Migrantenstrom reißt auch während der Pandemie nicht ab

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Symbolfoto:Von Naeblys/shutterstock

Corona-Zeiten, gute Zeiten – für Menschenschmuggler. In Italien ist die Zahl der ankommenden sogenannten Flüchtlinge in den vergangenen Monaten um das dreifache gestiegen. Der Großteil von ihnen stammt aus dem Urlaubsland Tunesien.

Fast täglich landet ein „Flüchtlingsboot“ in Lampedusa oder Sizilien, weiß die Tagesschau. Luigi Patronaggio, Chef der Staatsanwaltschaft im südlichen Sizilien und Anti-Mafia-Ermittler, müsse Überstunden machen. Die Südküste Siziliens und die Insel Lampedusa seien „eine der großen Eingangspforten Europas“.
„Wir haben den Eindruck als Ermittler, dass sich eine neue Migrationsroute geöffnet hat“, so Patronaggio. Die europäischen Neubürger würden von kriminellen Organisationen aus Libyen und Ägypten nach Tunesien gebracht.

Dies Kriminellen würden hocheffektiv arbeiten und über die Mittel verfügen, in kürzester Zeit mehrere Tausend Menschen nach Europa zu bringen. Bei den Bootsführern handele es sich um ehemalige Fischer, für die die Überfahrt nach Lampedusa kein Problem darstelle, so Patronaggio. Für sie ist der Menschenschmuggel finanziell attraktiver als die Fischerei.

Sie seien daran gewöhnt, von Sfax oder Monastir nach Sizilien oder Lampedusa zu fahren.
Mehrfach sei es dieser „neuen Generation“ von Menschenschmugglern in der vergangenen Woche gelungen, ihre „Fracht“ fast direkt bis an die Küste Siziliens zu fahren. An abgelegenen Stränden dürfen die Migranten dann von Bord gehen. Die chinesischen Gummiboote, die oft nicht ganz dicht waren, gehören der Vergangenheit an. Aus Tunesien legten inzwischen Fischerboote ab, die für Küstenwache und Frontex nicht mehr ohne weiteres  als „Flüchtlingsboote“ zu identifizieren sein.

Auf ihnen herrsche ein „gemischtes“ Treiben. Zum einen seien Migranten aus der Subsahara, die es bis nach Libyen oder Ägypten geschafft haben dabei. Zum anderen viele Tunesier, die schon mal aus Italien abgeschoben wurden und Vorstrafen haben. 20 und 30 Prozent von ihnen seien vor allem wegen Drogenhandels und Eigentumsdelikten in Italien verurteilt worden, so der Staatsanwalt. Kosten für die Überfahrt: Für „Sunsahariarier“ – 2000 Euro, Tunesier sind schon mit 1000 Euro an Bord. Für den flüchtlingsaffigen Staatsanwalt ist die Lösung klar: Es müssten „reguläre Wege“, die besser zu kontrollieren seien,  nach Europa eröffnet werden, um den Kriminellen, die jetzt das dicke Geschäft machen, das Handwerk zu legen.

Der deutsche Polizeigewerkschafter Rainer Wendt klingt angesichts des auch in Corona-Zeiten nicht abreißen wollenden Migrantenstroms gen Deutschland ein wenig verbittert. Er schreibt auf Facebook: „Natürlich hat sich nichts verändert, im Gegenteil. Grenzkontrollen an nationalen Grenzen werden verteufelt und eingestellt, die europäischen Aussengrenzen sind offen für alle Menschen, die einreisen wollen und dann vorzugsweise nach Deutschland weiterziehen. Warum also sollte sich irgendetwas ändern? Ändern tut sich nur unser Land. Heute war Vorstellung der Kriminalitätsstatistik, Deutschland ist mal wieder viel sicherer geworden. Bald kann man es vor lauter Sicherheit hier kaum noch aushalten“, so Wendt laut laut dts-Nachrichtenagentur. (MS)

 

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