DFB-Präsident Keller als „Musterdemokrat“: Wer falsch wählt, hat im Fußball nichts verloren

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DFB-Präsident Fritz Keller (hier beim deutschen Gruß für Toleranz und Demokratie) (Foto:Imago/Poolfoto)

Frankfurt am Main – Die Verengung des politischen Toleranzrahmens, das Weg-Erodieren von Rede- und Meinungsfreiheit und der subtile Gesinnungsterror kommen auch im deutschen Fußball an: Schamloser als Fritz Keller, amtierender Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat noch kein Sportfunktionär gegen demokratische Grundfesten dieses Landes Stimmung gemacht.

Keller, der an der Spitze des mächtigsten deutschen Sportverbands steht und die populärste Sportart repräsentiert, auf die wie auf keine andere der Begriff „Breitensport“ zutrifft, erklärte in einem Interview mit Sven Lilienström, dem Gründer der „Initiative Gesichter der Demokratie“ wörtlich – und mit eindeutiger Stoßrichtung gegen die AfD: „Wer eine rechte Partei wählt, ist im Fußball falsch.“

WIE BITTE? Eine „rechte Partei“ ist eine rechts der Mitte positionierte demokratische Kraft – und ein völlig legitimer Teil des demokratischen Meinungsspektrums in jeder pluralistischen Gesellschaft. Vermutlich meinte Keller „rechtsextreme Partei“ – doch gesagt hat er „rechte“, und es sieht nicht so aus, als hätte er nur Pech beim Denken oder Formulieren gehabt: Tatsächlich sind hierzulande „rechts“, „rechtspopulistisch“, „rechtsradikal“ oder „rechtsextrem“ alles Synonyme für dasselbe Feindbild.

Wenn Linksintellektuelle, Haltungsmedien und die Stammtische der „Anständigen“ hier keine lästige Differenzierung vornehmen, ist es das eine; wenn aber der Präsident eines Verbands mit über 7,13 Millionen Mitgliedern derartige Ungenauigkeiten anstellt und sie mit einer in höchstem Maße intoleranten und antidemokratischen Forderung verbinden, ist der Skandal komplett. Es ist ein Hohn, dass sich Keller ausgerechnet gegenüber einer „demokratischen“ Initiative so äußert – und allen Ernstes noch betont, er und der DFB setzten sich für Vielfalt, Integration und Toleranz ein.

Mit lupenreiner Intoleranz für „Toleranz“

Wer also aus Sicht dieses Funktionärs die AfD wählt, hat im Fußball nichts verloren; das beträfe dann in Ostdeutschland zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Bevölkerung. Keller, trägt mit seinem Wahnsinssstatement einer kollektiven Verblödung Rechnung und frönt einer zeittypischen Begriffsklitterung, die bei allseitigem „Rassismus“ anfängt und bei der inflationären „Nazi“- oder „Faschismus“-Keule aufhört. Anscheinend hat er selbst wenig Ahnung von der NS-Ära (deren Wiederkehr er offenbar in Gestalt der einzigen wirtschafts- und wertkonservativen deutschen Oppositionspartei des Jahres 2020 befürchtet).

Sonst würde ihm nämlich wenigstens vage dämmern, wie bedenklich nahe er mit seinen Ansichten der Rückgratlosigkeit der Sportfunktionären im Dritten Reich steht: Auch diese vermischten Politik mit Sport – und machten die passive oder aktive Teilhabe am Vereinsgeschehen von der erwünschten politischen (oder „arischen“) Gesinnung abhängig. Es ist ein gefährliches Fahrwasser, in das sich dieser Präsident begibt – ganz abgesehen von der Missachtung des Grundsatzes der Überparteilichkeit und der Mäßigung, welche für den Vertreter eines systemrelevanten Sportverbands eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Treffend kommentiert der Publizist Ramin Peymani auf Facebook deshalb auch Kellers Aussagen wie folgt: Diese seien „…eine Schande, wenn man bedenkt, wie lange es für den Verband gedauert hat, seine eigene Geschichte aufzuarbeiten, und wie schwierig es war, sich mit dem Julius-Hirsch-Preis zum eigenen Versagen zu bekennen. Zu Beginn des Aufstiegs der Nationalsozialisten hatte der DFB den Fußball systematisch von Bürgern jüdischen Glaubens ‚gesäubert‘. Wer heute völlig undifferenziert ‚Rechte‘ ausgrenzt, wiederholt dieselben Fehler.“ (DM)

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