Professor Stefan Homburg: Der nächste Corona-Kritiker wird ans Kreuz geschlagen

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Prof. Stefan Homburg bei seiner Rede auf der Corona-Demonstration in Stuttgart am 9. Mai (Foto:Imago/Hettrich)

Hannover – Wenn sich eine öffentlich-rechtliche Einrichtung auf deutschem Boden von einem ihrer Mitarbeiter nach streitbaren Äußerungen „distanziert“, ist dies meist der Beginn einer Hexenjagd, die für den Betreffenden mindestens mit Jobverlust, nicht selten dem faktischen Entzug seiner bürgerlichen Ehrenrechte endet. So geht es gerade dem Institutsleiter für öffentliche Finanzen an der renommierten Leibniz-Universität Hannover, Stefan Homburg.

Weil Homburg – trotz oder gerade wegen seiner akademischen Reputation – mit kritischen Thesen zum eigentlichen Hintergrund der Corona-Maßnahmen für öffentliche Furore gesorgt hatte, steht er nun am Pranger – und gilt als „angezählt“, was für ihn konkret bedeuten dürfte, dass er schonmal die Koffer in Hannover packen kann. Weil Homburg die Beweggründe der Eliten hinterfragte, die ein ureigenes Interesse an der Aufrechterhaltung der Kontaktbeschränkungen hätten, gilt er bereits als „Verschwörungstheoretiker“.

Jetzt kommt auch noch – passend zum Narrativ, wer Corona „leugnet“, sei tendenziell „rechts“ – der tödliche Verdacht der Nazi-Verharmlosung hinzu: Weil die Terminologie Homburgs, vor allem sein „Eliten“-Begriff, irgendwie an die vorrevolutionäre braune Bewegung der Weimarer Zeit mit ihrem elitenfeindlichen Dünkel erinnert, vor allem aber aufgrund einer Rede, die Homburg auf der Corona-Demonstration am 9. Mai in Stuttgart gehalten hatte, wirft ihm seine Universitätsleitung nun eine „unerträgliche Verharmlosung der Geschehnisse im Jahr 1933“ vor.

Inkriminierte „Vergleiche“ und unziemliche Demonstrationsteilnahmen

Homburg hatte gesagt: „Wir haben jetzt leider gesehen, wie fragil unsere demokratische Ordnung ist, und wie schnell so etwas, was in den 1930er-Jahren passiert ist, jederzeit wieder passieren kann.“ Eine absolut zulässige, angebrachte, in jedem Fall aber diskussionswürdige Einlassung angesichts der gravierendsten Grundrechts- und Freiheitsbeschränkungen, die auf deutschem Boden seit dem Dritten Reich galten. Doch für die Leibniz-Leitung zählt nur, dass Homburg „die Situation in Deutschland mit der Anfangszeit des Nationalsozialismus verglichen“ habe.

Ein im emotionalen Überschwang gewittertes, überspitztes späteres Statement Homburgs brachte dann offenbar das Fass zum Überlaufen; darin schrieb er: „Das hier ist 1933. Damals gab es keinen Krieg und keine Lager. Es wurde erst die Demonstrations- und Meinungsfreiheit abgeschafft, dann das Rechts-, Presse- und Wissenschaftssystem gleichgeschaltet. Sechs Jahre später war man dann soweit.“ Natürlich ist dies ein überzogener Vergleich – doch es ging Homburg nach eigener Aussage vor allem darum, auf Gefahren hinzuweisen, im Sinne des oft beschworenen „Wehret den Anfängen!“.

Laut der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte Homburg auf eine juristische Unbedenklichkeitsbestätigung zu seinen Äußerungen hin, er „begrüße“ zumindest, „dass meine Äußerungen nach Auffassung der Universität rechtlich nicht zu beanstanden sind“. Denn tatsächlich habe er „niemals Parallelen zur nationalsozialistischen Diktatur gezogen“, sondern beziehe sich auf „Gefahren wie in der Spätphase der Weimarer Republik“. Allerdings wird ihm dies wenig helfen: Einmal ins Zwielicht geraten, kann sich im Säurebad der „falschen Gesinnung“ hierzulande keiner lange halten. Der Mann dürfte erledigt sein. (DM)

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