prominenten nötig war und zukünftige „Filme“ so zu kennzeichnen, daß ersichtlich ist, wenn eine „monetäre Vereinbarung“ vorliegt.

Erst vor kurzem kritisierte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die Einrichtung von „Newsrooms“ in Ministerien und Parteien. Er sei skeptisch, wenn Parteien und Ministerien Nachrichten selbst produzieren. Das sei Aufgabe der Medien.

Ob Herr Schäuble schon einmal etwas von der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft, einem Unternehmen der SPD und deren Beteiligungen, gehört hat? Ob ihm entgangen ist, daß die „Medien“ um Staatshilfen betteln? Aber die Unabhängigkeit ist bestimmt weiterhin gegeben…

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