Öfter mal was Neues: Jetzt glaubt auch Drosten nicht mehr an die „zweite Welle“

0
Professor Drosten steht massiv in der Kritik (Foto:Imago/ICON)

Immer für eine Kehrtwende gut: Jetzt ist der Virologe Christian Drosten auch nicht mehr von der drohenden „zweiten Virus-Welle“ überzeugt. Dafür möchte er „nachjustieren“ und sich Japan als Vorbild nehmen. Jeder, der Kontakt mit einem Infizierten hatte, soll ohne große Testerei ein bis zwei Wochen in den häuslichen Quarantäne-Knast gesteckt werden, findet der Merkel-Berater. So nennt sich jetzt die Taktik gegen „Superspreading-Events“.

Ein Lehrer wird positiv auf das Corona-Virus getestet. Für seine Schüler heißt das ausnahmslos – Quarantäne, ohne vorherige Diagnostik. Kontaktpersonen werden automatisch als Infizierte betrachtet. Eine Woche „Haus-Knast“ gelten jetzt als angemessen, da die Infektiosität nicht so lange anhalte, wie anfänglich vermutet. Die Schließung der gesamten Schule sei somit überflüssig, freut sich Drosten laut Welt. Er orientiert sich damit an Japan, das alle Kontaktpersonen sofort und ausnahmslos in Quarantäne schickt. “Cluster müssen sofort identifiziert und isoliert werden“, erklärt Drosten.

Die „zweite neue tödliche Welle“ könne sogar ausbleiben, verkündet der Virologe, an dessen Lippen seit Monaten ganz Deutschland klebt. Er glaube „so langsam“, dass es eine Chance gebe, ohne Impfung glimpflich in den Herbst und Winter zu kommen, verkündet der Charité-Wissenschaftler noch.

Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht, hier soll alles bleiben wie es ist, damit es keine „Superspreading“-Ereignisse gebe. Darüber hinaus könnten einige der Lockdown-Maßnahmen durchaus gelockert werden, denn nun scheint klar, dass der Großteil der Infizierten dank der 1,50 Abstandsregel nur sehr wenige oder keine anderen Menschen anstecke. Gefährlich sollen immer noch viele Menschen in einem Raum sein. Beispielsweise beim Sport oder bei Chorproben – schlechte Zeiten als weiterhin für christliche Gottesdienstbesucher, denen das Singen von Kirchenliedern untersagt ist.

Im Streit mit der Bild-Zeitung um seine kritisierte Studie legte Drosten nach und warf der Bild vor,  auf „perfide“ Weise „irgendwas“ zu berichten. „Die Bild-Zeitung hat mich enorm viel Zeit gekostet in dieser Woche – das verzögert maßgeblich die Wissenschaft“, wirft Drosten dem Blatt vor.

Und was sagt der Herr aller Masken dazu?

Foto: Screenshot/Facebook

Und so sieht die Realität aus:

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Deutschland am Donnerstag um 651 auf jetzt insgesamt 180.579 bestätigte Fälle gestiegen. Mit Mecklenburg-Vorpommern meldete ein Bundesland keine neuen Covid-19-Fälle in den vergangenen 24 Stunden.

Als genesen gelten derzeit 163.200 Menschen, aktive Corona-Fälle gibt es rund 8.900.

Die Reproduktionszahl hat in Deutschland am Donnerstag einen Tiefststand erreicht. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sank der errechnete Wert von 0,68 auf 0,61. Noch nie während der Hochphase der Corona-Pandemie lang dieser Messwert so niedrig. 100 mit dem neuartigen Coronavirus Infzierte stecken somit im statistischen Durchschnitt rund 61 weitere Personen an. Das bisherige Allzeittief des R-Werts lag bei 0,65, das am 6. Mai erreicht wurde. (MS)

 

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram