Na sowas: Westliche Entwicklungshilfe landet auf Schweizer Nummernkonten

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Afrikas Reiche freuen sich über westliche Entwicklungshilfe, die sie aus dem Land schaffen (Symbolbild:ScreenshotYoutube)

Die Meldung war wieder mal ein Paukenschlag – und brüskiert all jene Weltverbesserer, die meinen, eine Entwicklungshilfepolitik mit der Gießkanne sei das Allheilmittel zur Behebung der Nöte Afrikas: Eine Studie der Weltbank weist nach, dass ein beträchtlicher Anteil der von der Weltbank an Drittweltstaaten geleisteten Entwicklungshilfe auf Schweizer Bankkonten landet – beiseite geschafft von korrupten Machthabern.

Es ist das alte Lied: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) schreibt, bereichern sich an den von reichen Industrieländern – vor allem den USA und Deutschland – gezahlten Hilfsgeldern der Weltbank „…die Eliten der Empfängerländer in hohem Maß“. Eine entsprechende brisante Studie, die zu diesem Schluss gelangt, sorgt derzeit in der Bank für riesige Nervosität. Damit nicht genug: Die Enthüllung soll der eigentlich Grund für den Rücktritt Penny Goldbergs sein, der Weltbank-Chefökonomin, die gerade erst Anfang 2019 ihr Amt angetreten hatte.

„The Economist“ spekuliert – und führt handfeste Hinweise an – , dass die Schlussfolgerungen er von drei Forschern im Auftrag der Weltbank erstellten Studie mit dem Titel „Elite Capture of Foreign Aid“ unbequeme Fragen aufwarfen – auf die Goldberg keine oder zumindest keine plausiblen Antworten zu geben vermochte. Denn die Chefökonomin der in Washington angesiedelten World Bank hat es mitzuverantworten, dass Missstände nicht früher aufgedeckt und Konsequenzen daraus gezogen wurden – und diese Missstände haben es in sich.

Ausgenutzte Gutmenschlichkeit – auch bei der Weltbank

So landet ein „gewichtiger Teil“ internationaler Entwicklungshilfe nicht bei den Hilfebedürftigen, sondern bei den Reichen der Entwicklungsländer – oft die Nomenklatur aus Wirtschaftsführern, Politikern und Militärs, die für Korruption seit Generationen bekannt sind. Im­mer dann, so die „NZZ“, wenn Hilfegelder transferiert werden, seien bei den Empfängern „deutlich höhere Überweisungen auf Bankkonten in Steueroasen“ zu beobachten.

Dies gilt, kaum überraschend, vor allem mit Blick auf die legendären Schweizer Nummernkonten: Nach Schätzung der Studienautoren verschwinden in den 22 Hauptempfängerstaaten jährlich im Schnitt 7,5 Prozent in für ihre „Diskretion“, Anonymität und Verschwiegenheit gegenüber Finanzbehörden und Journalisten geschätzten globalen Finanzzentren – und die Schweiz gehört hier zu den beliebtesten Adressen. (DM)

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